Nationalpark Kilimandscharo, Kenia und Tansania

Elefanten vor dem Kilimandscharo, dem höchsten Berg Afrikas, Tansania - © Henry Schmitt / Fotolia
© Henry Schmitt / Fotolia

Der Nationalpark Kilimandscharo schützt die mächtigen Flanken von Afrikas höchstem Berg. Der erloschene Vulkan ist verhältnismäßig leicht zu besteigen und bietet eine Reise von den Tropen in die Arktis.

Der Nationalpark Kilimandscharo befindet sich im Norden Tansanias an der Grenze zu Kenia. Der Nationalpark um den höchsten Berg Afrikas wurde im Jahr 1973 gegründet und vier Jahre später für Besucher eröffnet. Seit 1987 zählt der Kilimandscharo-Nationalpark zum Weltnaturerbe der UNESCO.

Der Kilimandscharo Nationalpark liegt auf einer Seehöhe von 1.800 bis 5.895m, ist gut 750km² groß und umfasst das mächtige Kilimandscharo-Massiv mit den Gipfeln Kibo, Mawenzi und Shira sowie deren üppig grüne Bergwald- und Regenwaldflächen. Inmitten seiner Wälder lebt eine Vielzahl an bedrohten Tierarten, 140 Säugetiere und an die 2.500 Pflanzenarten. In den unteren Lagen sind Afrikanische Elefanten, Nagetiere, Leoparden, Buschbabys, Büffel, Stummelaffen und Meerkatzen zu finden, über der Baumgrenze tummeln sich mausähnliche Baumschliefer und die gefährdeten Abbotducker, eine kleine Antilopenart.

Neben der exotischen Tier- und Pflanzenwelt des Kilimandscharo Nationalparks ist natürlich sein Namensgeber der absolute Star der Region. Sein geheimnisvoll klingender Name kann nicht eins zu eins übersetzt werden. Manche Bedeutungen lauten „Berg der Erhabenheit” oder „Berg der Karawanen”. Der Kilimandscharo ist nicht nur der höchste Berg Tansanias und Afrikas, sondern der höchste freistehende Gipfel der Welt. Zu seinem Fuß befindet man sich auf 900m Seehöhe. Der schlafende Vulkan erhebt sich bis in die Wolken auf fast 6.000m.

Besteigung des Kilimandscharo

Der Kilimandscharo gehört zu den Seven Summits, den höchsten Gipfeln aller sieben Kontinente. Im Gegensatz zu anderen mächtigen Bergen dieser Erde ist der Kilimandscharo vergleichsweise leicht zu besteigen. Manch Wanderer hat den majestätischen Gipfel schon nur mit einem Wanderstock, warmer Kleidung und einer gehörigen Portion Entschlossenheit bestiegen. Dabei ist die Besteigung des Kilimandscharo eine Reise von den Tropen in die Arktis. Von der flimmernden Hitze Ostafrikas auf 900m Seehöhe geht es bis über die Schneegrenze auf knapp 6.000m, vom Regenwald über Regionen aus Flechten und Moose bis in eine unwirtliche Fels- und Schneewüste, von lärmenden Affenfamilien bis zu eiskalter Einöde.


Der böse Gott des Kilimandscharo

Unter den Swahili ging einst die Legende um, dass auf dem Kilimandscharo ein böser Gott hause, der keinen auf seinem Gebiet dulde. Jedem, der sich zu nahe an ihn heranwagt, würden die Hände und Füße steif werden und schließlich abfallen. Als Bewohner der afrikanischen Savanne weiß man schließlich nicht, was Kälte ist. Diese bekommt man erst nach einigen hundert Höhenmetern zu spüren.


6 verschiedene Trekkingrouten führen auf den Kibo, den Gipfel des Kilimandscharo, sowie einige anspruchsvolle Bergsteigerrouten. Am höchsten Punkt, dem Uhuru Point, oder am Kraterrand, dem Gilman’s Point, lohnt es sich zu verweilen, denn plötzlich liegt einem ganz Afrika zu Füßen. Beste Reisezeit für die Kilimandscharo-Besteigung ist Dezember bis Februar, dann ist die Sicht am klarsten und atemberaubende Ausblicke sind garantiert. Von Juli bis September ist das Wetter ebenfalls trocken, es ist aber kälter.

Tipp: Um den Aufstieg auf das Dach Afrikas ausreichend genießen zu können, empfiehlt es sich, langsam zu wandern, damit sich der Körper an die Höhenunterschiede gewöhnen kann. Ideal sind fünf Übernachtungen oder mehr vom Fuß das Kilimandscharo bis zum Gipfel.

Die 3.600 Hektar große Shira-Ebene im Westen, den ältesten Krater am Kilimandscharo, von dem nur noch der südliche und westliche Rand zu sehen sind, erreicht man bereits nach einer Mehrtages- oder Tageswanderung. Das auch „Sattel” genannte Plateau ist die höchstgelegene Tundra-Ebene Afrikas. Steiler und zerklüfteter zeigt sich der Weg auf den Mawenzi im Osten. Auf dem Weg zu diesem Krater kann man immer noch auf rauchende Schlunde stoßen, obwohl der Vulkan schon seit Millionen von Jahren nicht mehr ausgebrochen ist.

Für weniger Zeit und weniger Kondition gibt es auch in den unteren Regionen des Kilimandscharo-Nationalparks mehrere spektakuläre Wanderwege.

Die nächstgelegene Stadt des Kilimandscharo-Nationalparks ist Moshi, der Kilimandscharo-Flughafen ist etwa eine Autostunde entfernt. Unterkunftsmöglichkeiten gibt es in Moshi und im Dorf Marangu. Auch direkt am Kilimandscharo gibt es Campingplätze und Berghütten.

Weiterführende Links:

Parkgebühren und Unterkünfte der afrikanischen Nationalparks (englisch)
Infos zur Besteigung des Kilimandscharo (englisch)