Wadi bani Habib, Oman

Das Baumaterial für die einfachen Häuser im schwer zugänglichen Wadi bani Habib stammen alle aus der unmittelbaren Umgebung, Oman - © FRASHO / franks-travelbox
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Die völlig aus Lehm erbauten Häuser im Wadi bani Habib sind heute vollkommen verlassen. Dennoch ist das Bergdorf im omanischen Gebirgszug Jebel Akhdar eine beliebte Touristendestination.

Das zierliche Bergdorf Wadi bani Habib liegt in der Gebirgsregion Jebel Akhdar im Norden des Oman. Es ist vollständig aus Lehm gebaut und zählte einst etwa 700 Einwohner. Das Gelände ist zu steil für den Straßenbau, der Weg nach Birkat al Mawz oder Nizwa wurde mit Eseln bewältigt und auch Strom gab es keinen.

BILDER: Wadi bani Habib

 

In den 1980er-Jahren entschlossen sich seine Bewohner, Wadi bin Habib zu verlassen und sich auf der anderen Seite des Berges anzusiedeln, wo bessere Möglichkeiten für die Infrastruktur bestehen. Heute wird das Bergdorf von keiner Menschenseele mehr bewohnt. Wie teilweise verwitterte Spielzeughäuschen schmiegen sich die Lehmhütten an die steile Flanke des Berges.

Unterwegs ins Wadi bani Habib

Das Wadi bani Habib ist vom Saiq-Plateau aus nach einer gut einstündigen Wanderung zu erreichen. Das Plateau zählt zu den schönsten Aussichtspunkten im Jebel Akhdar und kann heute von Birkat al Mawz über zahlreiche Serpentinen mit einem (am Checkpoint geforderten) 4×4-Geländewagen erklommen werden.

Die teilweise verwitterterten Lehmhütten im Wadi bani Habib schmiegen sich wie Spielzeughäuschen an die steile Flanke des Berges, Oman - © FRASHO / franks-travelbox
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Vom Parkplatz am Saiq-Plateau führen steile Treppen zum Wadi bani Habib, die allerdings von Wind und Wetter schon etwas mitgenommen sind. Vorsicht ist hier geboten! Die Stufen führen bis an den Grund des Wadis, wo es nach Süden weitergeht. Zwischen den zahlreichen Walnuss-, Pfirsich- und Granatapfelbäumen kommt man sich vor, als hätte man in der omanischen Gebirgswüste einen geheimen Garten entdeckt. Viele der Bäume und Büsche sind von den Wassermassen, die nach ergiebigen Regenfällen durch das Wadi rauschen, nahezu in die Horizontale gebogen.

Bei manchen Lehmhütten im Wadi bani Habib ist auch ihr Inneres für Besucher zugänglich, Oman - © FRASHO / franks-travelbox
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Baumeisterkunst im Wadi bani Habib

Nach dem grünen Teil des Wadis und einem natürlich gewachsenen Tunnel taucht Wadi bani Habib an der Bergflanke auf. Die umgebende Mauer des Bergdorfs kann durch ein Tor betreten werden. Dahinter ziehen sich die verlassenen Lehmhütten in verschiedenen Stadien des Verfalls den Berg hinauf. Die Kunst der omanischen Baumeister ist nach wie vor beachtlich, denn manche Wände sind scheinbar allen Gesetzen der Schwerkraft zum Trotz noch nicht eingestürzt.

Die völlig aus Lehm erbauten Häuser im Wadi bani Habib sind heute vollkommen verlassen, Oman - © FRASHO / franks-travelbox
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Wie lange man allerdings noch durch die engen Gassen des Wadi bani Habib streifen kann, hängt von den Niederschlägen ab, denn Regen und Feuchtigkeit sind Gift für jeden Lehmbau. Einige der Häuser sind bereits in sich zusammengefallen oder wurden regelrecht weggewaschen, Renovierung ist (noch) keine in Sicht.

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