Österreichische Nationalbibliothek in Wien, Österreich

Eingangsportal zur Neuen Burg in der Wiener Hofburg, in der sich zahlreiche Museen und die österreichische Nationalbibliothek befinden - © FRASHO / franks-travelbox
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Die architektonisch eindrucksvolle Hofbibliothek in Wien enthält in vier verschiedenen Sälen die größten literarischen Schätze des Landes, darunter tausende Schriften von Martin Luther oder das größte Globenmuseum der Welt.

Die Nationalbibliothek in der Wiener Hofburg ist der künstlerisch bedeutendste Teil der ehemaligen kaiserlichen Residenz in Wien und wurde im 18. Jahrhundert von Kaiser Karl VI. in Auftrag gegeben.

Das ursprüngliche Gebäude der Hofbibliothek, in dem sich heute der eindrucksvolle Prunksaal befindet, wurde vom Hofarchitekten Johann Bernhard Fischer von Erlach geplant, der auch das prachtvolle Schloss Schönbrunn entwarf. Ursprünglich als freistehendes Gebäude konzipiert, ist der Flügel heute Teil des Gesamtkomplexes der Hofburg, der sich am Josefsplatz befindet, der zu den schönsten Plätzen Wiens zählt. Die Fertigstellung des Gebäudes der heutigen Hofbibliothek erfolgte im Jahr 1735 von Fischer von Erlachs Sohn Joseph Emanuel.

Heute beherbergt die Nationalbibliothek in insgesamt drei Bereichen der eindrucksvollen Hofburg an der Wiener Ringstraße die wichtigsten literarischen und dokumentarischen Schätze des Landes und ist auch architektonisch von immenser Bedeutung.

Eingang am Josefsplatz – Prunksaal der Nationalbibliothek

Hinter dem Haupteingang am Josefsplatz verbirgt sich der imposante Prunksaal der Hofbibliothek, die nicht nur die größte Barockbibliothek Europas ist, sondern auch zu den schönsten und eindrucksvollsten Bibliotheken der Welt zählt. Der spektakuläre Saal ist knapp 80 Meter lang und 20 Meter hoch. Heute beherbergt der imposante Prunksaal der Hofbibliothek die Büchersammlung von Prinz Eugen von Savoyen, die allein 15.000 Bände umfasst, und eine der weltweit größten Sammlungen von Martin Luthers Reformationsschriften. Insgesamt sind im Prunksaal der Nationalbibliothek an die 200.000 literarische Werke ausgestellt. Als Schmuck des Prunksaals dienen kunstvolle Kaiserstandbilder von Paul Strudel und ein eindrucksvolles Kuppelfresko von Daniel Gran aus dem Jahr 1730. Zwei Globen, deren Durchmesser über einen Meter misst, geben bereits einen Vorgeschmack auf das Globenmuseum in der Herrengasse, das ebenfalls Teil der Nationalbibliothek ist.

Eingang am Heldenplatz – Papyrusmuseum

Das Papyrusmuseum der Wiener Nationalbibliothek befindet sich linken Flügel der so genannten „Neuen Burg“ der Hofburg und ist über den Haupteingang am Heldenplatz zu erreichen. Das „Museum der Kulturen in Ägypten“ präsentiert auf eindrucksvolle Weise Jahrtausende alte Schriftrollen der alten Ägypter, die in die Bereiche „Medizin“, „Magie“ und „Totenkult“ eingeteilt sind und von Abwehrzauber gegen Krankheiten bis zu Pachtverträgen reichen. Mit 180.000 Dokumenten zählt die Papyrussammlung zu den weltgrößten ihrer Art und zählt seit 2001 zum Weltdokumentenerbe der UNESCO.

Herrengasse – Esperanto-Museum im Palais Mollard

Ein Museum über die geplante Weltsprache darf in der österreichischen Nationalbibliothek natürlich auch nicht fehlen. Das Esperanto-Museum wurde im Jahr 1929 eröffnet und enthält heute 35.000 Bände, 2.500 Zeitschriftenartikel, 5.000 Manuskripte, 40.000 Flugschriften, 22.000 Fotos, 1.200 Plakate und 3.000 weitere Objekte. 1990 wurde die Bibliothek des Esperanto-Museums unter der Bezeichnung „Sammlung für Plansprachen“ zusammengefasst. Neben den zahlreichen Ausstellungsstücken informiert das Museum auch über die Geschichte des Esperanto und beleuchtet den Zusammenhang zwischen Mensch und Sprache. Besonders unterhaltsam sind der Grammatik-Lern-Automat anhand eines Pacman-Spiels oder die Einführung in die Star Trek-Sprache Klingonisch.

Herrengasse – Globenmuseum im Palais Mollard

Das Globenmuseum der österreichischen Nationalbibliothek ist das einzige Museum der Welt, das sich ausschließlich mit Karten und Globen beschäftigt. Es wurde im Jahr 1956 eröffnet, die ersten Globen in der Hofbibliothek ließen sich allerdings schon im 16. Jahrhundert nachweisen. Viele der prachtvollen Ausstellungsstücke sind mehrere hundert Jahre alt. Mit knapp 300.000 Karten, 100 Reliefs, 700 Globen und 83.000 Atlanten in allen Größen und Varianten können sich Geographie-Interessierte nirgendwo sonst auf der Welt derart detailliert mit der Materie auseinandersetzen.

Weiterführende Links:

Offizielle Website der Nationalbibliothek in der Wiener Hofburg
Öffnungszeiten und Eintrittspreise der Nationalbibliothek in der Wiener Hofburg
Lageplan der Hofbibliothek in und um die Hofburg