Wikingersiedlungen Birka und Hovgarden in Ekerö, Schweden

Am höchsten Punkt der Wikingersiedlung Birka wurde das Ansgar-Kreuz errichtet, ein Denkmal an den Mönch, der die Wikinger zu christianisieren versuchte, Schweden - © tantmajsan / Fotolia
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Die schwedische Wikingersiedlung Birka und der ehemalige Königssitz Hovgarden befinden sich auf den Inseln Björkö und Adelsön nahe Stockholm. Sehenswert sind vor allem die 3.000 Hügelgräber und die Rekonstruktion von Wohnhäusern und Booten aus der Wikingerzeit.

Die schwedische Wikingersiedlung Birka und der ehemalige Königssitz Hovgarden befinden sich auf den zur Gemeinde Ekerö gehörigen Inseln Björkö und Adelsön. Umgeben vom Mälaren-See, Schwedens drittgrößtem See, und etwa 50km vom Zentrum Stockholms entfernt war die Handelsstadt Birka eine der ersten Städte Schwedens und einst einer der wichtigsten Warenumschlagsplätze ganz Skandinaviens. Seine Blüte erlebte Birka zwischen dem 8. und 10. Jahrhundert nach Christus, als die Wikinger ihre größte wirtschaftliche und politische Expansionsphase durchlebten.

Damals war der Mälarensee noch eine Bucht der Ostsee, was den Wikingern den Handel mit Gütern aus aller Welt erleichterte. Westeuropa, Russland, das oströmische Reich Byzanz und Arabien zählten zu den Kunden der Wikinger, deren Schiffe die Waren von Land zu Land transportierten.

Aus ungeklärtem Grund wurde Birka im 10 Jahrhundert nach Christus verlassen und dem Verfall preisgegeben. Eine Theorie ist die Austrocknung des Mälaren, wodurch zumindest für große Schiffe der Zugang zur Ostsee versperrt war. Forscher vermuten, dass die Rolle Birkas als Handelszentrum von der von Anfang an christlichen Stadt Sigtuna übernommen wurde, die heute als Schwedens erste noch bestehende Stadt gilt.

Aufgrund seiner hohen Bedeutung für die Erforschung der Handelswege der Wikinger vor über 1.000 Jahren wurden die beiden ehemaligen Siedlungen Birka und Hovgarden 1993 in die Liste des UNESCO-Welkulturerbes eingetragen.

Unterwegs in Birka und Hovgarden

Heute gibt es in Birka ein Freilichtmuseum mit rekonstruierten Wohnhäusern und Booten, wie sie die Wikinger verwendet haben. Von damals sind einige Überreste der Wikingersiedlungen original erhalten geblieben, so zum Beispiel mächtige Befestigungsanlagen und an die 3.000 Grabhügel, die Birka auch den Spitznamen „Stadt der Toten” einbrachten. Schmuck und Seide als Grabbeigen waren ein weiterer Hinweis auf den Handel mit Asien.

Auf dem höchsten Punkt der Insel wurde das Ansgar-Kreuz errichtet, ein Denkmal an den gleichnamigen Mönch, der die Wikinger um Anfang des 9. Jahrhunderts zu christianisieren versuchte. Allerdings mit wenige Erfolg. In Birka wurde zwar die erste Kirche Skandinaviens geweiht, doch nur einige wenige Einwohner ließen sich taufen. Seine Berichte von den seinen Missionsreisen in den Jahren 830 und 853 wurden in den 1870er Jahren durch Ausgrabungen belegt.

In Birka befindet sich auch ein kleines Museum, in dem mehrsprachige Führungen angeboten werden. Dort wurde die Stadt Birka, wie sie ausgesehen haben könnte, als Modell rekonstruiert. Die meisten Fundstücke aus der Wikingerzeit sind jedoch im Historischen Museum und im Königlichen Münzkabinett in Stockholm zu sehen. Im Sommer kann man Archäologen beim Bau von Häusern und Booten und anderen Handwerken der Wikingerzeit beobachten. In der warmen Jahreszeit lockt vor allem auch die wunderschöne landschaftliche Umgebung Björkös.

Im Gegensatz zu Birka wurde Hovgarden auch nach dem allmählichen Untergang von Birka noch als Königssitz der Wikinger genutzt. Für die heutigen Besucher zeugt ein reich verzierter Runenstein von den damaligen Bewohnern.

Anreise nach Birka und Hovgarden

Vom Stadshuset in Stockholm aus kann man sowohl Adelsön als auch Björkö erreichen. Eine Alternative ist die Reise mit dem Auto nach Adelsön und die anschließende Überquerung nach Björkö mit der Fähre.