Al Aqsa-Moschee in Jerusalem, Israel

Die Al Aqsa-Mochee ist nicht nur die größte Moschee Jerusalems, sondern auch die drittwichtigste islamische Pilgerstätte der Welt, Israel - © Sean Pavone / Shutterstock
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Die Jahrhunderte alte Al Aqsa-Moschee auf dem berühmten Tempelberg in Jerusalem ist nicht nur die größte Moschee der Stadt, sondern auch die drittwichtigste islamische Pilgerstätte der Welt.

Die Al Aqsa-Moschee in Israels Hauptstadt Jerusalem stellt nach der al-Haram-Moschee in Mekka und der Prophetenmoschee in Medina die drittwichtigste heilige Stätte des Islam dar. Sie liegt in der Altstadt von Jerusalem auf dem Tempelberg und ist über die berühmte Klagemauer mit dem um einiges besser bekannten Felsendom verbunden. Die gesamte Umgebung von insgesamt 14 Hektar Fläche mit weiteren kleineren Sakralbauten, Gärten und Brunnen wird im Islam als „Haram esh-Sharif“ („nobles Heiligtum“) bezeichnet und bietet hunderttausenden Gläubigen Platz.

„Al Aqsa“ bedeutet übersetzt in etwa „Ferne Kultstätte“ und geht auf die Sure der „Nachtreise“ im Koran zurück, wonach Mohammed von der heiligen Kultstätte in Mekka, Saudi-Arabien, in die ferne Kultstätte nach Jerusalem reiste. In Wahrheit gab es zu der Zeit die Al Aqsa-Moschee zwar noch nicht, als diese Stelle geschrieben wurde, der Name blieb jedoch trotzdem erhalten.

Entstehung der Al Aqsa-Moschee

Die erste Moschee am heutigen Platz der Al Aqsa ließ Kalif Umar ibn al-Chattab im Jahr 638 damals noch aus Holz errichten. Sein Nachfolger, Kalif Abd al-Malik, der 692 auch den Bau des Felsendoms abschließen ließ, erbaute die erste steinerne Al Aqsa-Moschee. Einigen ägyptischen Schriften zufolge wurde diese im Jahr 717 fertiggestellt.

Die erste steinerne Al Aqsa-Moschee in Jerusalem wurde ägyptischen Schriften zufolge im Jahr 717 fertiggestellt, Israel - © doghwithnotail / Shutterstock
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Als 1099 die Kreuzritter Jerusalem eroberten, wurde die Moschee in einen Königspalast verwandelt und ausgebaut. Nach der Entstehung eines neuen Palastes in der Nähe des Davidsturms überließ der damalige König Balduin II. 1119 einen Flügel der Moschee dem „Orden der armen Ritter Christi“, später besser bekannt als Tempelritter. 1187 wurde das Gebäude durch die Eroberung Jerusalems durch Saladin wieder zur Moschee und blieb dies gemeinsam mit dem gegenüberliegenden Felsendom und dem Tempelviertel auch nach dem erneuten Fall der Stadt an die Kreuzfahrer.

Besuch der Al Aqsa-Moschee

Die Moschee in Jerusalem darf seit einem Beschluss der israelischen Behörden, der allerdings auf Widerstand stieß, auch von Nicht-Muslimen besichtigt werden. Diese benötigen für den Einlass allerdings eine Genehmigung der WAQF, jener Behörde, die die heiligen Stätten des Islam in Israel betreut. Betritt man die Al Aqsa-Moschee als Nicht-Muslim sollte man sich darüber im Klaren sein, dass ein „Ungläubiger“ hier eher unerwünscht ist.

Der Eingang für Nicht-Muslime erfolgt durch das Bab al-Maghariba an der westlichen Mauer und ist nur zu gewissen Zeiten gestattet. In der großen Gebetshalle, die von sieben Reihen mächtiger Säulen gestützt wird, finden auf einer Fläche von 82 mal 55 Metern rund 4.000 Gläubigen Platz. Nicht-Muslime erhalten hier allerdings keinen Zutritt.

Brandanschlag auf die Al Aqsa-Moschee 1969

Saladin stiftete der Moschee damals die prunkvolle Dekoration der Mihrab (die nach Mekka gerichtete Gebetsnische) und die Minbar (Kanzel), die mit wunderschönen Intarsien aus Zedernholz geschmückt war. Beides wurde einem Brandanschlag am 21. August 1969 zerstört, der von einem australischen Touristen verübt wurde, der scheinbar an einer extremen Form des „Jerusalem-Syndroms“ litt und von religiösen Wahnvorstellungen geleitet worden war.

Der Streit um die Al Aqsa-Moschee

An der heutigen Stelle der Al Aqsa-Moschee stand zu biblischen Zeiten der Tempel Salomons, der zweite jüdische Tempel. Laut jüdischen Prophezeiungen wird der Messias wieder auf der Erde wandeln und die gesamte Welt regieren – und zwar im Tempel des Salomon in Jerusalem. Radikale jüdische Gruppen sprechen sich daher für einen Abriss der Al Aqsa-Moschee aus, damit der Tempel wieder errichtet werden kann.

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