Panama-Kanal, Panama

Der Panama-Kanal führt durch die Landenge zwischen Nord- und Südamerika und verbindet das Karibische Meer mit dem Pazifischen Ozean - © DazGee / Fotolia
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Der Panama-Kanal führt durch die Landenge zwischen Nord- und Südamerika und verbindet das Karibische Meer mit dem Pazifischen Ozean. Die 80km lange Wasserstraße ist eine der wichtigsten der Welt, jährlich wird sie von etwa 14.000 Schiffen passiert.

Der Panama-Kanal ist eine künstlich angelegte Wasserstraße durch das Staatsgebiet Panama in Mittelamerika, welche das Karibische Meer mit dem Pazifischen Ozean verbindet. Er führt von Colón an der Nordküste Panamas durch den aufgestauten Gatún-See über eine Strecke von gut 80km bis nach Balboa an der Südküste.

Vor der Errichtung des Panama-Kanals war die einzige Verbindung der beiden Weltmeere durch den amerikanischen Kontinent die Magellan-Straße an der Spitze Südamerikas. Mit dem Bau des Panama-Kanals konnte die Schiffstrecke New York – San Francisco von 30.000 auf 10.000km verkürzt werden. Ein Meilenstein für die Wirtschaft.

Entstehung des Panama-Kanals

Die erste Idee für eine Verbindung zwischen Atlantik und Pazifik kam im Jahr 1523 durch den Habsburger Kaiser Karl V. auf. Ab 1529 beschäftigten sich diverse Politiker, Wissenschaftler und Ingenieure über Jahrhunderte hinweg mit der Verwirklichung dieses monströsen Vorhabens. Der letzte Anstoß für den Bau war die gelungene Eröffnung und der finanzielle Erfolg des Suezkanals in Ägypten, die Franzosen legten nun auch in Mittelamerika los. 1881 begannen die Arbeiten. Doch so einfach war es leider nicht. Vor allem die Malaria machte dem Fortschritt des Baus zu verschaffen, ein bisher ungekanntes Problem, das dazu führte, das nur 8 Jahre später der Bau wieder eingestellt wurde.

Erst 1905 wurde der US-amerikanische Ingenieur John Frank Stevens mit dem Weiterbau betraut, der das Problem bei der Wurzel packte und zuerst die Arbeits- und Hygienebedingungen verbesserte. So geschah es dennoch, dass am 15. August 1914 die „Ancona” als erstes Schiff mit 200 Passagieren an Bord die neu geschaffene Verbindung passierte. 1920 wurde der Panama-Kanal offiziell für den Schiffsverkehr freigegeben.

Gatun Schleuse im Panamakanal, Panama - © meunierd / Shutterstock
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Reger Verkehr im Panamakanal

Die Wasserstraße ist eine der wichtigsten der Welt und wird von etwa 14.000 Schiffen jährlich genutzt. Containerschiffe mit bis zu 4.600 Containern können den Panama-Kanal passieren, nach dem groß angelegten Ausbau, der 2007 begann und 2014 enden sollte, können auch Schiffe mit bis zu 12.000 Containern die Wasserstraße nutzen. Eine Überfahrt kostet übrigens je nach Größe des Schiffes zwischen 48.000 und 150.000 US-Dollar.

Der Panama-Kanal ist eine der größten Arbeitgeber des Landes, etwa 8.000 Menschen arbeiten in Verwaltung, Instandhaltung und Betrieb des Kanals. Dies verwundert nicht, weiß man erst über die Technik Bescheid, die es zum Funktionieren der Wasserstraße braucht. Die beiden Wasserspiegel von Atlantik und Pazifik unterscheiden sich in ihre Höhe zwar nur um 24cm auseinander, doch der ursprünglich Plan, den Kanal einfach auf diesem Niveau zu graben, scheiterte am extrem harten Bodengestein.

So müssen die Schiffe quasi über einen Berg fahren. Insgesamt 26 Höhenmeter müssen die Frachter überwinden, um auf das Niveau des Gatún-Sees zu gelangen. Dies wird mit drei gewaltigen Schleusenanlagen bewerkstelligt, den Gatun-Schleusen, den Pedro-Miguel-Schleusen und den Miraflores-Schleusen.

Am anderen Ende angekommen, erreicht man den Puerto Balboa an der Pazifikküste, der wichtigste Hafen Panamas. Er erhielt seinen Namen vom Spanier Vasco Núñez de Balboa, der im Jahr 1513 auf der Flucht vor dem Galgen die Landenge als erster vom Karibischen Meer bis zum Pazifik überquerte. Der Puerto Balboa bietet einen enorme Containerladefläche von über 8 Hektar, 100 Anlegeplätze, über 250 Anschlüsse für Gefriercontainer und 75 mobile Kräne für eine möglichst rasche Be- und Entladung.

Weiterführende Links:

Offizielle Website des Panama-Kanals (englisch)
Panama-Kanal-Museum (englisch)
Detailinfos zu Geschichte, Bau und Technik des Panama-Kanals auf Wikipedia