Wüste Gobi, China, Mongolei

Außer einigen mongolischen Nomaden ist die Wüste Gobi unbewohnt und damit das am wenigsten besiedelte Gebiet der Welt, Mongolei - © Galyna Andrushko / Shutterstock
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Die Wüste Gobi ist die zweitgrößte Wüste der Welt, liegt im Süden der Mongolei und erstreckt sich südlich bis nach China hinein. Mit ihren extrem trockenen Dünen- und Gebirgslandschaften, Salzseen und Temperaturspannen von -40 bis 50°C ist sie eines der unwirtlichsten Gebiete der Erde.

Die Wüste Gobi ist nach der Sahara die zweitgrößte Wüste der Welt. Ihre landschaftlichen Gegebenheiten umfassen sandige Dünen, schroffe Gebirgszüge und unwirtliche Salzseen. Die Steppenwüste befindet sich im Norden Chinas und erstreckt sich bis in die südliche Mongolei, wobei sie sich vor allem ins südliche China immer weiter ausdehnt. Mittlerweile hat sie eine Fläche von 2 Millionen km² erreicht, was mehr als dem Fünffachen von Deutschland entspricht.

BILDER: Wüste Gobi

 

Mittlerweile hat sie eine Fläche von 2 Millionen km² erreicht, was mehr als dem Fünffachen von Deutschland entspricht. Über die genauen Grenzen der Wüste Gobi sind sich die Experten nicht ganz einig, manche zählen auch noch die westlich gelegene Takla Makan-Wüste dazu. Wieder andere nennen das Gebiet der Takla Makan „Tarim-Becken“ und „Wüstenbecken von Lop Nor und Kumul“.

Wüstenstopp: Um die Ausdehnung der Wüste Gobis in den Süden Chinas zu stoppen oder zumindest zu verzögern, plant die chinesische Regierung die Errichtung der „Grünen Mauer“ in Anspielung auf die „Große Mauer“, die früher vor feindlichen Völkern aus dem Norden schützen sollte. Ein Gürtel aus künstlich gepflanzten Wäldern soll dabei einer weiteren Expansion der Wüste entgegenwirken.

Die Wüste Gobi im Lauf der Zeit

In den Geschichtsbüchern taucht die Wüste Gobi als Teil des mongolischen Reiches auf. Eine der wichtigsten Handelsrouten zwischen West und Ost, die Seidenstraße, führte mitten durch die Wüste Gobi. Bereits in der Bronzezeit wurden hier Waren und Informationen ausgetauscht, bis sie Mitte des 16. Jahrhunderts vom unkomplizierteren und sichereren Seeweg abgelöst wurde.

Neben Kamelen trifft man in der Wüste Gobi auch auf Gazellen, Trampeltiere, kleine Nagetiere und Schlangen - © jaume / Shutterstock
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Apropos Seeweg: In China heißt die Wüste Gobi auch „han hai“ – trockenes Meer. Marco Polo schätzte für die Durchquerung einen Zeitaufwand von einem Jahr, was wohl etwas übertrieben war, aber den Eindruck, den die Wüste auf Menschen hinterlässt gut umschreibt.

Schnee und Hitze in der Wüste Gobi

Für eine Wüstenlandschaft kann es in der Wüste Gobi erstaunlich kalt werden. Frost und sogar Schnee sind nicht ungewöhnlich. Dies hat einerseits mit der nördlichen Lage andererseits auch mit der Höhenlage auf 1.000 bis 1.500m über dem Meeresspiegel zu tun. Die sibirischen Winde aus dem Norden tragen ebenfalls dazu bei, dass in der Wüste Gobi Temperaturspannen zwischen Winter und Sommer von -40 bis 50°C möglich sind. Die Temperaturschwankungen innerhalb von 24 Stunden können bis zu 35°C betragen.

Dieses unwirtliche Klima gepaart mit der enormen Trockenheit macht Leben in der Wüste Gobi fast unmöglich. Die wenigen Pflanzen, die in der Landschaft aus Eis, Salz, Sand und Stein gedeihen können, sind eher ein dorniges Kräutergestrüpp. Außer einigen mongolischen Nomaden ist die Wüste Gobi unbewohnt und damit das am wenigsten besiedelte Gebiet der Welt.

Ausläufer der Wüste Gobi im Gobi-Gurvansaikhan Nationalpark im Süden der Mongolei  - © Galyna Andrushko / Fotolia
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Nichtsdestotrotz kommen Tiere in und um die Wüste Gobi vor. Kropfgazelle, Tigeriltis, Trampeltier, kleinere Nagetiere, Schlangen und sogar hin und wieder Braunbär, Wolf und Schneeleopard sind in der Gegend anzutreffen. Von Offroad-Urlaubern unbehelligt herumstreifen können sie in etlichen geschützten Gebieten in der Wüste Gobi wie zum Beispiel dem Gobi Gurvansaikhan National Park, und den in der Mongolei gelegenen Großen Gobi A und Großen Gobi B Schutzgebieten.

Uraltes Leben in der Wüste Gobi

Das im Nordwesten gelegene Nemegt-Becken ist bekannt für seine wertvollen Fossilienfunde, von denen manche hunderttausende von Jahren alt sind. Prähistorische Säugetiere, die ersten Dinosaurier-Eier und Steinabdrücke wurden hier über die Jahrtausende konserviert. Aufgrund der Vielzahl an Funden geht man davon aus, dass die Wüste Gobi nicht immer Wüste war.

Auf der Seidenstraße wurde bereits in der Bronzezeit mitten in der Wüste Gobi Handel getrieben - © Daniel Prudek / Shutterstock
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Unterwegs in der Wüste Gobi

Trotz der lebensfeindlichen Bedingungen lockt die Wüste Gobi immer mehr Abenteurer an. In der unendlichen Einsamkeit der Sanddünen, auf den schroffen Klippen der Berge oder an den Ufern der Salzseen erfährt man als zivilisationsgeschädigter Mensch völlige Ruhe und Stille. Die farbenprächtigen Sonnenuntergänge und unendlichen Sternenhimmel sind nirgendwo auf der Welt so spektakulär wie in einer Wüste.

Durchquerungen der Wüste Gobi sind mit dem Auto heute zwar bequemer als früher, aber immer noch kein Honiglecken. Es ist stark davon abzuraten, einfach in die Wüste zu fahren. Geführte Touren werden einige angeboten, wenn man alleine unterwegs sein will ist auf jeden Fall eine penible Vorbereitung nötig.

Ein sehr gutes GPS-System ist Pflicht, da es weder Wegweiser gibt, noch jemanden, den man nach dem Weg fragen kann (entweder es ist niemand da oder er/sie versteht keine ausländische Sprache). Von Erkundungen der Wüste auf eigene Faust ist prinzipiell abzuraten. Asphaltierte Straßen gibt es keine und eine Panne ist schneller passiert man als denkt.

Weiterführende Links:

Michael Giefer durchquerte die Wüste Gobi zu Fuß

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