Nationalpark Badlands, South Dakota, USA

Die bizarren Berge des Badlands-Nationalparks liegen in South Dakota nur 80km südöstlich von Rapid City, USA - © James Camel / franks-travelbox
© James Camel / franks-travelbox

Seinen wenig ansprechenden Namen Badlands – „schlechtes Land“ – hat der Nationalpark im Südwesten von South Dakota von seiner verwitterten Erdoberfläche, die ihm jedoch ein absolut spektakuläres Landschaftsbild verleiht.

Der spektakuläre Badlands-Nationalpark 80km südöstlich von Rapid City zählt wohl zu den eindrucksvollsten Landschaftsphänomenen der USA. Seit 1939 gelten die Badlands als National Monument, zum Nationalpark wurden sie am 10. November 1978 erklärt. Damit sind die Badlands das größte geschützte Präriegebiet der USA.

BILDER: Badlands

 

Beste Reisezeit

Der Nationalpark wird jedes Jahr von über einer Million Menschen besucht, von denen die meisten zwischen Juni und September anreisen. Von November bis März ist am wenigsten los (im Winter muss man allerdings mit Schneefall rechnen und sogar Blizzards können vorkommen) und die beste Zeit für Wanderungen ist im Frühling und Herbst, denn im Sommer kratzen die Tagestemperaturen meist an der 40°C-Marke.

Unterwegs in den Badlands

Steht man am Rand der Badlands, wundert man sich nicht mehr über den wenig ansprechenden Namen. Soweit das Auge reicht zieht sich eine dramatische Landschaft aus verwitterten Felsen. Diese entstand im Lauf der Jahrmillionen aus Meer- und Vulkanasche-Ablagerungen, die durch Wind, Regen, Hitze und Kälte zu spektakulären Schluchten, Türmen und Felsnadeln geformt wurden. Die einzigen grünen Flecken zwischen den zerklüfteten Wänden bilden ärmliche Bestände von Präriegras und niedrigen Büschen, Bäume sucht man vergeblich.

Auf einer knapp 50km langen Aussichtsstraße erhält man einen ersten Eindruck der Badlands in South Dakota, USA - © James Camel / franks-travelbox
© James Camel / franks-travelbox

Auf der knapp 50km langen Aussichtsstraße, die zwischen dem Nordosteingang und dem Pinnacles-Entrance verläuft, erhält man bereits einen ersten Eindruck der schroffen Landschaft, die sich in den verschiedensten Farbtönen von rot über ocker bis braun und grau präsentiert. Jeder Stopp bei einem der View Points bringt neue Facetten zum Vorschein.

Die unterschiedlichen Gesteinsschichten der schroffen Landschaft in den Badlands präsentieren sich von rot über ocker bis braun und grau, South Dakota, USA - © James Camel / franks-travelbox
© James Camel / franks-travelbox

Im Cedar Pass-Besucherzentrum informieren Ausstellungen und ein Dokumentarfilm über die Entstehung der Badlands. Hier ist auch genügende Informationsmaterial erhältlich, um die Badlands auf verschiedenen Trails erkunden zu können. Südlich des Besucherzentrums liegt außerdem der Cedar Pass-Campingplatz mit gut 100 Stellplätzen, der allerdings nur im Sommer über Fließwasser verfügt. Der Sage Creek-Campingplatz ist noch einfacher, nur mit Not-Toiletten, ausgestattet, dafür aber kostenlos. Als sonstige Unterkunft steht die Cedar Pass-Lodge zur Verfügung, die vor allem im Sommer vorreserviert werden sollte.

Das eindrucksvolle Mini-Gebirge erstreckt sich über hunderte Quadratkilometer und kann auf fünf (zumindest teilweise) ausgeschilderten Pfaden zu Fuß erkundet werden.

Tipp: In der kahlen Landschaft der Badlands kann es vor allem im Sommer sehr heiß werden. Die Sonne brennt erbarmungslos auf die nackten Felsen und Schatten gibt es so gut wie keinen. Unbedingt für Sonnenschutz und ausreichende Trinkwasser sorgen!

Fossil Exhibit Trail

Die Badlands sind zwar landschaftlich wertlos, hatten dafür aber für Archäologen einiges zu bieten. Inmitten der graubraunen Steinwüste stießen Forscher auf Fossilien von prähistorischen Nashörnern, Pferden, Schafen und Schweinen. Auch 11.000 Jahre alte Überreste von Menschen wurden gefunden, darunter 45 uralte Feuerstellen. Ganze Eisenbahnwaggons voll von diesen versteinerten Zeugen der Vergangenheit wurden im späten 19. Jahrhundert in die verschiedensten Museen Nordamerikas transportiert. Einige dieser Funde werden am Fossil Trail in ihrem natürlichen Zustand vorgestellt.

Cliff Shelf Nature Trail

Der Cliff Shelf Nature Trail führt einen knappen Kilometer durch sanfte, steinerne Hügel, die aufgrund der verschiedenen Schichten aus Lehm, Ton, Kies und Stein ein faszinierendes Muster aufweisen. Die roten bis violetten Ringe heben sich deutlich von der helleren Umgebung ab und zeugen von der Erosion der vergangenen Jahrmillionen. Gemeinsam mit der versprengten Vegetation hat die Natur hier ein einmaliges Gemälde geschaffen.

Notch Trail

Noch spektakulärer als der Cliff Shelf Nature Trail ist der Notch Trail. Am Anfang folgt man noch einem gut sichtbaren Pfad an einem (meist ausgetrockneten) Bachbett entlang, der sich jedoch bald zwischen den zerklüfteten Felsen verliert. An steilen Stellen helfen Holzleitern beim Auf- oder Abstieg, doch ansonsten fühlt man sich wie ein Bergsteiger in unerforschtem Gebiet. Das letzte Stück führt durch eine atemberaubende Schlucht, von dessen Ende sich ein traumhafter Blick über die Prärie mit ihren Bisonherden in der Ferne auftut. Die riesigen Truthahngeier in der Luft ziehen einstweilen eine gewaltige Flug-Show ab.

Start des eindrucksvollen Notch Trail im Badlands-Nationalpark in South Dakota, USA - © James Camel / franks-travelbox
© James Camel / franks-travelbox

Window Trail

Der Name des Window Trail wird bestätigt, sobald man sich nach wenigen Minuten seinem Ende nähert, wo der Blick auf ein riesiges Fenster im Fels fällt. Auch hier tut sich wiederum eine herrliche Aussicht über die verwitterten Berge der Badlands auf.

Door Trail

Der Door Trail zählt eindeutig zu den spektakulärsten Pfaden der Badlands. Nach einem kurzen Spaziergang über Holzstege und einer Kletterparty über mehrere Hügel findet man sich plötzlich inmitten einer spektakulären Mondlandschaft wieder. Die schroffen Felsen erstrecken sich so weit das Auge reicht und können völlig ohne befestigte Wege erforscht werden.

Der Door Trail führt durch eine atemberaubende Mondlandschaft und zählt eindeutig zu den spektakulärsten Pfaden im Badlands-Nationalpark, South Dakota, USA - © James Camel / franks-travelbox
© James Camel / franks-travelbox

Sheep Mountain Table

Eine unbefestigte Straße, die bei Regen nicht passierbar ist, führt zum Sheep Mountain Table, einem Hochplateau im Südwesten der Badlands mit den tiefsten Schluchten der Badlands. Hinter diesem Plateau schließt sich ein noch unerforschtes Gebiet an, welches sich besonders gut für abgeschiedene Wanderungen durch die Wildnis eignet.

Tipp: Die sonnige Landschaft der Badlands ist ein beliebter Aufenthaltsort für Klapperschlangen! Bei vielen Menschen ergreifen sie aufgrund der Bodenerschütterungen die Flucht, doch wenn man allein unterwegs ist, unbedingt aufpassen, wo man hintritt!

Tierwelt der Badlands

Zu den tierischen Bewohnern des Badlands-Nationalparks gehören knapp 40 Säugetier- und über 200 Vogelarten. An Huftieren findet man Bisons, Dickhornschafe, Gabelböcke und Hirsche, zu den kleineren Säugern zählen Präriehunde, Kojoten, Dachse, Luchse und Füchse. Noch zu erwähnen der Schwarzfuß-Iltis, das am stärksten bedrohte Landsäugetier in Nordamerika, welcher in den Badlands und auch im nahe gelegenen Wind Cave Nationalpark wieder angesiedelt wurde.

Weiterführende Links:

Öffnungszeiten des Badlands-Nationalparks (englisch)
Eintrittspreise des Badlands-Nationalparks (englisch)
Allgemeine Infos zum Badlands-Nationalpark vom National Park Service (englisch)