Klagemauer in Jerusalem, Israel

Die Klagemauer in der Altstadt von Jerusalem ist für Juden eine religiöse Stätte und zählt zu den meist besuchten Orten in Israel - © SeanPavonePhoto / Fotolia
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Die Klagemauer in Jerusalem befindet sich in der Altstadt der Heiligen Stadt und gilt für die Juden als religiöse Stätte. Täglich pilgern unzählige Gläubige zur Klagemauer, um ihre Gebete zu sprechen und Zettel mit Wünschen zwischen den gewaltigen Steinblöcken zu hinterlassen.

Die Klagemauer in Jerusalem befindet sich in der Altstadt der Heiligen Stadt und gilt für die Juden als religiöse Stätte. Der Platz vor der Klagemauer zählt zu den meist besuchten Orten in Israel.

Die Klagemauer heißt in der hebräischen Übersetzung wörtlich „Westliche Mauer”, nachdem sie ursprünglich die westliche Begrenzung des zweiten Jerusalemer Tempels aus dem 6. Jahrhundert vor Christus darstellte, jedoch selbst nicht zum Tempel gehörte. Der Tempel selbst wurde 70 nach Christus von den Römern im Jüdischen Krieg zerstört, die Klagemauer, die von Herodes’ Urenkel kurz davor vollendet wurde, steht bis heute.
An Stelle des Tempels stehen heute die Al Aqsa-Moschee und der Felsendom, was Jerusalem nach Mekka und Medina zur heiligsten Stadt des Islam macht.

Die Klagemauer, wie sie heute bekannt ist, wurde nach dem Palästinakrieg Ende der 1960er Jahre geschaffen. Die knapp 50 Meter lange Mauer, die bei den Juden auch „Kotel” heißt, ist über den Platz, der nach dem Abriss des marokkanischen Stadtviertels von Jerusalem geschaffen wurde, zu erreichen. Der Platz ist jeden Tag rund um die Uhr geöffnet, es wird kein Eintritt verlangt.

Eine der heiligsten Stätten des Judentums

Täglich pilgern tausende Menschen zur Klagemauer um ihre Gebete zu sprechen. Man hat das Gefühl, die halbe Welt komme an der Klagemauer zusammen. Unzählige Nationen, Hautfarben und Sprachen bilden einen Schmelztiegel aus Gläubigen, die alle eines suchen: das Gespräch mit Gott. Manche beten stundenlang mit geschlossenen Augen, andere lesen aus der Bibel, manche berühren die Klagemauer nur kurz und gehen dann weiter. Alles ist möglich und erlaubt.

Neben den tausenden von Pilgern an der Klagemauer werden am Platz vor der Klagemauer auch immer religiöse Veranstaltungen und militärische Zeremonien abgehalten.

Vorschriften an der Klagemauer: Um auf den Platz vor der Klagemauer zu gelangen, müssen Besucher Sicherheitskontrollen mit Metalldetektoren und Röntgenapparaten passieren. Für Männer und verheiratete Frauen ist das Tragen einer Kopfbedeckung Pflicht. Auch Nichtjuden dürfen den Platz vor der Klagemauer betreten, fotografieren ist – mit Ausnahmen – erlaubt. Frauen und Männer beten an der Klagemauer übrigens getrennt voneinander.

Der Tempelberg und die Klagemauer bei Sonnenuntergang, Jerusalem, Israel - © SeanPavonePhoto / Fotolia Fotolia
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Abertausende Gebete an der Klagemauer

Zwischen den gewaltigen Steinblöcken der knapp 20 Meter hohen Mauer stecken unzählige Zettelchen mit Gebeten, Sprüchen und geheimen Wünschen der Besucher. Die Schriftworte in den Ritzen der Klagemauer sind für die Juden ein Symbol für den ewigen Bund mit Gott. Die Überreste der abertausenden an Zetteln werden übrigens zweimal im Jahr entfernt und am Ölberg begraben.

Die Klagemauer im Internet: Wer ein Gebet in einer Spalte der Klagemauer hinterlassen möchte, muss nicht unbedingt nach Jerusalem reisen. In Zeiten der modernen Kommunikationstechnologie bietet der Rabbi Schmuel Rabinowitz an, Gebete, die ihn per Post, Mail oder Fax erreichen, in der Mauer zu hinterlassen.