Naturreservat Kap der Guten Hoffnung, Südafrika

Das Kap der Guten Hoffnung wurde früher aufgrund seiner heimtückischen Klippen von Schiffen gefürchtet und ist es heute ein atemberaubendes Naturparadies, Südafrika - © Denis Mironov / Shutterstock
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Das Kap der Guten Hoffnung im Süden von Afrika wurde früher aufgrund seiner heimtückischen Klippen von Schiffen gefürchtet und ist es heute ein atemberaubendes Naturparadies.

Das Kap der Guten Hoffnung liegt am Südwest-Zipfel des afrikanischen Kontinents in der Provinz Westkap des Staates Südafrika. Das gut 40km von Kapstadt entfernte Kap ist nicht, wie viele vermuten die südlichste Spitze Afrikas (das ist das Kap Agulhas), sondern die südwestlichste.

Das Kap der Guten Hoffnung ragt wie ein Pfeil ins maritime Grenzgebiet zwischen Atlantischem und Indischem Ozean. Die spektakulär geformte Halbinsel mit ihren steilen Klippen umrahmt malerisch einen paradiesisch weißen Sandstrand, an dem sich türkisblaue Wellen brechen.

Das heimtückische Kap der Guten Hoffnung

So idyllisch das Kap auch aussehen mag, so gefährlich ist es in Wahrheit. Die zerklüftete Felslandschaft des Kaps erstreckt sich unter der Meeresoberfläche über viele Kilometer. Die steinernen Spitzen und Kanten, die sich je nach Gezeiten teilweise nur einen halben Meter unter Wasser befinden, haben schon viele Schiffe versenkt. Neben diesen Untiefen stellten auch die unberechenbaren starken Winde dar, die ein Segelboot, auch wenn es weit genug von der Küste entfernt ist, in die verheerende Steinlandschaft blasen können. Aus diesem Grund nannte der portugiesische Flottenkapitän Bartolomeu Diaz, der 1488 als erster die Südspitze Afrikas umrundete, die gefährliche Landspitze „Cabo das Tormentas”, „Kap der Stürme”. Stumme Zeugen dieser Tücken sind die Wracks von über 20 Schiffen, die immer noch vor der Küste des Kaps der Guten Hoffnung auf dem Meeresgrund liegen.

Warum Gute Hoffnung?

Für die Bezeichnung „Kap der Guten Hoffnung” gibt es mehrere Theorien. Angeblich stammt sie vom portugiesischen König Johann II., der (zu Recht) hoffte, nun endlich den Seeweg nach Indien gefunden zu haben. Außerdem waren die Seefahrer, die sich auf diesem Weg befanden, nach der deutlichen Krümmung des Kontinents nach Osten guter Hoffnung, dass Afrika bald umrundet war und somit ein äußerst gefährlicher Teil der Reise hinter ihnen liegt.

Atemberaubende Natur des Kaps

Seit 1939 steht das Kap der Guten Hoffnung mit seiner atemberaubenden Pflanzenvielfalt unter Naturschutz. Die Anzahl der Pflanzenarten im Naturreservat übersteigt mit 1.300 sogar die ganz Großbritanniens. Über die hügelige Landschaft des Kaps verteilen sich Orchideen, Erikaceen und Proteen, die Nationalblume Südafrikas, in farbenprächtigen Teppichen. Die Tierwelt des Kaps der Guten Hoffnung ist zwar nicht ganz so spektakulär, da das Nahrungsangebot auf der schroffen Insel relativ karg ist, dennoch ist die markante Landspitze von Zebras, Elenantilopen, Pavianen, Straußen, Schildkröten, Echsen, Schlangen und 150 verschiedenen Vogelarten bevölkert.

Tipp: Es gibt am Kap der Guten Hoffnung auch giftige Schlangen, wie die Königskobra und die Puffotter. Sie sind zwar ziemlich schreckhaft und flüchten meist beim ersten Geräusche eines Menschen, trotzdem ist Vorsicht geboten! Um einiges lästiger sind da schon die neugierigen bis aggressiven Paviane, die auf keinen Fall gefüttert werden sollten. Zur Sicherheit sollten auch die Autofenster geschlossen bleiben.

Das Naturschutzgebiet am Kap der Guten Hoffnung umfasst knapp 800 Hektar und lässt sich auf zahlreichen Wanderungen erkunden. Um die unvergessliche Schönheit des Kaps auch entsprechend würdigen zu können, sollte man sich mindestens 3 Stunden Zeit nehmen. Den besten Start bietet der Cape Point, von dem aus es weiter zum Kap der Guten Hoffnung geht. 15 Autominuten nach dem Parkeingang bietet sich eine dreiminütige Zahnradbahnfahrt oder ein Spaziergang zum Aussichtspunkt am Cape Point an. Von der auf 214m Höhe gelegenen Aussichtsplattform, zu der früher der berühmte Bus „Der fliegende Holländer” hinauffuhr, hat man einen überwältigenden Blick über das Kap der Guten Hoffnung. Vielleicht entdeckt man ja auch im dichten Nebel das Geisterschiff „The Flying Dutchmen”, das seit dem Schiffsunglück von Kapitän Hendrik von der Decken auf ewig um das Kap spukt. An der Buffel Bay bietet sich eine Bade- oder Picknickpause an und mit etwas Glück sehen Sie weit vor der Küste der False Bay die Fontänen von Walen.

Absolut zu empfehlen ist die eineinhalbstündige Wanderung am Shipwreck-Trail, der zu zwei Schiffswracks führt. Neben den zahlreichen Stränden und der spektakulären Küstenlinie mit der höchsten Klippe Südafrikas (249m) hat das Kap der Guten Hoffnung noch weitere Sehenswürdigkeiten zu bieten. So zum Beispiel das „Blockhaus”, ein Leuchtturm aus dem Jahr 1857, der 1911 abgeschaltet wurde, da er aufgrund des dichten Nebels am Kap ohnehin selten zu sehen war. Zwei Denkmäler, das „Dias Cross” und das „Vasco da Gama-Denkmal” erinnern an die bedeutenden Seefahrer der Vergangenheit.

Weiterführende Links:

Offizielle Seite des Cape Point inklusive Öffnungszeiten und Eintrittspreise (englisch)