Nyerere Nationalpark (Selous Game Reserve), Tansania

Das Nyerere Nationalpark im Süden Tansanias ist das größte Wildschutzgebiet Afrikas und eines der wenigen, in der die Großwildjagd noch erlaubt ist. Die Anzahl der Wildtiere ist zwar nicht ganz so groß wie im Norden Tansanias, dafür sind hier auch nicht so viele Touristen unterwegs.

Das Selous Game Reserve ist das südlichste Naturschutzgebiet Tansanias und das größte Wildreservat des Afrikanischen Kontinents. Es gehört zu unseren Top 10 Sehenswürdigkeiten von Tansania und zu unseren 10 schönsten Nationalparks von Tansania. Mit einer Fläche von 50.000km² ist es beinahe so groß wie Irland und nimmt mittlerweile etwa 5% der gesamten Staatsfläche ein. Benannt wurde es nach dem britischen Großwildjäger Frederick Courteney Selous, dessen Grab übrigens im Reservat in der Nähe des Beho Beho Camps besucht werden kann. Seit 1982 zählt das Selous Game Reserve zum Weltnaturerbe der UNESCO.

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2019 wurde auf seinem Gebiet der Nyerere Nationalpark gegründet, auf dem klassische Safaris möglich sind, während im Rest des Reservats die Großwildjagd noch erlaubt ist.

Flora und Fauna im Nyerere Nationalpark

Der vom Aussterben bedrohte afrikanische Wildhund im Selous Wildreservat in Tansania eines seiner letzten Rückzugsgebiete gefunden - © Attila JANDI / Shutterstock
© Attila JANDI / Shutterstock

Der Mensch hat im Süden Tansanias noch kaum in die Natur eingegriffen und so herrscht eine enorme Vielfalt an Pflanzenarten im Nyerere Nationalpark vor, vom Dickicht über die so genannten Miombo-Wälder, die den Flusslauf des Rufiji säumen, bis hin zu weitläufigen Grassavannen.

In derart verschiedenen Lebensräumen konnte sich auch eine enorme Vielfalt an tierischem Leben entwickeln. Und so wird der Nyerere Nationalpark von einer unglaublichen Anzahl an Elefanten (an die 40.000), Löwen, Leoparden, Hyänen, Schakale, Paviane, verschiedensten Antilopen, Zebras, Gnus, Warzenschweinen, Wasserböcken, Giraffen, Büffeln, Flusspferden, Krokodilen und an die 350 verschiedenen Vogelarten bevölkert.

Zu den gefährdetsten Spezies gehören das Spitzmaulnashorn und der Afrikanische Wildhund, die im Nyerere Nationalpark eine ihrer letzten Zufluchtsstätten gefunden haben.

Vor allem um den Tagalala-See, dem größten stehenden Gewässer im Schutzgebiet haben Safari-Touristen des öfteren die einzigartige Chance, diese seltenen Tiere in ihrer natürlichen Umgebung zu beobachten.

Tipp: Trotz der großen Artenvielfalt im Nyerere Nationalpark kann im Norden von Tansania, zum Beispiel in der Serengeti oder im Ngorongoro-Krater, immer noch eine größere Anzahl an afrikanischen Wildtieren gesichtet werden. Wer also nicht viel Zeit und die „Big Five“ Löwe, Leopard, Büffel, Elefant und Nashorn unbedingt sehen möchte, ist weiter nördlich besser aufgehoben.

Beste Reisezeit für den Nyerere Nationalpark

Sonnenunterang am Lake Manze im Selous Wildreservat in Tansania, das seit 1982 zum Weltnaturerbe der UNESCO zählt - © Alexandra Giese / Shutterstock
© Alexandra Giese / Shutterstock

Etwa 10 Prozent der gesamten Schutzregion ist für Touristen zugänglich, die Wege sind allerdings nur außerhalb der Regenzeit von Mai bis März passierbar. Von Juli bis Oktober ist die beste Zeit, um die Wildtiere zu beobachten, von Dezember bis Februar ist es meist ungemütlich heiß und schwül. Während der Regenzeit (März bis Mai) sind auch so gut wie alle Camps geschlossen.

Unterwegs im Nyerere Nationalpark

Die Hauptattraktion im Selous-Wildreservat in Tansania sind eindeutig die Löwen und vor allem ihre Jungen - © Attila JANDI / Shutterstock
© Attila JANDI / Shutterstock

Der Nyerere Nationalpark liegt außerdem etwas abgeschiedenen von den anderen Nationalparks, eine Kombination mit Safaris im Norden Tansanias kann sich daher als schwierig gestalten. Meist ist ein zusätzlicher Inlandsflug erforderlich, um den Nyerere Nationalpark zu erreichen.

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Die Nationalparkverwaltung befindet sich in der Siedlung Matambwe im Nordwesten von Selous. Hier befindet sich das Hauptquartier der Wildhüter und hier starten auch die meisten Touren und Wanderungen durch den Nyerere Nationalpark, der auf mehrer Arten erkundet werden kann:

  • Mit dem Boot: Viele Camps bieten Touren auf dem Rufiji an, der atemberaubende tierische Erlebnisse bereithält.
  • Mit dem Safari-Auto: Für Anfahrt und Erkundung des Selous-Wildreservats ist aufgrund der teils schlechten Pistenverhältnisse ein Geländewagen erforderlich, die Einfahrt kann nur bei Mtemere und Matambwe erfolgen.
  • Mit dem Flugzeug: Jede Unterkunft im Reservat hat eine eigene Landepiste, die von Propellermaschinen aus Dar es Salaam angeflogen wird.
  • Mit dem Zug: Mit der Eisenbahnlinie TAZARA von Dar es Salaam bis zur Station Kisaki dauert die Reise etwa 6 Stunden. Von Kisaki kann man sich mit dem Auto abholen und zur nahe gelegenen Sable Mountain Lodge bringen lassen.

Tipp: Der Nyerere Nationalpark ist Malaria-Gebiet, außerdem treibt dort die Tse-tse-Fliege ihr Unwesen, die Überträger der Schlafkrankheit ist. Vor Insekten sollte man sich daher besonders gut schützen.

Legale Großwildjagd im Selous Game Reserve

Der Rest des Wildreservats südlich des Rufiji, der nicht für den Tourismus freigegeben ist, ist eines der wenigen Gebiete Afrikas, in dem die Wildtiere legal gejagt werden können. In 42 Jagdkonzessionen kann innerhalb von festgelegten Abschussquoten und gegen eine Gebühr im fünfstelligen Dollarbereich Großwild geschossen werden.

Das Fleisch der erlegten Elefanten, Büffel, Löwen oder Leoparden geht allerdings kostenlos an die Einwohner der Dörfer, die neben dem Schutzgebiet liegen, lediglich eine kleine Trophäe gehört dem Jäger (zum Beispiel Elefantenohren). Die Großwildjagd ist auch die Haupteinnahmequelle der Reservat-Verwaltung, nicht einmal ein Zehntel der lukrierten Finanzen stammt aus dem Tourismus.

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