Vulkan Poas, Costa Rica

Der Poas-Vulkan in Costa Rica ist bei Besuchern äußerst beliebt, da sein Krater auf einer befestigten Straße mit dem Auto erreicht werden kann - © Ricky1973 / Fotolia
© Ricky1973 / Fotolia

Der Vulkan Poas ist eine äußerst beliebte Sehenswürdigkeit Costa Ricas, da der zweitgrößte Vulkankrater der Welt bequem mit dem Auto erreicht werden kann.

Der Vulkan Poas liegt etwa 1,5 Autostunden südlich von Costa Ricas Hauptstadt San José. Er liegt inmitten des 5.600 Hektar großen Poas-Nationalparks und erreicht eine Höhe von über 2.700 Metern. Seit der letzten aktiven Phase in den 1950er-Jahren ist er am Erlöschen, seinen letzten großen „Auftritt” hatte der nun zahme Riese 1952, als er Asche und Rauch bis zu 8km hoch in die Atmosphäre schleuderte.

Auf den Gipfel des Vulkan Poas

Der Poas-Vulkan ist bei Besuchern äußerst beliebt, da sein Krater auf einer befestigten Straße mit dem Auto erreicht werden kann. Bustouren auf den Gipfel des Poas starten von San José und der gut 30km entfernt liegenden Ortschaft Alajuela aus. Am Eingang des Parks befindet sich ein Informationszentrum mit einer kleinen Cafetaria und einem Museum über Vulkanismus, sowie einer Ausstellung über Insekten.

Auf dem etwa eineinhalbstündigen Weg zum Gipfel windet sich die geteerte Straße zuerst durch idyllische Kaffeeplantagen und dichte Nebelwälder, bis sich die abwechslungsreiche Vegetation langsam lichtet und der dichte Nebelwald einer kargen Landschaft aus Asche und Geröll weichen muss.

Am Gipfel angekommen, befindet sich etwas unterhalb der etwa 300 Meter tiefe Hauptkrater, der mit einem Durchmesser von 1,5km der zweitgrößte Vulkankrater der Welt ist. An seinem Grund befindet sich ein giftgrüner Kratersee, der Laguna Caliente, dessen PH-Wert unter 1 liegt, er gehört damit zu den sauersten Krateressen der Welt. Schwefeldämpfe, die immer wieder vom Krater aufsteigen, machen diesen Ort zu einem äußerst unwirtlichen Lebensraum. Die vulkanischen Gase, die durch den Wind in alle Richtungen getragen werden, verhindern jeglichen Pflanzenwuchs.

Für freie Sicht auf den Gipfel des Vulkans und den grünen Kratersee muss man im wahrsten des Wortes früh aufstehen, da er meist ab dem späten Vormittag von Wolken und Nebelschwaden verhangen ist. Wer kein Frühaufsteher ist, kann auch in einer der Lodges auf dem Vulkan übernachten und hat somit auch die Möglichkeit, einen spektakulären Sonnenaufgang bei glasklarer Sicht in dieser bizarren Umgebung zu erleben. Spielt das Wetter mit, kann man vom Gipfel des Poas aus sogar gleichzeitig den Pazifischen und Atlantischen Ozean sehen.

Tipp: Wer möglichst freie Sicht auf den Gipfel haben will, sollte nicht mit dem Linienbus nach oben fahren, dieser hält nämlich erst um 11 am Rand des Kraters, der um diese Zeit an den meisten Tagen schon verhüllt ist. Man kann zwar immer noch auf etwas Wind hoffen, der die Wolken und den Nebel lichtet…

Neben dem türkis leuchtenden See des Hauptkraters befindet sich die blau schimmernde Lagune Botos, ein Krater der bereits längst erloschen ist und dessen Ränder dementsprechend dicht bewaldet und von Vögeln bevölkert sind. Sie kann vom Hauptkrater aus über einen Wanderweg durch einen märchenhaften Nebelwald erreicht werden. In der dichten Vegetation wachsen unübersehbar riesige grüne Blätter, die von den Einheimischen „Sombrillas de Pobre” – „Sonnenschirme der Armen” – genannt werden.

Tipp: Da der Vulkan nicht nur bei den Touristen sondern auch bei den Einheimischen als Ausflugsziel sehr beliebt ist, ist ein Besuch des Gipfels am Wochenende eher nicht empfehlenswert. Wer die Wahl hat, sollte den mächtigen Berg unter der Woche erkunden.