Wind Cave, South Dakota, USA

Die Wind Cave in South Dakota, USA, ist vor allem durch ihre einzigartigen, „Boxwork“ genannten Kalzitformationen bekannt - © James Camel / franks-travelbox
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Die spektakuläre Wind Cave in South Dakota mit ihren beeindruckenden Kalzit-Formationen zählt zu den längsten Höhlen der Erde und wurde als erste Höhle weltweit zum Nationalpark erklärt.

Die Wind Cave im Westen des US-Bundesstaats South Dakota zählt zu den eindrucksvollsten und außergewöhnlichsten Höhlen der Welt. Sie liegt im gleichnamigen Nationalpark eine Autostunde östlich der ebenfalls berühmten Jewel Cave und zählt mit 202km an erforschten Wegen zu den zehn längsten Höhlensystemen der Welt.

BILDER: Wind Cave

 

Boxwork und Popcorn in der Wind Cave

Die Wind Cave ist vor allem durch ihre einzigartiges „Boxwerk” genanntes Innenleben berühmt. Die Kalzit-Formationen, die nahezu die gesamten Wände der Höhle bedecken, erinnern tatsächlich an natürlich gewachsene Boxen. Die Wind Cave beherbergt schätzungsweise 95% des gesamten Boxwork-Vorkommens auf dem Planeten.

Wer in der Wind Cave die in Europa weit verbreiteten Tropfsteine erwartet, wird überrascht sein. Die Wind Cave bietet ein völlig anderes Bild und besteht statt gigantischen Höhlenkammern aus engen, niedrigen Gängen, die sich kreuz und quer durch die Landschaft ziehen und über und über mit dem fragilen Muster der Boxwork bedeckt sind. Angeblich bildet die Wind Cave das dichteste, dreidimensionale Höhlenlabyrinth der Welt.

Die feinen Strukturen, die die Wände der Wind Cave bedecken, sehen tatsächlich wie fragile Boxen aus, South Dakota, USA - © James Camel / franks-travelbox
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Das zweite Phänomen der Wind Cave ist das so genannten „Cave-Popcorn”, das unter Höhlenforschern tatsächlich so genannt wird.

Besuch der Wind Cave

Für Besucher ist im Zuge von geführten Touren nur ein Bruchteil der gesamten Wind Cave zugänglich. Ein Lift bringt Touristen tief unter die Erde, wo sich das Wunderwerk der Höhle auftut. In der Wind Cave herrscht eine konstante Temperatur von etwa 12°C, kurzärmelig wird es also etwas kühl werden.

Nach der Höhlentour wird den Besuchern noch der ursprüngliche Eingang zur Höhle vorgestellt. Kaum vorstellbar, dass durch dieses winzige Loch im Felsen einst ein Mensch passte. Hier demonstrieren die Ranger gerne, warum die Höhle Wind Cave genannt. Ein Papierstreifen, der vor den Höhleneingang gehalten wird, beginnt durch den ständigen Luftzug in den unterirdischen Gängen zu flattern. Je nachdem, ob der Luftdruck in der Höhle niedriger oder höher als außerhalb ist, „atmet” die Wind Cave ein oder aus. Aufgrund ihrer enormen Größe und den wenigen Ausgängen erreicht die Wind-Geschwindigkeit der Höhle bis zu 60km/h!

Ein Ranger demonstriert, woher die Wind Cave im westlichen South Dakota ihren Namen hat – nach innen oder außen weht ein ständiger Luftzug, USA - © James Camel / franks-travelbox
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Geschichte der Wind Cave

Die Indianer, die in den Black Hills lebten, wussten von der Höhle, betraten sie jedoch nie. Die Lakota-Indianer sprachen von einem Loch im Fels, aus dem der Wind bläst und hielten es für einen heiligen Ort, über den sie nach der Erschaffung der Welt aus der Unterwelt hervortraten.

Das dreidimensionale Höhlenlabyrinth der Wind Cave zählt gilt als das dichteste der Welt und erstreckt sich über 200km, South Dakota, USA - © James Camel / franks-travelbox
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Als Entdecker der Höhle gilt Alvin McDonald, der sich als kleiner Junger durch den damals einzigen, nur 30cm breiten Höhleneingang quetschte. Ende des 19. Jahrhunderts verbrachte er vier Jahre seines Lebens, die Wind Cave nur mit Hilfe von Seilen und Kerzen zu erforschen. Er blieb bis zu 90 Stunden in der Höhle, wobei ihm auf seinen Expeditionen immer wieder das Licht ausging und er völlig alleine im Stockdunkel festsaß und sich mühsam den Rückweg ertasten musste. Dies alles ging aus seinem Höhlen-Tagebuch hervor. Weitere Zeugnisse von Alvin sind Unterschriften, Kerzenstummel und in Zeitung eingewickelte Steine in der Höhle, die zum Teil heute noch gefunden werden.

Nachdem es keine wertvollen Mineralien oder ähnliches in der Höhle gab, wurde die Wind Cave touristisch erschlossen und im Jahr 1892 für die Öffentlichkeit freigegeben.

Damals konnte man sie – bei Kerzenschein – für einen Dollar besuchen, was für die damalige Zeit nicht günstig war.

Wind Cave Nationalpark

Als erste Höhle weltweit wurde die Wind Cave im Jahr 1903 von Präsident Roosevelt zum Nationalpark erklärt und war damals der siebente Nationalpark der USA. An der Oberfläche der Höhle steht eine der letzten Prärien der Welt unter strengem Schutz. In diesem Gebiet können sich nicht nur Präriehunde, Murmeltiere, Bisons, Wapiti-Hirsche und Pronghorn-Antilopen ausbreiten, sondern auch der Schwarzfuß-Iltis wird wieder angesiedelt. Er kommt auch im nahe gelegenen Badlands-Nationalpark vor, gilt als gefährdetstes Landsäugetier Nordamerikas und wurde 1991 schon für ausgestorben erklärt.

Die Bisonherde im Wind Cave Nationalpark ist eine von vier großen Herden, die heute noch in Nordamerika existieren (die anderen drei sind im Yellowstone-Park in Wyoming, in den Henry Mountains in Utah und auf Elk Island im kanadischen Alberta zu finden). Auf knapp 50 Kilometern an Wanderwegen kann das herrliche Naturparadies erforscht werden. In der Nähe des Besucherzentrums befindet sich ein Campingplatz mit 75 Stellplätzen.

Weiterführende Links:

Öffnungszeiten der Wind Cave (englisch)
Eintrittspreise der Wind Cave (englisch)
Allgemeine Infos zum Wind Cave Nationalpark vom National Park Service (englisch)