Selous Game Reserve, Tansania

Drei junge Elefantenbullen im Selous Wildreservat in Tansania, dem größten Schutzgebiet Afrikas - © / Shutterstock
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Das Selous Game Reserve im Süden Tansanias ist das größte Wildschutzgebiet Afrikas und eines der wenigen, in der die Großwildjagd noch erlaubt ist. Die Anzahl der Wildtiere ist zwar nicht ganz so groß wie im Norden Tansanias, dafür sind im Selous auch nicht so viele Touristen unterwegs.

Das Selous Game Reserve ist das größte Wildreservat des Afrikanischen Kontinents. Es befindet sich im Süden Tansanias und nimmt mittlerweile etwa 5% der gesamten Staatsfläche ein. Mit einer Fläche von 50.000km² ist es beinahe so groß wie Irland. Benannt wurde es nach dem britischen Großwildjäger Frederick Courteney Selous, dessen Grab übrigens im Reservat in der Nähe des Beho Beho Camps besucht werden kann. Seit 1982 zählt das Selous-Wildreservat zum Weltnaturerbe der UNESCO.

Flora und Fauna im Selous-Wildreservat

Der Mensch hat im Süden Tansanias noch kaum in die Natur eingegriffen und so herrscht eine unglaubliche Vielfalt an Pflanzenarten im Selous-Wildreservat vor, vom Dickicht über die so genannten Miombo-Wälder, die den Flusslauf des Rufiji säumen, bis hin zu weitläufigen Grassavannen.

Sonnenunterang am Lake Manze im Selous Wildreservat in Tansania, das seit 1982 zum Weltnaturerbe der UNESCO zählt - © Alexandra Giese / Shutterstock
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In derart verschiedenen Lebensräumen konnte sich auch eine enorme Vielfalt an tierischem Leben entwickeln. Und so wird das Selous-Wildreservat von einer unglaublichen Anzahl an Elefanten (an die 40.000), Löwen, Leoparden, Hyänen, Schakale, Paviane, verschiedensten Antilopen, Zebras, Gnus, Warzenschweinen, Wasserböcken, Giraffen, Büffeln, Flusspferden, Krokodilen und an die 350 verschiedenen Vogelarten bevölkert. Zu den gefährdetsten Spezies gehören das Spitzmaulnashorn und der Afrikanische Wildhund, die im Selous-Wildreservat eine ihrer letzten Zufluchtsstätten gefunden haben.

Der vom Aussterben bedrohte afrikanische Wildhund im Selous Wildreservat in Tansania eines seiner letzten Rückzugsgebiete gefunden - © Attila JANDI / Shutterstock
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Vor allem um den Tagalala-See, dem größten stehenden Gewässer im Schutzgebiet haben Safari-Touristen des öfteren die einzigartige Chance, diese seltenen Tiere in ihrer natürlichen Umgebung zu beobachten.

Tipp: Trotz der großen Artenvielfalt im Selous-Wildreservat kann im Norden von Tansania, zum Beispiel in der Serengeti oder im Ngorongoro-Krater, immer noch eine größere Anzahl an afrikanischen Wildtieren gesichtet werden. Wer also nicht viel Zeit und die „Big Five” Löwe, Leopard, Büffel, Elefant und Nashorn unbedingt sehen möchte, ist weiter nördlich besser aufgehoben.

Unterwegs im Selous-Wildreservat

Etwa 10 Prozent der gesamten Schutzregion ist für Touristen zugänglich, die Wege sind allerdings nur in der Trockenzeit von Mai bis März passierbar. Von Juli bis Oktober ist die beste Zeit, um die Wildtiere zu beobachten, von Dezember bis Februar ist es meist ungemütlich heiß und schwül. Während der Regenzeit sind auch so gut wie alle Camps geschlossen.

Die Hauptattraktion im Selous-Wildreservat in Tansania sind eindeutig die Löwen und vor allem ihre Jungen - © Attila JANDI / Shutterstock
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Die Verwaltung des Reservats befindet sich in der Siedlung Matambwe im Nordwesten von Selous. Hier befindet sich das Hauptquartier der Wildhüter und hier starten auch die meisten Touren und Wanderungen durch das Selous-Wildreservat.

Tipp: Das Selous-Wildreservat kann nicht nur mit dem Safari-Auto, sondern auch mit dem Boot erkundet werden. Viele Camps bieten Touren auf dem Rufiji an, der atemberaubende tierische Erlebnisse bereithält.

Für Anfahrt und Erkundung des Selous-Wildreservats ist aufgrund der teils schlechten Pistenverhältnisse ein Geländewagen erforderlich, die Einfahrt kann nur bei Mtemere und Matambwe erfolgen. Eine andere Möglichkeit, das Selous-Wildreservat zu erreichen, ist per Flugzeug. Jede Unterkunft im Reservat hat eine eigene Landepiste, die von Propellermaschinen aus Dar es Salaam angeflogen wird. Die dritte Möglichkeit ist mit dem Zug über die Eisenbahnlinie TAZARA bis zur Station Kisaki, eine Reise von Dar es Salaam, die etwa 6 Stunden dauert. Von Kisaki kann man sich mit dem Auto abholen und zur nahe gelegenen Sable Mountain Lodge bringen lassen.

Tipp: Das Selous-Wildreservat ist Malaria-Gebiet, außerdem treibt dort die Tse-tse-Fliege ihr Unwesen, die Überträger der Schlafkrankheit ist. Vor Insekten sollte man sich daher besonders gut schützen.

Legale Großwildjagd

Der Rest des Wildreservats südlich des Rufiji, der nicht für den Tourismus freigegeben ist, ist eines der wenigen Gebiete Afrikas, in dem die Wildtiere legal gejagt werden können. In 42 Jagdkonzessionen kann innerhalb von festgelegten Abschussquoten und gegen eine Gebühr im fünfstelligen Dollarbereich Großwild geschossen werden. Das Fleisch der erlegten Elefanten, Büffel, Löwen oder Leoparden geht allerdings kostenlos an die Einwohner der Dörfer, die neben dem Schutzgebiet liegen, lediglich eine kleine Trophäe gehört dem Jäger (zum Beispiel Elefantenohren). Die Großwildjagd ist auch die Haupteinnahmequelle der Reservat-Verwaltung, nicht einmal ein Zehntel der lukrierten Finanzen stammt aus dem Tourismus.

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