Nationalpark Rincon de la Vieja, Costa Rica

Besucher vor einem blubbernden Schlammloch, Nationalpark Rincon de la Vieja, Costa Rica - © Brian Lasenby / Shutterstock
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Der Nationalpark Rincon de la Vieja befindet sich auf der karibischen Insel Costa Rica und ist nach seinem schlafenden Vulkan benannt. Zwischen den üppigen Vegetationszonen wird man über Geysire und sprudelnde Schlammlöcher Zeuge vulkanischer Aktivität.

Der Nationalpark Rincon de la Vieja befindet sich in Costa Rica in der Provinz Guanacaste. Gegründet wurde der Nationalpark 1973 und zählt seit 1999 zum Weltnaturerbe der UNESCO. Seine Fläche von etwa 140 km² beinhaltet zwei Vulkane, den Rincon de la Vieja und den Santa Maria.

Der Vulkan der Indianerprinzessin

Der Santa Maria erreicht eine Höhe von etwa 1.700 Meter und ist schon lange inaktiv. Der Rincon de la Vieja ist knapp 1.900 Meter hoch und ein so genannter schlafender Vulkan, der das letzte Mal 1998 ausbrach. Sein Name bedeutet „Ort, an dem die Alte lebt” und geht auf eine Legende über eine Indianerprinzessin zurück, die sich in einen feindlichen Stammeshäuptling verliebte. Der Vater der Prinzessin ließ ihren Geliebten daraufhin in den Krater des Vulkans werfen. Die Prinzessin lebte seither am Rand des Vulkans und wurde zu einer alten und weisen Wahrsagerin, nach der schließlich der Gipfel benannt wurde. Eine weniger romantische Legende erzählt von einer bösen Hexe, die von einem Medizinmann verflucht in den Tiefen des Kraters haust.

Heute tatsächlich im Vulkankrater zu sehen ist ein giftgrüner, säurehaltiger See mit einer Wassertemperatur von bis zu 90°C. Bei einem Ausbruch des Vulkans schwappt der See über und eine todbringende Lawine aus heißem, ätzendem Wasser, glühenden Gesteinstrümmern und kochendem Schlamm ergießt sich in die Ebene.

Blubberndes Schlammloch im Nationalpark Rincon de la Vieja, Costa Rica - © Brian Lasenby / Shutterstock
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Die verheerende vulkanische Aktivität unter dem Erdboden des Nationalparks ist es jedoch, was den Park gerade so interessant macht. Neben den verschiedensten Vegetationszonen vom Regenwald im Norden bis zum Trockenwald im Süden gibt es auch nach Schwefel stinkende Dampflöcher, wasserspeiende Geysire und kochende Schlammteiche zu besichtigen. Zwischen den heißen Quellen und den dichtem Baumbewuchs streunen Jaguare, Pumas, Gürteltiere, Ameisenbären, Faultiere, Affen und Tapire umher.

Unterwegs im Nationalpark Rincon de la Vieja

Am Eingang des Rincon de la Vieja Nationalparks befindet sich eine Ranger Station mit Parkplatzmöglichkeiten, der Nationalpark selbst wird am besten zu Fuß oder auf dem Pferderücken erkundet.

Vom Startpunkt an der Ranger Station aus führt nach Osten ein Weg zu den „Las Pailas” („die Bratpfannen”), vorbei an stinkenden Schwefelquellen, rauchenden Erdspalten, zischenden Pfützen und blubbernden Schlammlöchern.

Begibt man sich von der Station aus in die andere Richtung, nach Nordwesten, bewegt man sich Richtung Vulkankrater. Der Aufstieg zum Gipfel des Rincon de la Vieja ist eine anstrengende Wanderung von etwa 3 Stunden in eine Richtung, die ohne feste Wanderschuhe und warme Kleidung nicht zu empfehlen ist. Ein Guide ist für die Besteigung nicht nötig, der Weg ist gut beschildert. Der einzigartige Pfad führt durch Regenwälder und nebelverhangene Vegetation zu Schutt und Asche, die den Krater ankündigen.

Auf dem Weg zum Gipfel sollte man sich außerdem einen Abstecher zum Poza Rio Blanco nicht entgehen lassen – ein natürlicher Pool mit glasklarem Wasser lädt hier zu einem Sprung ins kühle Nass ein. Auch die beiden Wasserfälle Catarates La Cangreja („Krabbenwasserfall”) und Catarates Escondidas („versteckter Wasserfall”) können von dieser Route aus erreicht werden.