Iglesia Catedral in Cordoba, Argentinien

Die Iglesia Catedral am Plaza San Martin in Cordoba ist ein sehenswertes monumentales Bauwerk aus der Kolonialzeit, Argentinien  - © diegorayaces / Shutterstock
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Die imposante Iglesia Catedral am Plaza San Martin in der argentinischen Stadt Cordoba wurde im 16. Jahrhundert errichtet. Ihre Fertigstellung dauerte über 200 Jahre und durchlief mehrere architektonische Epochen, die sich in den verschiedenen Stilrichtungen der monumentalen Kathedrale widerspiegeln.

Die Iglesia Catedral ist die Hauptkirche von Cordoba im südamerikanischen Argentinien. Wie auch andere sehenswerte monumentale Bauwerke aus der Kolonialzeit steht das römisch-katholische Gotteshaus direkt am zentralen Platz von Cordoba, dem Plaza San Martin. Der Platz ist wahrhaftig das Zentrum der Stadt, denn von seiner Nordwestecke aus werden alle Hausnummern Cordobas gezählt.

Die monumentale Iglesia Catedral wurde 1782 fertiggestellt und zwei Jahre später durch Bischof José Antonio de San Alberto eingeweiht. Das den Plaza San Martin absolut dominierende Gotteshaus wird bis heute genutzt. Damit ist sie die älteste Kirche Argentiniens, in der kontinuierlich Messfeiern abgehalten wurden.

Lange Geschichte der Iglesia Catedral

Die Fundamente der Iglesia Catedral von Cordoba wurden bereits Ende des 16. Jahrhunderts mit dem Bau der Iglesia de Nuestra Señora de la Asunción („Kirche unserer lieben Frau der Himmelfahrt”), die jedoch 1677 noch in Bau befindlich einstürzte. Die neuen Pläne wurden von Ricardo González Merguete, einem jesuitischen Architekten, neu entworfen. Der kreuzförmige Grundriss wurde der Jesuitenkirche Il Gesù in Rom nachempfunden. Nach und nach wurde die Iglesia Catedral fertiggestellt. Die Fassade erhielt einen Spanisch-barocken Stil, die neoklassizistische Säulenhalle wurde von Andrea Blanqui, einem italienischen Architekten designed, dessen Handschrift sich auch an einigen anderen Kirchen in Argentinien wiederfindet. Der Bau der beiden Glockentürme wurde erst drei Jahre nach der Einweihung abgeschlossen.

Prachtvoller Innenraum

Das Innere der Iglesia Catedral enthält prunkvolle indianische Schnitzereien, die 1914 durch den argentinischen Künstler Emilio Caraffa noch mit Fresken und Malereien verfeinert wurden. Der Altar aus Sterling-Silber wurde in der damaligen Kolonie Peru geschaffen und enthält neben dem Tabernakel eine Kollektion aus silbernen und goldenen religiösen Artefakten. Seit Anfang des 20. Jahrhunderts thront über der Säulenhalle eine Eisenstatue, Cristo Redentor („Christus, der Erlöser”).

Die Kirchenvorhalle der Iglesia Catedral und die zugehörigen Krypten stellen die letzte Ruhestätte für eine Reihe von berühmten Persönlichkeiten der Provinz Córdoba dar, wie zum Beispiel der kriegserprobte General José María Paz, Bischof Hernando de Trejo y Sanabria, der erste Rektor von Córdobas Universität, die älteste Argentiniens oder der Mönch Mamerto Esquiú, ein treuer Diener Gottes und späterer Bischof, dessen Herz in Alkohol eingelegt ein einem franziskanischen Konvent in Catamarca weilt. Ihre imposanten Steingräber schmücken den Weg zum Altar.

1941 erhielt die Iglesia Catedral den Titel eines nationalhistorischen Denkmals. Von 2007 bis 2009 wurde sie einer sorgfältigen Renovierung unterzogen.

Trotz dieser aus mehreren Stilen und von mehreren Architekten zusammengestückelten Bauweise ist die Iglesia Catedral ein monumentales Bauwerk, dessen beeindruckender Aura aus Macht und Erhabenheit sich die wenigsten entziehen können.