Steinerne Stadt (Stone Town) in Sansibar Stadt, Tansani

Die Bauten aus Korallenstein in der Steinernen Stadt von Sansibar stammen zum Großteil aus dem mittleren 19. Jahrhundert, Tansania - © Attila JANDI / Shutterstock
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Das historische Zentrum von Sansibar Stadt wird aufgrund seiner prachtvollen Kolonialbauten aus Korallenstein als „Steinerne Stadt“ („Stone Town“) bezeichnet und zählt zu den wichtigsten Sehenswürdigkeiten der tansanischen Insel Sansibar.

Als „Steinerne Stadt” wird das historische Zentrum von Sansibar-Stadt bezeichnet, der Hauptstadt des semi-autonomen Archipels Sansibar vor der Küste Tansanias. Die fantastischen Kolonialbauten aus Korallengestein der verschiedensten Kulturen zählen seit dem Jahr 2000 zum Weltkulturerbe der UNESCO.

Zu erreichen ist Sansibar-Stadt mit dem Flugzeug, der Flughafen liegt etwa 6km südlich von Stone Town. Fähren und Daus verkehren außerdem zwischen Sansibar-Stadt und Daressalam am tansanischen Festland, sowie der Nachbarinsel Pemba.

Die knapp 100 Hektar umfassende Steinerne Stadt von Sansibar wird in Swahili als „Mji Mkongwe” („alte Stadt”) bezeichnet. Der Großteil der gemauerten Häuser in Stone Town entstand Mitte des 18. Jahrhunderts. Damals wurden in der florierenden Hauptstadt des durch Gewürz- und Sklavenhandel reichen Sultanats prachtvolle Gebäude errichtet. Die exotische Symphonie aus Swahili, arabischem, persischem, indischem und europäischem Stil macht die Steinerne Stadt von Sansibar so einzigartig.

Viele der Korallensteinbauten wurden in den letzten Jahren umfassend restauriert und so zählt Stone Town mittlerweile zu den wichtigsten Touristenattraktionen auf Sansibar. Einige sind aber leider immer noch dem Zerfall überlassen.

Highlights von Stone Town

Das Zentrum der Steinernen Stadt von Sansibar besteht aus einem Gewirr aus verwinkelten Gassen, die von Korallenstein-Häusern, Läden, Basaren und Moscheen gesäumt werden. Autos passen in die engen Sträßchen nicht hinein, dafür Unmengen an Fahrräder und Mopeds. Lediglich in der Nähe der Uferpromenade, wo die Straßen breiter sind, geht es nicht ganz so chaotisch zu.

Charakteristisch für die Architektur in Stone Town sind die erhöhten Gehsteige, die vor Hochwasser schützen sollen und bei Trockenheit als Bänke genutzt werden, die großzügigen Veranden und die wundervoll dekorierten und geschnitzten Holztüren. Die rechteckigen sind übrigens im Omani- die abgerundete im indischen Stil.

Beit-el-Ajaib (Palast der Wunder)

Der Palast der Wunder ist wohl das bestbekannte Gebäude der Steinernen Stadt. Im Jahr 1883 wurde es an der Küste als Zeremonien-Palast des damaligen Sultans errichtet und war bereits Sitz der britischen und sansibarischen Regierung. Seinen vielversprechenden Namen erhielt der Beit-el-Ajaib, weil er das erste Gebäude in Sansibar war, welches mit elektrischem Strom und Fließwasser versorgt wurde und sogar einen Lift beinhaltete. Heute zeigt der Palast der Wunder Ausstellungen über die Kultur von Sansibar und der Swahili.

Der Palast der Wunder (Beit-el-Ajaib) befindet sich in der Steinernen Stadt auf der Insel Sansibar vor der Küste Tansanias und gehört seit 2000 zum Weltkulturerbe der UNESCO - © meunierd / Shutterstock
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Ngome Kongwe (Alte Festung)

Die alte Festung, ein omanisches Bollwerk aus dem 17. Jahrhundert, liegt gleich neben dem Palast der Wunder. Hinter seinen wuchtigen Mauern verbirgt sich ein fast quadratischer Innenhof, der bereits als Markthalle und Tennisplatz genutzt wurde. Heute findet man dort ein Kulturzentrum, Shops und eine kleinen Bühne, auf der jeden Tag musikalische und tänzerische Darbietungen stattfinden.

Forodhani-Garten

Gleich neben dem Alten Fort und dem Palast der Wunder liegt dieser kleine Park, in dem nach Sonnenuntergang in kleinen Grill- und Garküchen sensationelle sansibarische Köstlichkeiten serviert werden.

Alte Apotheke

Die Alte Apotheke entstand Ende des 19. Jahrhunderts und zählt zu den schönsten Gebäuden der Steinernen Stadt. Die neoklassizistische stuckverzierte Fassade ist von bemalten Glasfenstern unterbrochen und mit kunstvoll geschnitzten Balkonen und Balustraden geschmückt. Früher als Armenkrankenhaus genutzt wurde es in den 1980er-Jahren großzügig restauriert und beherbergt heute ein Kulturzentrum. Ganz in der Nähe befindet sich ein riesiger Feigenbaum, der „Big Tree”, an dem sich die Einwohner Sansibars gerne auf ein Schwätzchen treffen.

Beit-el-Sahel (Palast des Sultans)

Am Seeufer nördlich vom Palast der Wunder liegt der Palast des Sultans, der ebenfalls als Museum fungiert. Das imposante Gebäude stammt aus dem späten 19. Jahrhundert und erzählt heute in seinen prunkvollen Gemächern die Geschichte von Sansibars königlichen Familien, darunter Prinzessin Sayyida Salme, die 1868 von Sansibar nach Europa flüchtete, um mit ihrem deutschen Ehemann zusammen sein zu können. Vom obersten Stockwerk aus bietet sich ein sehenswerter Ausblick über die Hafenbucht der Steinernen Stadt.

Anglikanische Kirche

Die anglikanische Kirche im Herzen von Stone Town steht auf dem einstigen Zentrum des Sklavenhandels von Sansibar. Sie wurde im 19. Jahrhundert unter dem britischen Bischof Edward Steere erbaut. Ihr Altar befindet sich exakt an der Stelle, wo früher die Sklaven ausgepeitscht wurden. Ein Denkmal und ein Museum neben der Kirche erinnern an den damaligen Menschenhandel.

Denkmal an den Sklavenmarkt in der Altstadt (Stone Town) von Sansibar, Tansania - © tr3gin / Shutterstock
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Darajani-Markt

Der Darajani ist der Hauptbasar von Sansibar und befindet sich gleich in der Nähe der anglikanischen Kirche. Sein wirres Labyrinth aus Verkaufsständen, in denen von Früchten und Fisch über Gewürze und Kleidung bis hin zu Elektronikartikel so ziemlich alles verkauft wird, zählt zu den wichtigsten Attraktionen von Stone Town. Achtung vor Taschendieben!

Tipp: Gleich in der Nähe des Darajani-Marktes befindet sich der Taxistand für die Daladalas. Die Sammeltaxis sind das Hauptverkehrsmittel in Stone Town. Für längere Distanzen stehen hier auch die so genannten Mabasi (umgebaute Trucks) zur Verfügung.

St. Josephs-Kirche

Die römisch-katholische St. Josephs-Kirche wurde Ende des 19. Jahrhunderts von französischen Missionaren erbaut. Ihre beiden schlanken Glockentürme ragen markant über das Häusermeer von Stone Town.

Moscheen in Stone Town

Die Malindini Moschee zählt zu den ältesten Moscheen in Sansibar. Sie sticht aus den übrigen Moscheen durch ihr dreieckiges Minarett und ihre quadratische Plattform hervor. Die Aga Khan Moschee ist eine interessante Mischung aus islamischer und gotischer Architektur.

Historische Häuser

Der kleine Palast des Sultans Majid bin Said war später Residenz des schottischen Missionars und Afrikaforschers David Livingstone. Einige medizinische Gerätschaften von ihm können übrigens im Peace Memorial Museum über die Geschichte von Sansibar besichtigt werden. Ein weiteres großes Gebäude in Stone Town gehörte einst Tippu Tip, dem gefürchtetsten Sklavenhändler von Sansibar.

Feste in der Steinernen Stadt von Sansibar

Jedes Jahr findet in Stone Town das „Zanzibar International Film Festival” statt, welches für die afrikanische Filmindustrie von besonderer Bedeutung ist. Zur gleichen Zeit wird auch das „Festival of the Dhow Countries” abgehalten, das sich der Kultur der Swahili in all ihren Facetten widmet.

Musiklegende aus Stone Town: Freddie Mercury, der Lead-Sänger der weltbekannten Rockband „Queen” stammt aus Sansibar-Stadt. Er wurde hier im Jahr 1946 unter dem Namen Farrokh Bulsara geboren.

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