Balaton (Plattensee), Ungarn

Der Balaton, im deutschsprachigen Raum besser als „Plattensee“ bekannt, befindet sich im Westen Ungarns und ist der größte Binnensee Mitteleuropas - © Botond Horvath / Shutterstock
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Der Balaton, im deutschsprachigen Raum besser als „Plattensee“ bekannt, befindet sich im Westen Ungarns und ist der größte Binnensee Mitteleuropas. Neben der Hauptstadt Budapest sind die Strände des Plattensees und seine faszinierende Natur die wichtigste Touristenattraktion Ungarns.

Der Balaton, im deutschsprachigen Raum besser als „Plattensee” bekannt, befindet sich im Westen Ungarns und ist mit einer Fläche von knapp 600km2 der größte Binnensee und neben dem Neusiedlersee im österreichischen Burgenland einer der bedeutendsten Steppenseen in Mittel- und Westeuropa. Neben der Hauptstadt Budapest sind die Strände des Plattensees und seine faszinierende Natur die wichtigste Sehenswürdigkeit Ungarns.

BILDER: Balaton (Plattensee)

 

Der Plattensee ist von Nordosten nach Südwesten 75km lang und umfasst insgesamt eine Uferlänge von etwa 200km. Dank seiner geringen Tiefe von durchschnittlich nur drei Meter kann der Plattensee vor allem im Sommer mit angenehmen Badewannentemperaturen von bis zu 27°C aufwarten. Da ist es kein Wunder, dass der Plattensee sowohl bei den Ungarn als auch bei Touristen als Urlaubsdestination oder für Badeausflüge äußerst beliebt ist.

Die tiefste Stelle des langgezogenen Sees befindet sich mit 12m in der Nähe der Halbinsel Tihany, die mit 14km auch gleichzeitig die schmalste Stelle des Sees ist und mittels Fähre dem Autoverkehr eine Überquerung ermöglicht.

Rund um den Plattensee in Ungarn können Urlaubsstimmung, Badespaß und die fantastische Landschaft genossen werden - © hofhauser / Shutterstock
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Südufer des Balaton

Im Norden des Plattensees ragen die Gipfel des Dolomit-Hochlandes in den Himmel, die vom Südufer aus besonders schön zu sehen sind und am Abend wohl einen der spektakulärsten Sonnenuntergänge Europas bieten. Am südlichen Teil des Plattensees ist das Wasser eher seicht, an einigen Stellen kann man mehrere hundert Schritte in den See hineinlaufen und hat immer noch den Grund unter den Füßen. Die Liegewiesen an seinen Südufern eignen sich daher am besten für Familien mit kleinen Kindern. Die Ruhe des Hinterlandes, die vielen Sportmöglichkeiten und die familiäre Atmosphäre haben sich viele Siedlungen zu nutze gemacht, die dank des regen Fremdenverkehrs am Plattensee bestens gedeihen und teilweise zusammengewachsen sind. Die größten Feriendestinationen am Südufer sind Balatonlelle, Balatonboglár, Fonyód und Siofók.

Nordufer des Balaton

Doch auch das Nordufer des Plattensees hat einiges zu bieten. Die Gegend zwischen Balatonalmadi und Badacsonyörs wird auch die „Balatoner Riviera” genannt, die vor allem im Frühjahr in den prächtigen Farben der Obst- und Mandelbaumblüte erstrahlt. Durch das fast schon mediterrane Klima, das die Sommersonne den Nordhängen beschert, wachsen hier nicht nur Mandel-, sondern auch Feigen- und Granatapfelbäume. An den steileren Hängen wächst der Badacsony Wein, den zu kosten bei einem Besuch am Plattensee eindeutig Pflicht ist.

Die Gegend um Badacsonyörs am Plattensee in Ungarn wird auch "Balatoner Riviera" genannt und ist berühmt für ihren Badacsony-Wein - © pgaborphotos / Shutterstock
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Apropos kosten: Der Balaton ist für seinen hohen Fischreichtum bekannt. Neben Aal, Hecht, Karpfen, Wels und anderen ist vor allem der Zander der „König des Balaton”. Die köstlichen Fische ziehen dabei nicht nur Gourmets, sondern auch Berufs- und Hobbyangler an die Ufer des Plattensees.

Fischen ist übrigens nicht die einzige Sportart, die am Plattensee ausgeübt werden kann. Am Nordufer ist das Wasser tiefer als im Süden und daher gut für Tauchausflüge geeignet. Tauchausrüstung kann vor Ort ausgeliehen werden. Der Plattensee ist außerdem das wichtigste Segelgebiet Ungarns und Sitz vieler Yachtclubs.

Der Plattensee ist außerdem das wichtigste Segelgebiet Ungarns und Sitz vieler Yachtclubs - © Botond Horvath / Shutterstock
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Segelboote können zum Beispiel beim Jollen-Verleih auf Tihany ausgeliehen werden, das Befahren des Plattensees mit Motorbooten ist übrigens untersagt. Neben einigen Segelschulen gibt es auch ein paar Surfschulen am Plattensee, wobei die windreichsten Monate April, Mai, September und Oktober sind. Im Juli und August ist der Wind auch für Anfänger geeignet. Rund um den See können Urlaubsstimmung, Badespaß und die fantastische Landschaft auch mit dem Fahrrad oder hoch zu Ross genossen werden. Auch die weitläufigen Wiesen um den Balaton sind für Rad- oder Reitausflüge nahezu geschaffen.

Balaton-Oberland Nationalpark

Nahezu das gesamte Ufer des Plattensee ist mit einem bis zu mehreren hundert Metern breiten Schilfgürtel umgeben, in dem eine Vielzahl an Vögeln ungestört nisten kann. Über 250 Vogelarten leben im Einzugsgebiet des Plattensees, darunter mehrere bedrohte Arten wie zum Beispiel der Schwarzstorch, die Waldohreule, der Kormoran und mehrere Reiher- und Löfflerarten. Neben den Gefiederten bevölkern auch noch 1.000 verschiedene Insektenarten die Lüfte um den Plattensee, darunter 800 Schmetterlingsarten.

Im Einzugsgebiet des Plattensees im Westen von Ungarn leben über 250 Vogelarten, die im dichten Schilf ungestört nisten können - © Botond Horvath / Shutterstock
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Um diese prachtvolle Tier- und Pflanzenvielfalt zu schützen, ist der Plattensee Teil des 1997 gegründeten Balaton-Oberland Nationalparks. Mit einer Fläche von 56.000 Hektar umfasst er die Halbinsel Tihany bis zum Moor am Kis-Balaton („Kleiner Plattensee”). Der Kis-Balaton war früher eine Bucht des Plattensees, wurde jedoch durch menschliche Eingriffe Anfang des 19. Jahrhundert vom See getrennt. Das weitläufige Sumpfgebiet war dadurch stark bedroht und schrumpfte auf nur einen halben Quadratkilometer zusammen. Heute ist der Kis-Balaton wieder 22km lang und dient vor allem Fischen, Vögeln und Reptilien als streng geschützter Rückzugsort. 1.400 Hektar davon dürfen nur in Begleitung eines fachkundigen Führers betreten werden.

Büffelreservat am Balaton

Frei betreten werden darf hingegen das eindrucksvolle Büffelreservat am Kis-Balaton. Früher wurden die Büffel, eine der ältesten ungarischen Tierrassen, als Arbeits- und Nutztiere gehalten. Im Zuge der Industrialisierung wurden sie jedoch von den Landmaschinen verdrängt und dienen heute noch als Touristenattraktion. Im Reservat leben an die 100 Tiere, einige der dort geborenen Exemplare wurden bereits in die ungarische Puszta ausgesiedelt. Im Ausstellungszentrum erfahren Besucher alles über die frühere Haltung der Büffel und das historische landwirtschaftliche Leben am Kis-Balaton.

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