St. Adalbert-Kathedrale in Esztergom, Ungarn

Die St. Adalbert Kathedrale in der ungarischen Stadt Esztergom an der nördlichen Grenze zur Slowakei ist die größte Kirche Ungarns - © Andrea Seemann / Fotolia
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Die St. Adalbert-Kathedrale in Esztergom im Norden Ungarns ist die größte Kirche und katholisches Zentrum des Landes. Besonders beeindruckend sind ihre gewaltige Orgel und das weltweit größte Gemälde über dem Altar.

Die St. Adalbert Kathedrale in der ungarischen Stadt Esztergom an der nördlichen Grenze zur Slowakei ist die größte Kirche Ungarns und befindet sich unter den 20 größten Kirchen der Welt auf Platz 18.

Der eindrucksvolle Sakralbau ist der Gottesmutter und dem heiligen Adalbert von Prag geweiht und heißt daher mit vollem Namen „Kathedrale Unserer Lieben Frau und des heiligen Adalbert”. Esztergom war früher die Hauptstadt Ungarns, heute ist die St. Adalbert Kathedrale die Kathedralkirche des römisch-katholischen Erzbistums Esztergom-Budapest.

Geschichte der St. Adalbert-Kathedrale

Die ursprüngliche Kathedrale wurde ab dem Jahr 1001 durch König Stephan I., den ersten christlichen König Ungarns errichtet, nach dem auch die St. Stephans-Basilika in Budapest benannt ist. Nachdem sie im 12. Jahrhundert durch ein Großfeuer zerstört wurde, wurde sie wieder aufgebaut und unter König Wenzel III. zu Anfang des 14. Jahrhunderts zur Bischofskirche ernannt, worauf hin sie renoviert und in den darauffolgenden Jahrhunderten regelmäßig ausgebaut und verschönert wurde. Auch die zweitwichtigste Bibliothek Ungarns, nach jener in der Benediktinerabtei Pannonhalma, war in der St. Adalbert-Kathedrale untergebracht.

1543 fiel die Basilika von Esztergom den Türken zum Opfer und wurde erst 1820 unter Bischof Sándor Rudnay im klassizistischen Stil wieder aufgebaut. Die Bauleitung wurde nach der Ermordung des ersten Architekten János Packh von József Hild übernommen, der auch den Bau der St. Stephans-Basilika in Budapest begann. Damals erhielt sie den Status der Mutterkirche des Landes und wurde somit zum katholischen Zentrum Ungarns. Zur Einweihung am 31. August 1856 komponiert Franz Liszt die „Graner Messe”.

Die gewaltige St. Adalbert-Kathedrale an den Ufern der Donau erscheint schon von weitem als mächtiges Bauwerk, Ungarn - © wira91 / Fotolia
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Mächtiges Erscheinungsbild der St. Adalbert-Kathedrale

Die gewaltige St. Adalbert-Kathedrale an den Ufern der Donau erscheint schon von weitem als mächtiges Bauwerk. Der Portikus, der mit seinen Säulen und dem dreieckigen Giebeldach an die griechische Antike erinnert, wird von zwei monumentalen Glockentürmen flankiert. Dahinter erhebt sich die imposante, 100m hohe Kuppel, die einen Durchmesser von 33,5m misst und ebenfalls von einem Kreis aus Säulen gestützt wird.

Im Inneren der Kathedrale werden die gewaltigen Ausmaße des Sakralbaus erst so richtig deutlich. Das Kirchenschiff ist knapp 120m lang und knapp 50m breit und umfasst eine Fläche von 5.600m2. Legt man den Kopf in den Nacken klettert der Blick über 70m nach oben, bis er an die reich verzierte Decke stößt.

Größtes Gemälde der Welt

Ebenfalls gewaltig ist das Altarbild des italienischen Künstlers Michelangelo Grigoletti, welches die Aufnahme der Mutter Maria in den Himmel darstellt. Mit einer Größe von 13,5 mal 6,5m ist es das größte Gemälde, das je auf einem Stück Leinwand geschaffen wurde.

Weitere Meisterwerke sind die malerische italienische Kapelle des Tamás Bakózc aus dem frühen 16. Jahrhundert, in der der ungarische Kardinal und Politiker inmitten von beispielloser Renaissance-Kunst aus rotem Marmor bestattet ist, und die gewaltige Orgel, die vom Salzburger Orgelbaumeister Ludwig Mooser im Jahr 1856 fertiggestellt wurde. Nach dem Zweiten Weltkrieg musste die Orgel großzügig saniert werden. Heute ist sie nach dem Stephansdom im deutschen Passau und dem Mailänder Dom in Italien die drittgrößte Orgel Europas. Die Größe der 3.350 Orgelpfeifen reicht von 7mm bis zu 11m. Ihren spektakulären Klang verdankt das prachtvolle Instrument ihren 147 Registern und 38 Stimmen und natürlich nicht zuletzt der einzigartigen Akustik innerhalb der Kathedrale. Eine Messe zu besuchen lohnt sich alleine schon wegen des fantastischen Halls.

In der altägyptisch gestalteten Krypta ruhen die Erzbischöfe des Erzbistums Esztergom-Budapest, sowie der dezidierte Kommunismus-Gegner József Mindszenty, dessen Grab zur Pilgerstätte wurde. In der Schatzkammer der Basilika sind die wertvollsten Kirchenschätze Ungarns zu finden, darunter das Kreuz des Königs Matthias, der mit kostbaren Edelsteinen geschmückte Suky-Kelch, Messgewänder, Goldschmiede-Kunst und Hornpokale.

Weiterführende Links:

Offizielle Website der St. Adalbert-Kathedrale in Esztergom mit Preise und Öffnungszeiten (englisch)