Lake Natron, Tansania

Flamingos fliegen über den Lake Natron in Tansania  - © Pierre-Jean Durieu / Shutterstock
© Pierre-Jean Durieu / Shutterstock

Der Lake Natron im Norden von Tansania ist einer der berühmtesten Salzseen der Welt. Millionen von Flamingos laben sich an den unzähligen Salinenkrebsen, die den See bevölkern.

Der Lake Natron, oder „Natronsee“ liegt am Fuß des Vulkans Ol Doinyo Lengai im Norden von Tansania an der Grenze zu Kenia. Wie der Name schon vermuten lässt, ist der Lake Natron stark alkalisch. Das vulkanische Gestein in seiner Umgebung und die wenigen Niederschläge in der Steppe Tansanias ließen den Lake Natron zu einem der bekanntesten Sodaseen der Welt werden.

Gespeist wird der Lake Natron durch heiße Mineralquellen und den südlichen Uaso Nyiro, Abfluss gibt es keinen. Hinzu kommen noch die unregelmäßigen Niederschläge in der sonst trockenen Umgebung. Dadurch ist der Wasserspiegel des Lake Natron das ganze Jahr über extremen Schwankungen unterworfen. Durchschnittlich ist er um die drei Meter tief. Wenn er austrocknet, lagern sich Salze (hauptsächlich Natron) und Minerale an seinen Ufern ab. Bei großer Hitze steigen seine Wassertemperatur auf bis zu 50°C und der pH-Wert des Wassers auf bis zu 10,5, was fast so alkalisch wie Ammoniak ist.

Festschmaus für Flamingos

Trotz des extrem salzhaltigen und alkalischen Wassers im Lake Natron leben im Natronsee Buntbarsche in den weniger salzhaltigen Wasserregionen. Hauptsächlich wird der Natronsee jedoch von der endemischen Alge Spirulina und Milliarden von Salinenkrebsen bevölkert. Die konzentrierte Population der winzigen Tierchen verleiht dem Salzsee seine charakteristische rostrote Farbe, durch die er sogar vom Weltraum aus zu erkennen ist.

Die Algen und Salinenkrebse sind das bevorzugte Nahrungsmittel einer Vielzahl von Vögeln, allen voran der eleganten, lachsfarbenen Zwergflamingos. Bis zu zweieinhalb Millionen der faszinierenden rosafarbenen Vögel sammeln sich am Lake Natron zu regelmäßigen Festmahlen. In Ostafrika ist dies der einzige Futter- und Brutplatz der riesigen Kolonien, wodurch die Zwergflamingos zu den „beinahe bedrohten“ Arten zählen. Sie sind vom Weiterbestehen des Lake Natron stark abhängig, denn noch dazu hält die wüstenartige Umgebung des Salzsees Raubtiere fern, wodurch die Flamingos in Ruhe in ihren Schlammnestern brüten können.

Tipp: Wer den Natronsee besucht, muss mit extrem hohen Temperaturen rechnen. Es gibt auch keine Bäume oder Felsen, die Schatten spenden würden, nur flirrende Hitze. Daher unbedingt Sonnenschutz und genügend Wasser dabei haben!

Der Lake Natron in Gefahr

Es gab bereits Pläne, das Natron aus dem See zu fördern und industriell zu nutzen, was den Bau einer Abpumpstation und eines Kraftwerks sowie Unterkünfte für etwa 1.000 Arbeiter veranlassen würde. Wird dieser Plan umgesetzt, werden die Flamingos Ostafrikas an den Rand der Ausrottung getrieben. Bis jetzt war aufgrund seiner Unzugänglichkeit kein formaler Schutz des Lake Natron nötig, der derartige Vorhaben verhindern würde. Die „Lake Natron Consultative Group“ setzt sich nun für die Erhaltung des Natronsees und der Flamingos ein.

Spuren der Vergangenheit

Im Vulkangesten am Ufer des Lake Natron wurden auf einer Fläche von 150m² etwa 350 Fußabdrücke von Menschen gefunden. Die frische Vulkanasche härtete aus und konservierte diese historischen Fußspuren für die Nachwelt. Forschungen zufolge sind sie 120.000 Jahre alt und stammen von etwa 30 Männern, Frauen und Kindern.

Umgebung des Lake Natron

Der Natronsee hat auch in seiner Umgebung einige Attraktionen zu bieten. Die Campingplätze nahe des Salzsees dienen auch als Basiscamps für Besteigungen des nahe gelegenen Ol Doinyo Lengai, Tansanias einzigem aktiven Vulkan. Entlang eines Flusses führt eine etwa 2stündige Wanderung über enge Pfade inmitten einer atemberaubenden Bergwelt zu einem gut 20m hohen Wasserfall. Das kühle Nass schießt über schroffe Felsen, die mit Moosen und Wildblumen bewachsen sind. Das weiche, klare Wasser ist eine willkommene Erfrischung unter der glühenden Sonne Afrikas.