Ephesos, Türkei

Die Ruinenstadt Ephesos nahe der Westküste der Türkei war in der Antike mit etwa 200.000 Einwohnern eine der bedeutendsten griechischen Städte Kleinasiens, Türkei - © Silke Stenger / Fotolia
© Silke Stenger / Fotolia

Ephesos liegt im Westen der Türkei und war einst eine der bedeutendsten Hafenstädte des Römischen Reiches. Bis heute sind beeindruckende Überreste vorhanden. Der Artemis-Tempel von Ephesos zählt zu den Sieben Weltwundern der Antike.

Die heutige Ruinenstadt Ephesos nahe der Westküste der Türkei ca. 70km südlich von Izmir war in der Antike mit etwa 200.000 Einwohnern eine der bedeutendsten und ältesten griechischen Städte Kleinasiens. Fundstücke aus Ephesos finden sich nicht nur an der Ausgrabungsstätte selbst sondern auch in Museen in Izmir, Istanbul und Wien. Damals lag die Stadt direkt am Meer, mittlerweile ist sie mehrere Kilometer ins Landesinnere gewandert. Die Ausgrabung begannen in den 1960er Jahren unter der Leitung österreichischer Archäologen. Bis jetzt wurde etwa ein Fünftel des Areals freigelegt und restauriert.

Ephesos – ein Gruß aus der Antike

Die Ruinen der hinter Rom und Alexandria größten Metropole des Römischen Reiches lassen mit viel Phantasie auf das damals rege Hafentreiben schließen. Neben unzähligen Felsen im Gras und zu niedrigen Mauern übereinander geschichteten groben Steinblöcken findet man auch spektakuläre Überreste wie freistehende Säulen, Türme und Rundbögen, ja sogar ganze Fassaden sind teilweise noch erhalten und zeugen vom damaligen Glanz von Ephesos. Öffentliche Toiletten dienten damals auch als Ort der Kommunikation, in der Celsus-Bibliothek, von der die Fassade und die schmucken Statuen noch erhalten sind, wurden auf drei Stockwerken um die 12.000 Papyrusrollen aufbewahrt.

Ruinenstadt Ephesus: Kuretenstraße, Hadrian Tempel und Celsus Bibliothek, Türkei - © Friedrich Nölle / Fotolia
© Friedrich Nölle / Fotolia

Highlights von Ephesos

Wandelt man durch dieses riesige Areal der schönsten antiken Bauwerke der Welt, in der die Zeit stehen geblieben zu sein scheint, hört man beinahe noch die Hufe auf den Pflastersteinen klappern und die Marktschreier ihre Waren anpreisen. Apropos Waren: Im Archäologischen Museum kann man die legendäre vielbrüstige „Artemis von Ephesos”, die als Göttin der Fruchtbarkeit galt (und im Übrigen nichts mit der griechischen Artemis gemein hatte) und den aus kostbarem Schmuck bestehenden Schatz der Artemis bestaunen. Nimmt man eine kleine Statuette aus dem Museumsshop mit nach hause, setzt man eine alte Tradition fort. Auch früher erhielten Pilger eine Miniaturausgabe der Artemis mit auf den Heimweg.

Tipp: Das Areal ist riesig, man sollte auf einen längeren Fußmarsch eingestellt sein und genug zu trinken sowie eine Kopfbedeckung mitnehmen, da es kaum Schatten gibt. Idealer Ausgangspunkt für die Erkundung ist das magnesische Tor.

Artemis-Tempel

Unumstrittenes Highlight in Ephesos ist der Artemis-Tempel, auch Artemision genannt. Er zählt zu den Sieben Weltwundern des Altertums. Der prächtige Tempel wurde erstmals 580 vor Christus errichtet und ca. 200 Jahre später nach einem Brandanschlag wieder aufgebaut. Die Ruinen lassen erahnen, dass dieses Meisterwerk antiker Baukunst von über 100 Säulen von fast 20m Höhe gehalten wurde. Die Säulen aus weißem Marmor waren wahrscheinlich vergoldet und auch im Inneren lassen Funde auf kunstvolle Malereien und silberne Statuen schließen, die heute leider zum Großteil dem sumpfigen Boden zum Opfer gefallen sind. Lediglich eine Säule und einige Steinbrocken sind noch zu sehen. Große Teile des Areals stehen die meiste Zeit unter Wasser.

Hadrian-Tempel

Neben dem Artemis-Tempel ist auch der besser erhaltene Hadrian-Tempel sowie das Amphitheater äußerst sehenswert. Von der obersten Reihe des Theaters, das 24.000 Zuschauern Platz bot, kann man den imposanten Anblick über das Gelände von Ephesos bis zum Meer genießen.

Verbindung zum Christentum: Auch Maria, die Mutter Jesu, verbrachte angeblich ihre letzten Lebensjahre in Ephesos. Ein Gebäude 6km von den Ruinen entfernt wurde von Papst Benedikt XVI. zu ihrer Sterbestätte erklärt und damit zum Wallfahrtsort.