Maya-Ruinen Uxmal, Mexiko

DIe Pyrámide del Adivino (Pyramide des Zauberers) in Uxmal ist 45 Meter hoch und weist im Gegensatz zu vielen anderen Maya-Bauten abgerundete Ecken auf, Mexiko - © Wolfgang Bürkle / Fotolia
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Uxmal liegt auf der mexikanischen Halbinsel Yucatan und beherbergt einen der größten präcolumbianischen Schätze der Welt. Die dortigen Fundstätten der Maya sind wohl die bekanntesten und bedeutendsten überhaupt.

Uxmal liegt auf der mexikanischen Halbinsel Yucatan und beherbergt einen der größten präkolumbianischen Schätze der Welt. Die dortigen Fundstätten der Maya sind wohl die bekanntesten und bedeutendsten überhaupt, aufgrund der außerordentlich guten Restaurierungsmöglichkeiten zählen sie zu den größten und schönsten in Mexiko. Seit 1996 steht Uxmal auf der Liste der UNESCO Weltkulturerbestätten.

BILDER: Uxmal

 

Aus der Maya-Sprache übersetzt bedeutet Uxmal „dreimal erbaut”. Und tatsächlich wurde die Pyramide des Zauberers mehrfach überbaut, es sind allerdings fünfmal. Die Bauten wurden im Puuc-Stil (Puuc = Hügel) errichtet, mit reich verzierten Gebäuden, die auf einem Sockel stehen, damals eine häufig angewandte Art zu bauen. Aus Keramikfunden zu schließen war Uxmal bereits um 800 vor Christus bewohnt, ihre Blütezeit erreichte sie zwischen dem 7. und 10. Jahrhundert nach Christus. Die Bauwerke stammen etwa aus dem 6. Jahrhundert nach Christus und beinhalten neben Pyramiden und Palästen auch einen Ballspielplatz, dessen Tribünen nicht mehr vorhanden sind, eine Vielzahl an Säulen, Bögen und Plattformen.

Blick auf den Ballspielplatz in Uxmal, Halbinsel Yucatan, Mexiko - © Jessy / franks-travelbox.com
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Pyrámide del Adivino (Pyramide des Zauberers)

Der 45 Meter hohe kegelförmige Steinkomplex weist im Gegensatz zu vielen anderen Maya-Bauten abgerundete Ecken auf. Der Legende nach wurde sie von einem Zwerg in nur einer Nacht erbaut; heutigen Forschungen zufolge betrug die Bauzeit über 300 Jahre. Über zwei Treppen gelangt man an seine Spitze, die westliche ist bis nach oben mit Steinmasken des Regengottes Chaac geschmückt. Die steilere Treppe auf der Ostseite führt auf die oberste Plattform zum Tempel IV.

Die Pyrámide del Adivino (Pyramide des Zauberers; der 45 Meter hohe kegelförmige Steinkomplex weist im Gegensatz zu vielen anderen Maya-Bauten abgerundete Ecken auf, Uxmal, Mexiko - © Sakko / Fotolia
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Cuadrángulo de las Monjas (Nonnenviereck)

Das Nonnenviereck ist von vier Palästen umgeben, seine Fassade weist wunderbare Verzierungen des Regengottes Chaak und der gefiederten Schlange auf, an den Ecken befinden sich Durchgänge Seinen Namen erhielt es von spanischen Eroberern, die an die Architektur eines Klosters erinnert wurden. Beim Torbogen in Richtung des Ballspielplatzes übrigens nach oben schauen: Dort sieht man noch heute den Original-Handabdruck des damaligen Erbauers.

Palacio del Gobernador (Palast des Gouverneurs)

Der 100 Meter lange imposante Herrscherpalast steht auf einem künstlichen Sockel und kann über 11 Türen betreten werden. Der größte Innenraum ist etwa 20 Meter lang, der kleinste nur an die 2 Meter.
Der Palacio del Gobernador (Palast des Gouverneurs) ist 100 Meter lang, steht auf einem künstlichen Sockel und kann über 11 Türen betreten werden, Uxmal, Mexiko
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Casa de las Tortugas (Haus der Schildkröten)

Das einfach gehaltene Haus der Schildkröten erhielt seinen Namen von seinem spärlichen Fassadenschmuck: in eine Zierleiste eingelassene Schildkröten-Figuren, die Symbol für den Wasserkult der Mayas sind.

Casa de las Palomas (Taubenhaus)

Das Taubenhaus ist etwa 65 Meter lang und 20 Meter breit und sieht durch sein Säulendach und die vielen Fensteröffnungen tatsächlich wie ein Taubenschlag aus.

Das Taubenhaus ist etwa 65 Meter lang und 20 Meter breit und sieht durch die vielen Fensteröffnungen tatsächlich wie ein Taubenschlag aus, Uxmal, Mexiko - © Sakko / Fotolia
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Wie so viele andere Stätten auch wurde Uxmal von den Maya aus unerklärlichen Gründen im 11. Jahrhundert nach Christus verlassen und über die anschließenden Jahrhunderte vom mexikanischen Dschungel zurückerobert und in der Vegetation verborgen. Erste Bericht über Uxmal stammen von einem Pater aus dem 16. Jahrhundert, 1841 wurde die Stätte von den Maya- Forscher Stephens und Catherwood entdeckt. Ausgrabungen begannen erst im Jahr 1930. Bis heute ist wenig über die Bedeutung von Uxmal bekannt, die Erwähnungen aus der Kolonialzeit widersprechen sich teilweise, lassen aber auf etwaige Beziehungen mit Chichén Itzá schließen.

Tipp: Für die Besichtigung von Uxmal sollte man sich auf jeden Fall einen halben bis ganzen Tag Zeit nehmen, es wird bestimmt nicht langweilig. Kopfbedeckung und Sonnenschutz nicht vergessen! Und wer bis zum Abend bleibt, wird Zeuge der Sound and Light Show beim Nonnenviereck, sicherlich eine der beeindruckendsten ihrer Art.

Achtung Kletterer: Die Pyramide des Zauberers darf bestiegen werden, doch Vorsicht, die Stufen sind ziemlich steil, was mit der Zeit anstrengend werden kann. Auf jeden Fall gutes Schuhwerk mitnehmen und darauf achten, wo man seinen Fuß hinsetzt, es sind bereits Touristen abgestürzt.

Weiterführende Links:

Besucher-Infos zu Uxmal (englisch)