Die außergewöhnlichsten Stadien und Sportstätten der Welt

Die gigantische Kuppel der O2-Arena war  in der Eröffnungssequenz des James Bond Films
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Eine Sightseeing-Tour der anderen Art: Warum nicht einmal die prächtigen Sportstätten dieser Welt besichtigen? Ähnlich den imposanten Amphitheatern der Antike finden sich auch unter den modernen Stadien rund um die Welt außergewöhnliche Sehenswürdigkeiten.

Schon seit dem Altertum zählt Sport zu jenen Dingen, die Menschen verschiedenster Länder und Kontinente miteinander verbinden. Man denke nur an das Kolosseum in Rom, die Olympischen Spiele im alten Griechenland oder die Ballspielplätze in den antiken Maya-Städten Uxmal oder Tikal.

Dementsprechend sind auch Sportstätten aller Art auf dem gesamten Planeten vertreten. Die modernen Stadien für Fußball, Leichtathletik, Olympia, etc. zeichnen sich dabei oftmals durch ihre schiere Größe, eine außergewöhnliche Bauweise oder ihr markantes Erscheinungsbild aus und gelten vielfach auch ohne sportliche Veranstaltung als Sehenswürdigkeit.

Wo der Ball rollt

Fußball wird weltweit mit wachsender Begeisterung gespielt und gilt vielerorts als Volkssport Nummer Eins. Die dazugehörigen Stadien befinden sich oft an ausgefallenen Orten oder sind aufgrund ihrer Architektur und Historie sehenswert.

Ein Besuch der eindrucksvollen Stadien lässt sich bestenfalls mit dem Erlebnis eines Live-Spiels verbinden. Um für noch mehr Spannung zu sorgen, können Sportbegeisterte dabei ihren Fußballsachverstand auf die Probe stellen und eine eigene Wette abgeben, wer letztendlich den Sieg davontragen wird. Manche Anbieter haben auch Wetten für exotische Ligen aus fernen Ländern im Portfolio, von deren Mannschaften der Großteil der Fußballfans noch nicht einmal gehört hat.

Prag: Strahov-Stadion

Das Strahov-Stadion liegt in der tschechischen Hauptstadt Prag (Praha) und besitzt eine großartige Vergangenheit. Es handelt sich um das einst größte Stadion der Welt. Die Anlage wurde für verschiedene Massenveranstaltungen genutzt und fasste dabei bis zu 250.000 Zuschauer. Das Besondere: In einer Anlage befinden sich mehrere Fußballfelder. Heute trainiert der Fußballverein Sparta Prag im Strahov-Stadion. Die Kapazität der mittlerweile in die Jahre gekommenen Anlage wird derzeit auf etwa 56.000 Zuschauer geschätzt.

St. Petersburg: Petrovsky Stadion

Eine Sportstätte mit außergewöhnlicher Lage! Das Stadion ist Teil des Sportkomplexes Petrovsky, welcher aus verschiedenen Gebäuden besteht. Es wurde im Jahre 1925 eröffnet und ist auf einer eigenen kleinen Insel gelegen. 1994 fanden dort die Goodwill Games statt.

Besucher können die Tribünen nur über eine Brücke erreichen und müssen dabei einen Nebenarm der Neva überqueren. Die Anlage fasst etwa 20.000 Zuschauer und wird neben der Austragung von Fußballspielen auch für verschiedene Veranstaltungen genutzt.

Gspon: Ottmar-Hitzfeld-Stadion

Der Besuch dieser Schweizer Sportanlage ist mit einer etwas längeren und beschwerlichen Anreise verbunden. Das nach dem deutschen Erfolgstrainer benannte Stadion ist auf mehr als 2.000 Metern Seehöhe gelegen. Es ist nicht nur das Heimatstadion des FC Gspon, sondern auch der höchstgelegene Fußballplatz in Europa.

Wer im Kanton Wallis ein Fußballspiel verfolgt, kann gleichzeitig einen fantastischen Ausblick auf die Schweizer Bergwelt genießen. Die Anreise erfolgt zunächst mit dem PKW, anschließend steigen Besucher in die Seilbahn um. Der letzte Abschnitt zum Stadion muss zu Fuß und damit selbst bereits ziemlich sportlich zurückgelegt werden.

Kaohsiung: Nationalstadion

Das Stadion in der taiwanesischen Hafenstadt wurde im Jahre 2009 für die World Games errichtet. Bei dieser Veranstaltung werden Wettkämpfe in nicht olympischen Sportarten ausgetragen. Wer sich für Sportarten abseits des Mainstream interessiert, ist hier an der richtigen Stadion-Adresse.

Optisch lässt die Architektur des Stadions an eine überdimensionale Schlange denken. Das Dach ist mit knapp 9.000 Solarmodulen bestückt, welche jährlich mehr als eine Million Kilowattstunden Strom erzeugen. Damit ist die Anlage nicht nur architektonisch sehenswert, sondern auch ein wahres Ökowunder.

Aveiro: Estadio Municipal

Auch wer Fußball für langweilig hält, sollte dieses Stadion besuchen. Die Anlage befindet sich im neu angelegten Stadtpark, am Rande der portugiesischen Stadt Aveiro. Der Bau entstand im Zuge der Fußball Europameisterschaft im Jahre 2004. Bereits die bunte Außenfassade sticht ins Auge und auch bei den Sitzreihen dominieren auffällig knallige Farben über tristem Einheits-Grau.

Belgrad: Stadion Vozdovac

Die Trainingsstätte des serbischen Fußballvereins FK Vozdovac ist zwar nicht groß, ihre Lage jedoch mehr als außergewöhnlich. Das kleine Fußballstadion liegt inmitten der Belgrader Altstadt. Doch damit nicht genug. Um einem Spiel beizuwohnen, müssen Besucher dem größten Einkaufszentrum im südosteuropäischen Raum aufs Dach steigen. Die exponierte Lage hat der Sportstätte den Spitznamen „Drachennest“ verschafft.

Monaco: Stade Louis II

Auch wenn Monaco eher Formel1 Fans ein Begriff sein dürfte, muss sich das Fußballstadion des Fürstentums nicht verstecken. Die Heimstätte des AS Monaco wurde im Jahre 1985 ihrer Bestimmung übergeben und befindet sich im Stadtteil Fontvieille. Das Stadion liegt inmitten von Wohnhäusern und folgt damit der für Monaco typischen engen Bebauung. Die Lage ist fantastisch und nur wenige Meter entfernt ankern die Luxusjachten im Hafen.

Olympiastätten im Fokus

Die Olympischen Spiele der Neuzeit haben Architekten bereits vor so manche Herausforderung gestellt. Eine Vielzahl an Disziplinen mit unterschiedlichen Anforderungen benötigt einen funktionalen wie flexiblen Rahmen. Nicht selten werden die Wettkampfstätten durch ihre außergewöhnliche Architektur zu bekannten Ausflugszielen und Fotomotiven.

Berlin: Olympiastadion

Das Zusammenspiel zwischen antikem Leitbild und moderner architektonischer Umsetzung wird beim Berliner Olympiastadion besonders deutlich. Die von Werner March geplante Anlage entstand zwischen 1934 und 1936 als zentraler Bau auf dem „Reichssportfeld“. Die Olympischen Spiele im Jahre 1936 verfolgten im Berliner Olympiastadion bis zu 120.000 Zuschauer. Als architektonische Meisterleistung wird die Außenhöhe des Stadions betrachtet. Sie ist mit gerade einmal 16,5 Metern ausgesprochen gering.

Peking: National Stadium

Sportfans müssen sich noch etwas gedulden. Die aktuelle Lage verlangt ihre Opfer und die Olympischen Spiele in Peking finden erst im Jahre 2021 statt. Die Sportstätten jedoch sind in jedem Fall eine Reise wert. Das Nationalstadion in Peking zählt zu den schönsten Stadien weltweit. Die Eröffnung fand anlässlich der Olympischen Sommerspiele im Jahre 2008 statt. Auch die Olympischen Winterspiele 2022 sollen vor der beeindruckenden Kulisse des „Vogelnestes“ eröffnet werden.

Seinen Beinamen verdankt das von den Schweizer Architekten Herzog & de Meuron geplante Stadion einem in sich verschlungenen Stahlgerüst, welches die äußere Hülle des Stadions bildet. Hierfür wurden 42.000 Tonnen Stahl in Tausenden Einzelteilen verbaut. Die olympischen Wettkämpfe konnten bis zu 91.000 Zuschauer live im Stadion verfolgen. Um die Wirtschaftlichkeit der Anlage langfristig zu sichern, entstehen auf dem Stadiongelände auch Geschäfte und Restaurants.

Helsinki: Olympiastadion

Das Olympiastadion im finnischen Helsinki zählt zu den schönsten Sportstätten weltweit. Eingeweiht wurde die knapp 250 Meter lange Wettkampfstätte im Sommer 1938. Als Austragungsort der Olympischen Spiele im Jahre 1952 wurde das Stadion weithin bekannt. Auch die erste WM der Leichtathleten im Jahre 1983 fand in der von den finnischen Architekten Toivo Jäntti und Yrjö Lindegren geplanten Anlage statt.

Als ungewöhnliches Wahrzeichen der 40.000 Zuschauer fassenden Arena gilt der 72 Meter hohe Turm.

Skisprungschanzen als Publikumsmagneten

Skispringer besitzen eine große Fangemeinde. Ihre Flüge auf 200 Meter und mehr werden euphorisch bejubelt. Die Schanzenanlagen dagegen führen eher ein Schattendasein. Dabei gebührt diesen Bauwerken besondere Beachtung, schließlich liefern sie die Basis für eindrucksvolle Flüge in luftiger Höhe.

Vikersund: Skiflygingsbakke

Die ganze Faszination des Skifliegens kann im norwegischen Vikersund erlebt werden. In Betrieb genommen wurde die Anlage im Jahre 1936. Der Umbau zur Skiflugschanze erfolgte 1966. Im Kampf mit den widrigen Windbedingungen wurde die Anlage mehrmals ausgebaut. Der letztere größere Umbau fand vor der Skiflug-WM 2000 statt, seit 2010 hält sie den Titel der größten Skiflugschanze weltweit. Der Backen von Vikersund gilt als K185-Schanze und erlaubt Flüge bis zu 220 Metern. In den letzten Jahren wurde die Anlage um einen Schanzenlift und den als „Flügel“ bezeichneten neuen futuristischen Aufwärmraum erweitert.

Winterberg: St. Georg Sprungschanze

Die Anlage im Skiliftkarussell Winterberg wurde von Fritz Gladen geplant und im Jahre 1959 ihrer Bestimmung übergeben. Markant ist die Bogen-Bauweise. Der Bogen umfasst eine Spannweite von 43 Metern. Der Anlaufturm ist 22 Meter hoch. Die Schanze lässt Sprünge von mehr als 80 Metern zu und dient derzeit als Trainingsstätte des Springernachwuchses des Skiklubs Winterberg.

Klingenthal: Vogtland Arena

Die Anlage im sächsischen Klingenthal zählt zu den modernsten Großschanzen der Welt. Mit ihrer leichten und modernen Bauweise ist das Bauwerk vor den Toren der Kleinstadt zu einem Besuchermagnet geworden. Jährlich tragen die weltbesten Skispringer hier ihre Weltcups aus. Bis zu 33.000 Zuschauer fasst die Vogtland Arena. Besucher können sich mit der Erlebnisbahn „WieLi“ zum Schanzenturm chauffieren lassen. Die Kapsel des Anlaufturmes ist begehbar und bietet einen Panoramablick auf die umgebende Mittelgebirgslandschaft.

Kalifornien: Squaw Valley

Wer in Kalifornien nur Surfer vermutet liegt falsch, denn im Squaw Valley in der Sierra Nevada wurden im Zuge der Olympischen Winterspiele 1960 drei Naturschanzen errichtet. Die Anlage wurde vom Oberstdorfer Skispringer Heini Klopfer entworfen und 1958 eingeweiht. Die Schanzen im Squaw Valley wurden auch für Snowboard-Veranstaltungen genutzt. Mittlerweile fand ein Rückbau der Schanzenanlagen statt und die Hänge werden für den alpinen Skisport genutzt. Ein Besuch im Squaw Valley führt die Kontraste Kaliforniens vor Augen und erinnert an die großartige Skisprung-Vergangenheit.

Willingen: Mühlenkopfschanze

Der deutschen Skisprunggemeinde ist die Mühlenkopfschanze im nordhessischen Willingen ein Begriff. Die größte Großschanze der Welt schmiegt sich an die Ausläufer des Rothaargebirges. Die 1951 erbaute und mehrfach ausgebaute Schanze fasst 34.000 Zuschauer. Jährlich finden hier Weltcupspringen statt. Eine Besichtigung der Anlage ist ganzjährig möglich. Besucher können mit einer Standseilbahn zum Anlaufturm gelangen. Im Sommer ist das Areal häufig Austragungsort von Freiluftkonzerten.