Krüger Nationalpark, Südafrika

Eine Gruppe von Breitmaulnashörnern (Ceratotherium simum), manchmal auch auch Weiße Nashörner genannt im Krüger Nationalpark in Südafrika - © Jessica Ney / Shutterstock
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Der Krüger Nationalpark im Nordosten Südafrikas ist einer der größten Wildparks Afrikas. Er begeistert durch seine unglaubliche Artenvielfalt und ist touristisch hervorragend erschlossen.

Der Krüger Nationalpark, im Englischen oft auch als „Kruger Nationalpark” bezeichnet, befindet sich im Nordosten Südafrikas, ist das größte Wildschutzgebiet des Landes und einer der größten Nationalparks auf dem afrikanischen Kontinent.

Fantastische Artenvielfalt

Der Krüger Nationalpark wurde als „Sabie Game Reserve” bereits im Jahr 1898 unter Präsident Paul Kruger gegründet, zum Krüger Nationalpark wurde es 1926 ernannt. Der Krüger Nationalpark umfasst die südafrikanischen Provinzen Mpumalanga und Limpopo und erstreckt bis zur Grenze zu Mosambik. Früher noch umzäunt, wurden die meisten Absperrungen mittlerweile wieder entfernt, um den Großtiere völlig frei herumstreifen zu lassen. So wandern die Herden vor allem in der Trockenzeit in westlich angrenzende Gebiete, wo es noch Wasserlöcher gibt. Während der Monate nach der Regenzeit im November bis April ist genügend Wasser vorhanden, dass die Tiere den gesamten Park bevölkern und sich bis in den Limpopo-Nationalpark in Mosambik ausbreiten.

Der Krüger Nationalpark ist vor allem für seinen unglaublich vielfältigen Artenreichtum bekannt. Innerhalb seiner Grenzen tummelt sich eine Vielzahl an afrikanischen Wildtieren, darunter auch die berühmten „Big 5″, Löwe, Leopard, Rhinozeros, Büffel und Elefant. Weitere Spezies sind Flusspferde, Antilopen, Meerkatzen, Hyänen, Geparde, Wüstenluchse, Schakale, Strauße, Flamingos, Geier und Adler, um nur einige zu nennen. Insgesamt schützt der Krüger Nationalpark knapp 150 Säugetier-, gut 500 Vogel-, über 100 Reptilien- und an die 50 Fischarten.

Ein Leopard überquert eine Straße im Krüger Nationalpark, Südafrika - © Tabby Mittins / Shutterstock
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Nicht nur die Vielfalt der Welt, auch ihre Anzahl im Krüger Nationalpark ist atemberaubend. Auf einer Fläche von 20.000km² tummeln sich an die 10.000 Elefanten und einige tausend Raubkatzen. Archäologische Stätten, wie Masorini oder Thulamela zeigen, dass der fantastische Lebensraum des Krüger Nationalparks seit Jahrhunderten zwischen Tier und Mensch geteilt wurde. Die Überreste verlorener Zivilisationen werden ebenso geschützt, wie die natürlichen Schätze des Parks.

Unterwegs im Krüger Nationalpark

Die beste Reisezeit für den Krüger Nationalpark ist der afrikanische Winter von Juli bis August. Diese Zeit ist am trockensten und mit 20-30°C auch nicht so heiß wie die Regenzeit, in der das Thermometer auch schon mal auf 40°C klettern kann. Dafür kann es im Winter in der Nacht empfindlich kalt werden, die meisten Jahre sind jedoch frostfrei.

In Südafrika gibt es mehrere Eingänge zum Krüger Nationalpark, Malelane und Crocodile Bridge im Süden, Numbi, Phabeni und Paul Kruger im Südwesten, Orpen und Phalaborwa im Westen und Pafuri und ‘Punda Maria im Norden.

Der Krüger Nationalpark ist touristisch sehr gut erschlossen. Er kann auf asphaltierten Straßen erkundet werden, die hervorragend beschildert sind. Einige Nebenstraßen sind Sand- bzw. Schotterpisten. Unterkunftsmöglichkeiten in Form von 21 Camps und 11 Privat-Lodges sind über den gesamten Nationalpark verteilt und überall gibt es Rast- und Picknickplätze. Die größeren Camps bieten auch Einkaufsmöglichkeiten von Lebensmittel über Alkohol bis hin zu Souvenirs. Die Skukuza-Lodge hat sogar einen 9-Loch-Golfplatz zu bieten, aber Achtung: dies ist einer der heißesten der Welt und die Sonne kennt am schattenlosen Golfplatz kein Erbarmen.

Auf Tuchfühlung mit den Wildtieren

Die beliebtesten Attraktionen im Krüger Nationalpark haben natürlich mit der einzigartigen Tierwelt zu tun. In den Camps ed-Dal Berg, Skukuza und Letaba können Buschsafaris gebucht werden, bei denen eine Gruppe von Ranger geführten Allradfahrzeugen die Safarigäste durch den Park transportiert. Die Ranger erklären die tropischen Pflanzen und machen auf Tiere aufmerksam, die so gut getarnt sind, dass man sie selbst niemals entdeckt hätte.

Apropos niemals entdeckt: Genau diesen Zweck hat auch die Nachtsafari. Diese ebenfalls nur von Rangern geführte Tour zeigt ganz besondere, normalweise verborgene Seiten des Krüger Nationalparks. Bei der Nachtsafari können Löwen, Leoparden und Hyänen im Scheinwerferlicht der Autos in voller Aktion beobachtet werden. Diese Touren dauern normalerweise etwa eine Stunde und starten kurz bevor das Camp für die Nacht geschlossen wird.

Wer den wilden Tieren im Krüger Nationalpark so richtig nahe kommen möchte, sollte sich für die Buschwanderung entscheiden. In Gruppen von bis zu acht Personen pirscht man sich in Begleitung eines Rangers zu Fuß durch die afrikanische Savanne. Ohne störenden Autolärm kommt man der faszinierenden Tierwelt Afrikas damit so nahe wie nur eben möglich. Da kann es schon passieren, dass plötzlich beim Frühstück ein Nashorn oder ein Elefant am Zelt vorbeimarschiert. Wem eine dreitägige Tour in der Wildnis zu unbequem ist, kann in den Camps auch eine mehrstündige Wanderung, wie zum Beispiel den „Early Morning Walk” buchen.

Tipp: Auf all diesen Safaris sollte man natürlich unbedingt ein Fernglas oder eine Kamera mit Zoom-Objektiv dabeihaben. Sie werden mehr Fotos machen, als bei einem „gewöhnlichen” Urlaub, daher unbedingt genug Speicherkarten und Ersatz-Akkus mitnehmen! Bei billiger Ausrüstung muss bedacht werden, dass es hier oft Belichtungs-Probleme mit dem morgendlichen Dunst bzw. mit der intensiven Sonneneinstrahlung zur Mittagszeit geben kann.

Weiterführende Links:

Offizielle Seite des Krüger Nationalparks (englisch)
Unglaubliche Liste der Tierarten des Krüger Nationalparks auf Wikipedia