Kloster Moldovița, Rumänien

Gemeinsam mit den Klöstern Arbore, Voroneț und Sucevița zählt das Kloster Moldovița zu den schönsten Moldauklöstern der Bukowina im Norden Rumäniens - © FRASHO / franks-travelbox
© FRASHO / franks-travelbox

Die Fassadenmalereien des Klosters von Moldovița sind zwar nicht mehr so gut erhalten, wie die anderer Moldauklöster, doch allein aufgrund ihres unglaublichen Detailgrades einen Besuch wert.

Gemeinsam mit den Klöstern Arbore, Voroneț und Sucevița zählt das Kloster Moldovița zu den schönsten Moldauklöstern der Bukowina im Norden Rumäniens. Seine Mariä Verkündigung geweiht Klosterkirche wurde dank seiner prächtigen Fassadenmalereien gilt 1993 von der UNESCO zum Weltkulturerbe erklärt.

BILDER: Kloster von Moldovița

Besuch des Klosters Moldovița

Die imposante Klosterkirche thront inmitten eines herrlichen Gartens und ist von 5m hohen und gut 1m dicken Mauern mit kreisrunden steinernen Wehrtürmen umgeben. In einem Nebengebäude des Klosters befindet sich heute ein Museum, das unter anderem von Stefan dem Großen persönlich gestiftete Stickereien aus dem 16. Jahrhundert und ein Evangeliar aus dem Jahr 1613 beherbegt. Gegründet wurde das kleine Museum vom Bischof Efrem, der im Kloster begraben liegt.

Das Moldovița-Klosters wurde von einer heimischen Nonne einst treffend als „Heilige Schrift in Farbe“ bezeichnet, Rumänien - © FRASHO / franks-travelbox
© FRASHO / franks-travelbox

Inmitten dieser idyllischen Kulisse ragen die herrlich bemalten Mauern des Moldovița-Klosters empor, das von einer heimischen Nonne einst treffend als „Heilige Schrift in Farbe“ bezeichnet wurde.

Geschichte des Klosters Moldovița

Der Vorgängerbau des heutigen Klosters wurde bereits im Jahr 1410 zum ersten Mal erwähnt, fiel jedoch einem Erdrutsch zum Opfer. Im Jahr 1532 ließ Petru Rareş, Sohn von Stefan dem Großen, dem Initiator der berühmten Moldauklöster, ein neues Kloster bauen. Ebenso wie am Kloster Humor war der Schöpfer der prachtvollen Fresken an der Klosterfassade Toma Zugravul aus dem nahe gelegenen Suceava.

Die prächtigen Fassadenmalereien am Moldovița-Kloster im Norden Rumäniens wurden im Jahr 1537 von Toma Zugravul aus Suceava geschaffen - © FRASHO / franks-travelbox
© FRASHO / franks-travelbox

Fünf Jahre nach Bau des Klosters waren die farbigen Kunstwerke in Rot, Blau und Gelb abgeschlossen. Heute sind sie leider nicht mehr so gut erhalten, wie die Malereien der Klöster Voroneț oder Sucevița, sind jedoch aufgrund ihres unglaublichen Detailgrades einen Besuch wert. 1785 wurde das Kloster aufgelöst und 1935 als rumänisch-orthodoxes Frauenkloster wieder eröffnet.

Fresken am Kloster Moldovița – die „Heilige Schrift in Farbe“

Das bekannteste Fresko am Kloster Moldovița ist die fantastische Darstellung der Belagerung Konstantinopels an der Südfassade.

Im Gegensatz zu anderen berühmten Fresken, wie zum Beispiel dem Jüngsten Gericht, das die gesamte West-Fassade des Voroneț-Klosters einnimmt, ist das „Aushänge-Fresko“ von Moldovița fast klein geraten. Es zeigt in unglaublichem Detailgrad eine Szene aus dem Jahr 626, als die Festung des historischen Istanbul einer Belagerung durch die Perser standhalten musste und der Legende nach durch ein Wunder der Jungfrau Maria gerettet wurde (die Feinde im Bild sind allerdings eindeutig als Türken dargestellt).

Das bekannteste Fresko am Kloster Moldovița ist die fantastische Darstellung der Belagerung Konstantinopels an der Südfassade, Rumänien - © FRASHO / franks-travelbox
© FRASHO / franks-travelbox

Das Motiv ist zwar auch auf anderen Moldauklöstern zu finden, doch diese Darstellung ist eindeutig die schönste und am besten erhaltene.

Ebenfalls an der Südwand, rechts von der Belagerung Konstantinopels stellt der berühmte und oft gemalte Stammbaum Jesse die Vorfahren Christi vor, während Propheten, Heilige, Mönche und Apostel die Rundungen der Apsis zieren.

Die Rundungen der Apsis des Klosters Moldovița, Rumänien, zieren Propheten, Heilige, Mönche und Apostel - © FRASHO / franks-travelbox
© FRASHO / franks-travelbox

Auffällig ist auch die Vorhalle des Klosters, mit ihren drei großen Rundbögen an der Ostseite, die in dieser Art sonst nur noch beim Kloster Humor zu sehen ist. Sowohl die Außenmauer als auch das Innere des Vorbaus schmücken Szenen aus dem Jüngsten Gericht, mit dem glutroten Fluss aus Feuer und dem Meer der Verdammten. Die prächtigen Malereien an der Ostfassade des Klosters sind durch die Verwitterung jedoch kaum noch zu erkennen.

Die prächtigen Malereien an der Ostfassade des Klosters Moldovița sind durch die Verwitterung kaum noch zu erkennen, Rumänien - © FRASHO / franks-travelbox
© FRASHO / franks-travelbox

Das Innere der Kirche zeigt alle 12 Monate des Kirchenjahres und zahlreiche Märtyrer in eindrucksvollen Bildern. Im Altarraum beeindruckt die vergoldete Wand und die Darstellung der Passion Christi, die zu den kostbarsten Kunstwerken aller Moldauklöster der Bukowina zählt. Hier ist auch Kloster-Stifter Petru Rareş mit seiner Familie als Abbild verewigt.