Kurfürstendamm in Berlin, Deutschland

Am Kurfürstendamms und in den Nebenstraßen des Ku'damm, wie ihn die Berliner nennen, stößt man auf Wohnungen, die wohl zu den teuersten von ganz Berlin zählen, Deutschland - © jan kranendonk / Shutterstock
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Zwischen dem Breitscheidplatz und Halensee liegt der 3,5km lange Kurfürstendamm, Berlins Bummelmeile Nummer eins und eine der berühmtesten Straßen der Welt.

Auf dem prachtvollen Boulevard in Berlins Zentrum finden sich heute viele Geschäfte, die zu einem großen Teil auch Nobel-Marken anbieten, sowie eine Vielzahl an Cafés. Berliner sowie Touristen lieben es, die Shoppingmeile entlang zu flanieren oder in einem der unzähligen Lokale eine kleine Stärkung zu sich zu nehmen.

In den Nebenstraßen des Kurfürstendamms, oder auch Ku’damm, wie ihn die Berliner nennen, stößt man auf vornehme Wohnungen, die wohl zu den teuersten von ganz Berlin zählen. In der Adventszeit funkelt am Kurfürstendamm die längste Weihnachtsbeleuchtung der Welt mit den zahlreichen Weihnachtsmärkten von Berlin um die Wette.

Geschichte des Kurfürstendamms

Der Kurfürstendamm war jedoch nicht immer eine Shoppingmeile, sondern zu Anfang eine ganz gewöhnliche Verkehrsstraße. Im 16. Jahrhundert ließ Kurfürst Joachim II das Jagdschloss „Zum gruenen Wald” im Grunewald bauen, und der Kurfürstendamm wurde daraufhin als Verbindungsstraße zwischen diesem Schloss und dem Berliner Stadtschloss angelegt. Gute hundert Jahre später war dieser Weg zum ersten Mal als „Churfürstendamm” auf einer Karte verzeichnet.

Strassenschild vom Kurfürstendamm in Berlin, Deutschland - © spuno / Fotolia
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Im späten 19. Jahrhundert ließ der damalige Reichskanzler Otto von Bismarck den Kurfürstendamm nach dem Vorbild der französischen Champs Élysées ausbauen und machte ihn damit zum Boulevard. Mit stattlichen 53 Metern ist er heute halb so breit wie sein Idol in Paris. Schon kurze Zeit später, im Jahr 1886, wurde die Dampfstraßenbahnlinie Zoo-Kurfürstendamm-Grunewald eingeweiht, was bis heute als Geburtstag des Kurfürstendamms gilt.

Wenige Jahre später entstand das erste Café am Kurfürstendamm, welches den Namen Kleines Café trug. Nach ein paar Jahren wurde es in Café des Westens umbenannt und war ein beliebter Künstlertreff, weshalb es umgangssprachlich auch den Namen „Café Größenwahn” verpasst bekam. Kurze Zeit nach dem ersten Café wurde auch ein Theater am Kurfürstendamm eröffnet, das Theater des Westens, in welchem als erste Vorstellung Holger Drachmanns Märchenschauspiel „Tausendundeine Nacht” aufgeführt wurde.

Bis zum Anfang des 20. Jahrhunderts war der Kurfürstendamm zu einem Großteil bebaut. Kritiker sprachen bald von der Kurfürstendammarchitektur, was aber durchaus negativ gemeint war, da man darunter die prunkvolle und zum Teil überladen wirkende Bauweise verstand. Diese ist aber durchaus nachvollziehbar, immerhin lebten zu dieser Zeit insgesamt 120 Millionäre in dieser Straße.

Das KaDeWe (Kaufhaus des Westens) im Neonlicht auf der berühmten Berliner Shoppingmeile, dem Kurfürstendamm, Deuschland - © Jorg Hackemann / Shutterstock
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Zu Beginn des 20. Jahrhunderts öffneten auch die ersten Filmpaläste am Kurfürstendamm ihre Pforten. Das Marmorhaus und der Union Palast waren die ersten, in den Zwanzigerjahren zeigte allerdings das neu eröffnete Alhambra-Kino (heute das Hotel Kurfürstendamm) den ersten Tonfilm. Diese Modernisierung des Kinofilms stieß zuerst auf starke Ablehnung und musste erst den Umweg über Amerika machen, ehe sie auch in Deutschland ihren Durchbruch feierte.

In den Dreißigerjahren wurde das Programm der Theater, Kinos und Kabaretts stark arisiert, viele Geschäfte waren vom so genannten Judenboykott betroffen, die Eigner wurden zum Verkauf gezwungen. Im Zweiten Weltkrieg blieb auch der Kurfürstendamm nicht verschont: Zu Kriegsende waren 80% der Häuser zerstört und unbewohnbar. Die Berliner ließen sich davon allerdings nicht beirren; weniger als einen Monat nach der Kapitulation führte das Kabarett der Komiker im Café Leon bereits ein Notprogramm auf, auch die städtische Oper und die Kinos öffneten ihre Tore wieder.

1952 wurden die Internationalen Filmfestspiele Berlin, besser bekannt unter dem Namen Berlinale, erstmals am Kurfürstendamm ausgetragen. Dadurch gewann der Boulevard rasch den Glanz zurück, dessen er sich in der Vorkriegszeit rühmen konnte.

Als 1961 die Berliner Mauer errichtet wurde, war der Kurfürstendamm Schauplatz zahlreicher Demonstrationen und Staatsakte. Ihr Fall im Jahr 1989 machte den Boulevard zum Zentrum der Feierlichkeiten. In diesem Jahr fand unter anderem auch die erste Loveparade am Kurfürstendamm statt, welche sieben Jahre später allerdings auf die Straße des 17. Juni übersiedelte, da sich Anrainer und Geschäftsleute über den enormen Lärm beschwerten. Kurz vor der Jahrtausendwende kam es am Kurfüstendamm zu einem regelrechten Aussterben der Kinos, in dieser Zeit fand hier auch die Berlinale zum letzten Mal statt, bevor sie auf den Potsdamer Platz übersiedelte.

Seit dem Jahr 2000 herrscht am Kurfürstendamm wieder rege Bautätigkeit. Gebäude werden neu geschaffen, umgebaut und modernisiert. Seit seiner Entstehung hat Berlins berühmtester Boulevard auf jeden Falls nichts von seinem Glanz und seiner überschäumenden Lebenslust verloren.

Weiterführende Links:

Offizielle Website des Kurfürstendamms