Diokletianspalast in Split, Kroatien

Gemeinsam mit dem historischen Zentrum von Split zählt der Diokletianspalast seit 1979 zum Weltkulturerbe der UNESCO, Kroatien - © FRASHO / franks-travelbox
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Der fast 2.000 Jahre alte Diokletianspalast in der kroatischen Stadt Split wurde einst als Alterswohnsitz für den römischen Herrscher errichtet. Seine außerordentlich gut erhaltenen Gebäude bilden heute das Herzstück der Altstadt von Split.

Der berühmte Diokletianspalast bildet das Zentrum der Altstadt von Split. Er war der Same, aus dem Split entstanden ist, die Stadt entwickelte sich vor 1.700 Jahren innerhalb seiner Mauern. Gemeinsam mit dem historischen Zentrum von Split zählt der Diokletianspalast seit 1979 zum Weltkulturerbe der UNESCO.

BILDER: Diokletianspalast in Split

Entstehung des Diokletianspalastes

Der Diokletianspalast wurde in der Rekordzeit von 295 bis 305 als Alterswohnsitz für den römischen Kaiser Diokletian errichtet. Der Palast ist eine gekonnte Mischung aus Luxus-Villa und Militärlager mit dicken Mauern, einer Quer- und einer Längsstraße und vier imposanten Ecktürmen. Die strategische Lage im Zentrum des römischen Reiches wurde dabei nicht zufällig gewählt. Bis zu 9.000 Menschen wohnten einst im Diokletianspalast, im Süden lagen die Gemächer des Königs, im Norden die Lager der Diener und Soldaten.

Blick über das Meer auf die Südseite des Diokletianspalastes in Split, Kroatien - © FRASHO / franks-travelbox
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Im Lauf der Jahrhunderte wurde der Diokletianspalast von den verschiedensten Völkern verändert, die Byzantiner, Venezier und schließlich die Österreicher hatten jedoch genug Respekt vor dem altehrwürdigen Gemäuer, um es nicht zu sehr zu beschädigen. Daher ist der Diokletianspalast bis heute noch extrem gut erhalten. Mit einer Fläche von 40.000m2 nimmt der Palast heute nahezu die Hälfte der gesamten Altstadt von Split ein. Bei einem Spaziergang durch den Diokletianspalast kommt man durch Säulengänge und an zahlreichen sehenswerten venezianischen und romanischen Bauten vorbei.

Stadttore des Diokletianspalastes

Die knapp 20m hohen turmbewehrten Mauern sind mit ihren imposanten Stadttoren heute noch gut auszumachen. Der Diokletianspalast kann durch ein Seetor im Süden und drei Landtore im Norden, Osten und Westen betreten werden. Die vier Toren tragen alle metallene Namen : Porta Aurea – Goldtor, Porta Argentea – Silbertor, Porta Ferrea – Eisentor und Porta Aenea – Kupfertor.

Die Fassade des Goldtores des Diokletianspalastes im Norden ist reich verziert, Split, Kroatien - © FRASHO / franks-travelbox
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Porta Aurea – Goldtor

Das Goldtor im Norden ist am schönsten von allen gestaltet, da es früher als Haupteingang zum Palast diente. Hier endete die Straße von Salona nach Split. Die achteckigen Türme, die es einst flankierten, sind zwar verschwunden, beim Eisentor im Westen sind sie jedoch noch halbwegs gut erhalten.

Porta Argentea – Silbertor

Am Silbertor im Osten herrscht täglich Marktlärm, wenn am Fischmarkt nicht nur Fisch, sondern auch Obst, Gemüse, Schnaps und Souvenirs feilgeboten werden. Gleich gegenüber dem Silbertor steht die Kirche Sveti Dominik aus dem 17. Jahrhundert.

Porta Aenea – Kupfertor

Durch das eher schlicht gehaltene Kupfertor im Süden gelangt man auf die Riva, die malerische Hafenpromenade von Split.

Kathedrale Sveti Duje

Die Kathedrale des Heiligen Domnius wurde im Jahr 313 als Mausoleum für den Kaiser errichtet. Im 6. Jahrhundert wurde der Sarkophag des Kaisers, der viele Christen ermorden ließ, rituell zerstört und sein Grabmal in eine katholische Kirche umgewandelt, die seither als älteste katholische Kathedrale gilt. Von ihrem knapp 60m hohen Glockenturm tut sich ein atemberaubender Blick über Split auf.

Die eindrucksvolle Kathedrale Sveti Duje dominiert die der Spliter Altstadt, Kroatien - © FRASHO / franks-travelbox
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Podrumi (Keller) und Peristyl

Ebenso wie hoch hinaus geht es im Diokletianspalast tief hinunter, in die Podrumi, wörtlich übersetzt „Keller”. Diese teilweise überraschend hohen Gänge führen am Kupfertor unter den Palast heute an zahlreichen Souvenirständen vorbei.

BILDER: Diokletianspalast, Kellergewölbe

 

Säulenhof Peristyl

Beim Peristyl, früher der Zugang zu den kaiserlichen Wohnräumen, kommen die unterirdischen Gänge wieder ans Tageslicht. Auch die Kathedrale Sveti Duje und drei Tempel im Westen des Palastes, von denen heute nur noch der Jupiter-Tempel (die Taufkapelle des Johannes) erhalten ist, konnten über die Podrumi erreicht werden.

Vor der herrlichen Kulisse des beeindruckenden Säulenhofs Peristyl empfing der Kaiser früher seine Staatsgäste, Split, Kroatien - © FRASHO / franks-travelbox
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Vor der herrlichen Kulisse dieses beeindruckenden Säulenhofs empfing der Kaiser früher seine Staatsgäste. Heute beherbergt das Peristyl einige Cafés und wird für Konzerte und andere kulturelle Veranstaltungen verwendet.

Ebenfalls bemerkenswert ist die Sphinx aus Granit, die am Peristyl zu sehen ist. Sie stammt original von der Stätte des Pharaohs Thutmosis III. aus Ägypten und ist unglaubliche 3.500 Jahre alt. Ursprünglich waren es vier Sphingen an der Zahl, die die letzte Ruhe des Kaisers bewachen sollten. Eine befindet sich im Stadtmuseum, eine ist ganz verschwunden und die vierte befindet sich – allerdings ohne Kopf – vor dem Jupitertempel.