Krka-Nationalpark, Kroatien

Blick in das Krka-Talk im gleichnamigen Nationalpark, Kroatien - © FRASHO / franks-travelbox
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Der Krka-Nationalpark im Herzen der kroatischen Adriaküste gilt als eines der schönsten Naturwunder Europas. In der von Flüssen und Seen geprägten Landschaft gibt es auch Ruinen und ein Kloster zu entdecken.

Der 1985 gegründete Krka Nationalpark liegt etwa in der Mitte der Adriaküste Kroatiens im Hinterland von Šibenik und ist – ähnlich wie der Nationalpark Plitvicer-Seen in Mittelkroatien – vor allem für seine spektakulären Flussläufe und Wasserfälle bekannt.

BILDER: Krka-Nationalpark

 

Die Krka, die dem Nationalpark seinen Namen verlieh, ist mit 72km der längste Fluss Zentraldalmatiens. Sie schlängelt sich durch eindrucksvolle Schluchten und saftig grüne Hänge ins Tal. Auf seinem Weg stürzt der reißende Fluss in rauschenden Wasserfällen über eine Vielzahl von steinernen Stufen, wirft Stromschnellen und staut sich zu Seen auf.

Die gut 40km der Krka zwischen Knin und Skradin stehen unter dem Schutz des Nationalparks und zählen zu den ganz großen Naturschönheiten Europas. Innerhalb seiner Grenzen leben 220 Tierarten, darunter eine der größten Fledermauskolonien Europas, und 860 Pflanzenarten.

Die Krka stürzt in rauschenden Wasserfällen über eine Vielzahl von steinernen Stufen, wirft Stromschnellen und staut sich zu Seen auf, Kroatien - © FRASHO / franks-travelbox
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Sehenswertes im Krka-Nationalpark

Der Nationalpark ist von Šibenik aus über die Hauptstraße in Richtung Knin und Zagreb zu erreichen und kann das ganze Jahr über besichtigt werden. Jede Jahreszeit hat dabei ihren ganz besonderen Reiz.

Die saisonabhängige Eintrittsgebühr in den Park wird bei den beiden Eingängen Skradin und Lozovac eingehoben und die Autos müssen auf Parkplätzen stehen gelassen werden. Die 5minütige Fahrt in den Nationalpark erfolgt mit dem Bus. Lediglich in den Wintermonaten darf der Krka-Nationalpark mit dem eigenen Auto erkundet werden. Auch bei Skradin gibt es einen Eingang, hier werden die Besucher mit dem Boot in den Nationalpark gebracht. In den Eingangsbereichen des Parks kann auch für das leibliche Wohl gesorgt werden.

Für die Besichtigung des Krka-Nationalparks sollte auf jeden Fall ein ganzer Tag eingeplant werden. Auch im Hochsommer ist der Nationalpark eine gute Wahl, denn an den Ufern der Krka ist es herrlich kühl und die vielen Bäume spenden ausreichend Schatten.

Tipp: Aus Sicherheitsgründen sollten die gekennzeichneten Straßen und Wege nicht verlassen werden. Es können noch Minen aus dem Jugoslawien-Krieg in den 1990er-Jahren verborgen sein.

Wasserfall Skradinski buk

Gleich in der Nähe des Eingangs Lozovac begrüßt der Krka-Nationalpark seine Besucher mit seiner spektakulärsten Sehenswürdigkeit. Über die 17 Stufen des Skradinski buk schießen die Wassermassen der Krka und der Čikola insgesamt 45m in die Tiefe. Letztere ist im Sommer oft ausgetrocknet, daher ist der Wasserfall im Frühjahr am eindrucksvollsten anzusehen. Die verschiedenen Gesichter des Skradinski buk wurden früher mit Elfen und Kobolden erklärt, die das Aussehen des Wasserfalls immer wieder veränderten.

Die verschiedenen Gesichter des Wasserfalls Skradinski buk im Krka-Nationalpark wurden früher mit Elfen und Kobolden erklärt, Kroatien - © FRASHO / franks-travelbox
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Über ein Wegenetz mit Brücken und Stegen kann das Krka-Tal besichtigt werden. Mehrere Aussichtsplattformen bieten herrliche Ausblicke über den Fluss mit seinen Fällen und Stromschnellen.

Tipp: Badesachen mitnehmen! Unterhalb des Skradinski buk spricht nichts gegen einen Sprung ins herrlich kühle Nass!

Manojlovački slapovi

Die größten Fälle nach dem Skradinski buk sin die Manojlovački slapovi, eine Reihe von Wasserfällen mit einer Gesamthöhe von knapp 60 Metern. Über die größte Stufe stürzt das Wasser 32 Meter in die Tiefe.

Wasserfall Roški slap

Der 26m hohe Roški slap ist der vorletzte Wasserfall vor dem Skradinski buk. Er ist zwar nicht so spektakulär, bietet jedoch mit seinem in der Sonne glitzernden Verlauf aus Stromschnellen, die sich über eine Länge von 600m durch eine enge Schlucht ziehen, einen wunderbaren Anblick. In einigen Winnetou-Filmen wurde dieses malerische Gebiet als Kulisse verwendet.

Spätherbstliche Farbenpracht im Krka-Nationalpark in Kroatien - © FRASHO / franks-travelbox
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Über eine Bootstour am Roški slap ist auch das orthodoxe Kloster Krka aus dem 15. Jahrhundert zu erreichen. Das schmucke Kloster ist ein Mix aus mediterraner und byzantinischer Architektur und beherbergt wertvolle Schriften aus den vergangenen Jahrhunderten. Der angrenzende Friedhof ist mit seinen kunstvollen Grabsteinen ebenfalls eine Besichtigung wert. Zwischen Oktober und April kann das Kloster nur über die Straße von Kistanje aus erreicht werden.

See Visovačko jezero

Zwischen dem Skradinski buk und dem Roški slap hat sich die Krka zum Visovačko jezero aufgestaut. Eine Bootsfahrt auf dem glasklaren See durch das traumhaft grüne Tal sollte man sich nicht entgehen lassen. Mitten auf dem glasklaren See liegt die Insel Visovac, die mit ihrem Franziskanerkloster aus dem 15. Jahrhundert ein traumhaftes Ambiente bildet. Das Kloster zählt zu den Kulturschätzen von Kroatien und war während der turbulenten Jahrhunderte zu jeder Zeit ein Ort des Friedens und des Gebets. Neben dem Kloster selbst kann eine Sammlung an historischen Kirchenroben, wertvolle Bücher und Handschriften besichtigt werden, darunter eine Ausgabe von Äsops Fabeln aus dem 15. Jahrhundert.

Burg Brbir

Die Überreste der Burg Brbir liegen in einem Seitental der Krka. Sie wurde im 12. Jahrhundert errichtet und war später Stammburg der Fürstenfamilie Zrinski. Einige Mauerreste sind sogar noch älter und stammen von einer Siedlung aus der Jungsteinzeit, die vermutlich in der Spätantike von den Slawen zerstört worden war. Der unbefestigte Weg dorthin führt über einen Damm und ist bei bzw. nach Regenfällen nur mit Allradantrieb zu befahren.

Weiterführende Links:

Offizielle Website des Krka-Nationalparks (englisch)