Terrakotta-Armee in Xi’an, China

Souvenier-Figuren der Terrakotta-Armee in Xi'an, China - © Hung Chung Chih / Shutterstock
© Hung Chung Chih / Shutterstock

Die weltberühmte chinesische Terrakotta-Armee in der Provinz Xi’an bewacht die letzte Ruhestätte von Kaiser Shǐhuángdì. Sein immer noch verschlossenes Mausoleum ruht unter einem 120m hohen Hügel, seine 7.000 lebensgroßen Krieger- und Pferdefiguren aus Ton bewachen ihn auch noch nach seinem Tod.

Die weltberühmte chinesische Terrakotta-Armee bewacht seit 210 vor Christus das Grabmal des ersten Qin-Kaisers Shǐhuángdì, Gründer des ersten chinesischen Reiches. Der etwas größenwahnsinnige Kaiser gab auch die Chinesische Mauer in Auftrag und wollte unbedingt unsterblich sein. So beschloss er bereits im Alter von 13 Jahren, dass ihm einst zu seinem Tode ein prunkvolles Mausoleum errichtet werden sollte und begann mit der Planung.

Um seine Grabstätte und auch ihn selbst noch nach seinem Tod zu beschützen gab er zusätzlich die Errichtung der Terrakotta-Armee in Auftrag. Das in China einzigartige Vorhaben beschäftigte laut Schätzungen von heutigen Wissenschaftlern bis zu 700.000 Arbeiter und dauerte 11 Jahre.

BILDER: Terrakotta-Armee

Entdeckung der Terrakotta-Armee

Gefunden wurde die Terrakotta-Armee erst 2.000 Jahre später, als ein chinesischer Bauer beim Brunnenbau 1974 in vier Meter Tiefe auf einen Soldaten stieß. Nach der offiziellen Verkündung ein Jahr später und weiteren Ausgrabungen, die übrigens immer noch nicht abgeschlossen sind, wurden drei Gruben entdeckt, die jede für sich einen speziellen Teil der Armee enthält.

Die individuelle und detailgetreue Modellierung der Krieger lassen darauf schließen, dass es jeden dieser Soldaten wirklich gab. Der einzige „Fehler” ist, dass die Figuren mit bis zu 1m80 etwas größer sind, als der durchschnittliche „echte” Chinese. Ein Terrakotta-Soldat wiegt dafür auch an die 300kg.

Bis jetzt wurden über 7.000 lebensgroße Pferde- und Kriegerfiguren der Terrakotta Armee mit echten Waffen in Schlachtformation freigelegt, China - © asliuzunoglu / Shutterstock
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Mittlerweile wurden innerhalb der 2.000 mal 900m langen Mauer am Fuß des Li-Berges über 7.000 lebensgroße Pferde- und Kriegerfiguren mit echten Waffen in Schlachtformation freigelegt. An den Uniformen erkennt man die verschiedenen Ränge der Krieger. In einer weiteren Grube befinden sich die Elite-Einheiten mit Bogenschützen und Kavallerie und für die Kommandoeinheit gab es wieder eine eigene Grube. Es scheint, als wäre die gesamte Ausstattung für eine waschechte Schlacht 1:1 nachgebildet und mit dem Herrscher begraben worden.

Für weltweites Aufsehen sorgte die Entdeckung von zwei Bronze-Gespannen in knapp 8m Tiefe im Jahr 1978. Die beiden Streitwagen in Halblebensgröße sind mit Silber und Gold aufwändig geschmückt und stellen den frühesten, größten und technisch fortgeschrittensten Fund in ganz China dar.

Die Ausgrabungsstätte der Terrakotta Armee wurde mit einem 200m langen und 710m breiten Aluminiumdach vor Witterungeseinflüssen geschützt, China - © Lukas Hlavac / Shutterstock
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Denn es geht noch weiter. Der künstlich aufgeschüttete Hügel über dem 56km² messenden Mausoleum ist heute noch sage und schreibe 120m hoch und war wohl beim Begräbnis des Kaisers noch höher. Dieser muss erst abgetragen werden und wer weiß, welche Schätze aus dem Mausoleum dann noch auftauchen. Beinahe täglich werden neue Figuren entdeckt. 1978 wurde das gesamte Grabmal auf die Liste der UNESCO Weltkulturerbestätten gesetzt.

Besuch der Terrakotta-Armee

Die Hauptgrube mit bislang knapp 1.100 Soldaten und Pferden aus Ton kann besichtigt werden und ist mittlerweile Teil eines Museums. Die Ausgrabungsstätte wurde mit einem 200m langen und 710m breiten Aluminiumdach vor Witterungeseinflüssen geschützt. Auch alle anderen Gruben wurden überdacht.

Alle Terrakotta-Figuren, egal ob Soldat, Pferd oder Wagen, sind mit einer erstaunlichen Liebe zum Detail dargestellt. Wimpern, Nägel, Barthaare und die exakt korrekten Proportionen der Körper lassen die Figuren beängstigend lebensecht erscheinen.

Die individuelle und detailgetreue Modellierung der Krieger Terrakotta Armee lassen darauf schließen, dass es jeden dieser Soldaten wirklich gab, China - © Lukas Hlavac / Shutterstock
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Die Öffnung des Mausoleums plant man für die nächsten Jahre. Laut einem historischen Werk ca. 100 vor Christus soll das Innere der Grabkammer einen Sternenhimmel aus Edelsteinen und die Nachbildung von Chinas Flüssen und Seen aus fließendem Quecksilber enthalten. Weitere Tonfiguren begleiten den Kaiser auf seinem letzten Weg.

Erstaunlich: Erste Messungen durch Ultraschall und Computertechnik ergaben tatsächlich eine hohe Quecksilberkonzentration im Berg. Dieser kann also erst geöffnet werden, wenn die Wissenschaftler eine Methode gefunden haben, wie sie mit der giftigen Flüssigkeit umgehen, die sie freisetzen. Man darf also gespannt sein.

Weiterführende Links:

Infos zur Terrakott-Armee inklusive Öffnungszeiten und Eintrittspreise (englisch)