Kokosinsel vor Costa Rica

Ein Weißspitzen-Riffhai auf der nächtlichen Jagd vor der Kokosinsel, Costa Rica - © Ethan Daniels / Shutterstock
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Die Kokosinsel liegt im karibischen Meer vor der Küste Costa Ricas. Das unbewohnte dicht mit Regenwald bewucherte Eiland war früher ein beliebtes Versteck für Piraten, was der Kokosinsel den Ruf einer Schatzinsel einbrachte.

Die idyllische unbewohnte Kokosinsel liegt im karibischen Meer etwa 500km vor der Küste Costa Ricas. Sie liegt auf dem so genannten Kokosrücken, ihr höchster Punkt, der Cerro Iglesias, befindet sich 634 Meter über dem Meeresspiegel.

Tierparadies und Schatzinsel

Auf ihrer Fläche von etwa 24km² konnte sich der tropische Regenwald ungehindert entfalten und an die 70 endemischen (nur hier vorkommenden) Pflanzenarten entwickeln. Zahlreiche Seevögel umschwärmen das Eiland, können jedoch bei Weitem nicht mit der Artenvielfalt unter der Wasseroberfläche mithalten. Die Korallenriffe sind bevölkert von Krebsen, Schwämmen, Hammer-, Wal- und Riff-Haien, Rochen und einer Vielzahl an tropischen Fischen.

Die Kokosinsel gehört seit 1869 politisch zu Costa Rica. Eine Besiedlung des paradiesischen Gebietes wurde mehrmals versucht, war jedoch nie erfolgreich. Das unbewohnte Stückchen Land bot sich geradezu für Piraten als Versteck an. Berüchtigte Freibeuter, wie Henry Morgan oder Kapitän Thompson lagerten hier ihre Beute und brachten der Kokosinsel den Ruf einer Schatzinsel ein – Robert Louis Stevenson inspirierte sie zu seinem Roman „Die Schatzinsel”.

Über kurz oder lang tauchten begeisterte Schatzsucher auf, der hartnäckigste unter ihnen war der Deutsche August Gissler. Er lebte fast 20 Jahre auf der Kokosinsel und untertunnelte nahezu das ganze Eiland auf der Suche nach dem Kirchenschatz von Lima mit der goldenen Madonna. Einige dieser unterirdischen Gänge sind heute noch intakt. Doch trotz intensiver Suche wurde seine Mühe nicht belohnt – seine traurige Ausbeute bestand in ärmlichen 6 Goldmünzen.

Um die Insel vor weiteren Schäden durch die Schatzsucher zu bewahren, wurde sie mit ihren Küstengewässern 22km rund um die Insel 1978 zum Nationalpark erklärt, der 1997 in die Liste des Weltnaturerbes der UNESCO aufgenommen wurde.

Natur- und Tauchparadies

Zwei gefleckte Adlerrochen schweben über dem Sandboden vor der Kokosinsel, Costa Rica - © Ethan Daniels / Shutterstock
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Heute kann das Eiland tagsüber von Touristen angesteuert werden und ist neben seiner verschwenderisch üppigen Natur auch für seine atemberaubenden Tauchgründe bekannt. Haie, Rochen und Schildkröten können hier sogar von Schnorchlern gesichtet werden, Taucher finden Schluchten von bis zu 4km Tiefe vor. Wer seinen Kopf lieber über Wasser behält, wird ebenso von den kleinen Wasserfällen, unter denen man ein Bad nehmen kann, begeistert sein, von den steilen Wanderwegen zu spektakulären Aussichtspunkten und der unglaublichen Vielfalt an exotischen Pflanzen.

Bei einem Besuch auf der Insel, vergessen Sie nicht, Ihren Namen im Stein in der Chatham-Bucht zu verewigen, wie es seit dem 15. Jahrhundert geschieht.

Verwechslungsgefahr: Die Kokosinsel ist nicht zu verwechseln mit den australischen Kokos-Inseln im indischen Ozean, die beinahe exakt auf der anderen Seite der Erdkugel liegen.