St. Lucia – Sehenswertes und Reisetipps

Zwischen Berggipfeln und Vulkanstrand bewegt man sich beim Urlaub auf St. Lucia. Gemeinsam mit der Feinschmecker-Küche und dem tropischen Klima ist die traumhafte Karibik-Insel eine perfekte Destination, um den Alltag hinter sich zu lassen.

Das kleine karibische Eiland zwischen Martinique und St. Vincent lockt mit Fischerdörfern und Luxus-Resorts, Riffen und Regenwald und beeindruckt vor allem durch seine grünen Hügel im Landesinneren und die hohen Berggipfel mit Vulkan-Feeling.

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Das populäre Ziel für Karibik-Kreuzfahrten gehört nach dem Wiener Kongress im Jahr 1814 zu England. Die Amtssprache ist daher englisch und die Landeswährung der Ostkaribische Dollar. US-Dollar werden aber ebenso so gut wie überall akzeptiert. Die Franzosen, die ebenfalls einst über St. Lucia herrschten, hinterließen dafür die Ortsnamen, den katholischen Glauben und die kreolische Küche – ein absolut attraktiver Mix für unbeschwerten Karibik-Urlaub!

Wie kommt man am besten auf St. Lucia?

Von Europa aus ist das Flugzeug das beste Transportmittel für die Anreise nach St. Lucia. Der internationale Flughafen Hewanorra International liegt im Süden der Insel, gleich nördlich der Stadt Vieux Fort. Direktflüge gibt es manchmal aus Europa, meist ist jedoch ein Zwischenstop in den USA oder auf einer anderen Karibik-Insel nötig. Je nachdem beträgt die Flugdauer nach St. Lucia von Mitteleuropa aus etwa 10 bis 15 Stunden.

Als Alternative zum Flugzeug bietet sich das Kreuzfahrtschiff an. Die großen Cruiser legen am Pier der Hauptstadt Castries im Nordwesten von St. Lucia an. Gleich hinter dem Hafen erstreckt sich das Terminal mit Shops und Restaurants, die zum Probieren der lokalen Küche einladen – und über allem wachen die beiden markanten Gipfel der Pitons.

Beste Reisezeit für St. Lucia

Traumhafte Berglandschaft auf der karibischen Insel St. Lucia - © Chris Collins/Shutterstock
© Chris Collins/Shutterstock

Aufgrund ihres warmen, tropischen Klimas kann St. Lucia das ganze Jahr über bereits werden. Die Monate Dezember bis Mai gelten allerdings als beste Reisezeit für St. Lucia-Urlaub. Zu dieser Zeit gibt es kaum Niederschläge und die Temperaturen sind mit knapp unter 30°C ideal für Bade-Urlaub oder Trekking-Ausflüge über die Insel. Das Meer verwöhnt Urlauber das ganze Jahr über mit Badewannen-Temperaturen zwischen 27°C und 29°C.

Besser gemieden werden sollte die Regen- bzw. Hurrikan-Saison zwischen Juni und November. Es gibt zwar zu dieser Zeit auch nur kurze, heftige Tropenschauer und 7-8 Sonnenstunden mit Temperaturen um 30°C, die feuchte, schwüle Luft kann allerdings vor allem bei Touren über die Insel als unangenehm empfunden werden.

Gros Piton und Petit Piton

Informationen zu Sehenswürdigkeiten für Ihren Urlaub auf St. Lucia mit Reisetipps, Bildern, Reiseführern, Klima, Wetter und Einreisebestimmungen - © Achim Baque/Shutterstock
© Achim Baque/Shutterstock

Die berühmten Pitons im Südwesten von St. Lucia zählen zu unseren 10 berühmtesten und schönsten Bergen der Welt. Die zwei imposanten bewaldeten Vulkangipfel an der Küste bieten fantastische Fotomotive und wunderschöne Wander- und Aussichtsmöglichkeiten. Von vielen Touristen werden sie als absolute landschaftliche Highlights der kleinen Antillen bezeichnet. Seit 2004 zählen sie zum Weltnaturerbe der UNESCO.

Der Gros Piton („große Bergspitze“) erreicht eine Höhe von 771m, der südlich davon gelegene Petit Piton („kleine Bergspitze“) eine Höhe von 743m. Beide Gipfel liegen dicht nebeneinander und befinden sich in der Nähe der beiden Siedlungen Soufrière und Choiseul an der Südwestküste von St. Lucia.

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Die lokale Biermarke von St. Lucia wurde übrigens nach den beiden Pitons benannt. Und weil wir gerade von Suchtmitteln sprechen: auf den Hängen des Gros Piton wird Marihuana angebaut. Also nicht wundern, wenn plötzlich Männer mit Macheten Wache stehen. Sobald die Pflanzen reif sind, fallen sie immer wieder Dieben zum Opfer.

Am besten erkundet man die tropische Flora und Fauna am Gros Piton Nature Trail oder auf dem Tet Paul Nature Trail, der mit den „Stairways to Heaven“ einen sensationellen Ausblick auf die beiden Gipfel bietet – oder auf einer Wanderung zum Gipfel!

Gipfelsturm auf den Gros Piton

Der Gros Piton („große Bergspitze“) erreicht eine Höhe von 771m und befinden sich in der Nähe der beiden Siedlungen Soufrière und Choiseul, St. Lucia - © StephanieRousseau/Shutterstock
© StephanieRousseau/Shutterstock

Nach dem Mount Gimie ist der Gros Piton die zweithöchste Erhebung auf St. Lucia. Der Gros Pitons ist verhältnismäßig einfach zu erklimmen, weder Kletterseile noch großartige Bergsteigererfahrung sind dafür erforderlich. Jeder Wanderer mit guter Kondition kann innerhalb weniger Stunden den Gipfel stürmen und wieder den Rückweg zum Fuß des Berges bewältigen.

Touren auf den Gros Piton starten von der Ortschaft Fond Gens Libre aus, etwa 10km von Soufrière entfernt. Die Besteigung des Gros Pitons ist nur mit kostenpflichtigem Führer möglich. Um „illegale“ Besteigungen zu verhindern, ist das gesamte Gelände um den Gros Piton eingezäunt. Zu Anfang ist die Besteigung noch harmlos und gleicht einer angenehmen Wanderung, doch die letzten 300 Höhenmeter sind über steile Holzstufen zu überwinden, die noch die letzte Kondition fordern können (auch der Rückweg nach unten strapaziert die Kniegelenke ganz gehörig).

Doch die Mühe wird belohnt. Vom Gipfel des Gros Pitons hat man einen traumhaften Panoramablick über die bewaldete Küste von St. Lucia und das saphirblaue Karibische Meer, vor allem die Aussicht auf den benachbarten Petit Piton ist faszinierend.

Tipp: Obwohl die lokalen Touristeninformationen die Wanderung auf den Gros Piton als „moderate difficult“, also „etwas schwierig“, bezeichnen, ist der Weg nach oben tatsächlich ganz schön anstrengend. Als Wanderer sollte man tatsächlich gut in Form sein, denn etwa 50% der Trekker haben den Gipfelsturm aufgrund der steilen Wege bereits abgebrochen. Vor allem Personen, die keine oder nur wenig Bergwander-Erfahrung haben, sollten sich den Versuch zweimal überlegen.

Sulphur Springs

Die Sulphur Springs liegen auf einem von beiden Vulkanen von St. Lucia; Kochende Tümpel und nach Schwefel stinkende Löcher zeugen vom schlafenden Vulkan - © JasonPatrickRoss/Shutterstock
© JasonPatrickRoss/Shutterstock

Die beiden Pitons gelten zwar als schlafende Vulkane, stinkende Schwefelquellen und blubbernde Schlammlöcher in der Caldera der Pitons machen aber mehr als deutlich, dass es unter der Oberfläche immer noch heftig brodelt.

Besonders eindrucksvoll zeigt sich vulkanische Vergangenheit von St. Lucia im Sulphur Springs Park („Schwefelquellen Park“). Die vulkanische Attraktion von St. Lucia wird auch gerne als der „einzige Drive-in-Vulkan der Welt“ bezeichnet. Auch der Name der Stadt weist bereits auf vulkanische Aktivität hin, denn „Soufrière“ ist das französische Wort für „Schwefel“.

Die Sulphur Springs entstanden an einer schwachen Stelle der Lavakruste auf der riesigen Caldera des Vulkans, die vor etwa 400.000 Jahren eingestürzt ist. Im Zentrum der Sulphur Springs brodelt das Wasser mit einer Temperatur von 170°C und produziert dichte Dampfwolken. Aufgrund einer chemischen Reaktion zwischen Schwefel und Eisen ist das Wasser, welches aus den Sulphur Springs austritt, von pechschwarzer Farbe. Neben Schwefel und Eisen enthält das vulkanische Quellwasser noch Kupfer, Magnesium, Alkaline, Kalziumoxide und Kohlensäure.

Drive-in Vulkan auf St. Lucia

Die gesamte Gegend um die Sulphur Springs ist die vulkanisch aktivste Region der Kleinen Antillen. Überall raucht, brodelt und blubbert es unter der tiefschwarzen Lavakruste. Zahlreiche Fumarolen (dampfende Erdlöcher) und kochende Pools zeugen von der unglaublichen Hitze, die sich unter der Erde verbirgt – und man kann durch diese beeindruckende Landschaft tatsächlich mit dem Auto fahren!

Bis in die 1990er-Jahre konnte man sogar noch bis an den Rand des vulkanischen Lochs herangehen. Doch seit ein Führer in das nun nach ihm benannte „Gabriel’s Hole“ fiel und sich Verbrennungen dritten Grades am ganzen Körper zuzog, dürfen die brodelnden Sulphur Springs nur noch von einer Aussichtsplattform aus sicherer Entfernung aus besichtigt werden.

Nach etwa einer Stunde hat man alle vulkanischen Highlights der Sulphur Spring entdeckt und kann sich der Wellness zuwenden. Denn etwas unterhalb der dampfenden Schwefelquellen ist das aus den Sulphur Springs ausgetretene Wasser zwar immer noch heiß, jedoch bereits auf 45°C abgekühlt. Somit steht einem munteren Schlammbad nichts mehr entgegen. Der vulkanische Schlamm, dem medizinische Heilkräfte nachgesagt werden, kann auf dem ganzen Körper verteilt werden und wirkt sich aufgrund seiner Mineralien ganz ohne Konservierungsstoffe positiv auf das Hautbild aus.

Diamond Botanical Gardens

Die Diamond Botanical Gardens auf der karibischen Insel St. Lucia warten mit einer vielfältigen Pflanzenwelt und dem farbenprächtigsten Wasserfall der Karibik auf - © Chris Collins/Shutterstock
© Chris Collins/Shutterstock

Ganz in der Nähe der Sulphur Springs in den Ausläufern von Soufrière liegen die Diamond Botanical Gardens. Die privat geführten Gärten mit mineralischen Quellen haben neben einer fantastischen Pflanzenwelt noch andere versteckte Highlights zu bieten und gehören zu unseren Top 10 Sehenswürdigkeiten der Karibik. Es gibt keine „beste Zeit“ um die Diamond Botanical Gardens zu besuchen, die blühende Wunderwelt zeigt sich zu jeder Jahreszeit von ihrer schönsten Seite.

Die Diamond Botanical Gardens liegen auf dem Diamond Estate, dessen Grundstück 1713 der Familie Devaux als Dank für ihre Verdienste an der französischen Krone geschenkt wurde. 1784 hielten auf dem Anwesen die Truppen vom französischen König Ludwig XVI. Einzug, die ebenfalls die heilenden heißen Quellen der Region zu schätzen wussten.

Proben des Wassers wurden nach Frankreich geschickt, analysiert und für gut befunden, woraufhin auf königlichen Befehl riesige steinerne Thermalbäder errichtet wurden, die zum Teil heute noch genutzt werden. Das Badehaus wurde während der französischen Revolution jedoch völlig zerstört und seine Überreste von der Natur überwuchert.

Erst 1930 entschloss sich der damalige Besitzer des Anwesens, Andre du Boulay, die Bäder für private Zwecke zu renovieren. Schließlich kamen auch die Außenanlagen hinzu, die gegen eine geringe Eintrittsgebühr auch von der Öffentlichkeit genutzt werden konnten.

In den 1980er-Jahren begann Joan Devaux, die Tochter von Andre, mit der sukzessiven Gestaltung des Gartens rund um die Mineralbäder. Heute zieren auf gut 2 Hektar die verschiedensten Bäume, Blumen und Büsche die Landschaft um die Thermalquellen. Palmen, Bananen-, Zitrus- und Kakaobäume wachsen inmitten von blühenden Hibiskus und Helikonien. Vanille und andere tropische Pflanzen verströmen ihren betörenden Duft.

Mineralbäder

Ähnliche heiße Quellen wie die Sulphur Springs speisen auch die Mineralbäder in den Diamond Botanical Gardens. Das Badehaus und die Pools, von denen jeder eine andere Wassertemperatur aufweist, verschaffen den Besuchern nach wie vor Entspannung und Heilung.

Diamond Falls

Der Wasserfall Diamond Falls macht seinem Namen alle Ehre; sein Wasser ist stark mineralhaltig und schimmert gelb, grün, rosa und blau – wie ein schillernder Diamant, St. Lucia - © Chris Collins/Shutterstock
© Chris Collins/Shutterstock

Hinter den Mineralbädern führt ein idyllischer Pfad zu den Diamond Falls. Der Wasserfall ist nur etwa 15 Meter hoch, macht jedoch seinem Namen alle Ehre. Auch sein Wasser ist stark mineralhaltig und je nach Sonneneinstrahlung und Mineraliengehalt schimmert sein Wasser gelb, grün, rosa und blau – wie ein schillernder Diamant.

Oft wird er als der bunteste Wasserfall der Karibik bezeichnet. Aufgrund der vulkanischen und sauren Bestandteile des Wassers ist Baden an den Diamond Falls nicht möglich.

Naturpfad zur alten Mühle

Dieser verschlungene Naturpfad wurde einst von den Arbeitern benutzte, die die Kakaobohnen der unzähligen Bäume ernteten. Der friedliche Wald aus Roten Zedern und Mahagonibäumen wird von unzähligen tropischen Vögeln bevölkert, die zwitschernd und trillernd durch das dichte Blattwerk huschen.

Am Ende des Weges kann eine alte Zuckerrohr-Mühle mit einem Wasserrad aus dem Jahr 1765 besichtigt werden, die einst für die erste Stromversorgung von Soufrière genutzt wurde.

Mount Gimie

Traumhafte Berglandschaft auf der karibischen Insel St. Lucia - © Chris Collins/Shutterstock
© Chris Collins/Shutterstock

Der üppig bewachsene Mount Gimie im Südwesten der Insel entstand vor Millionen von Jahren durch vulkanische Aktivität und ist mit 950 Metern die höchste Erhebung von St. Lucia. Er liegt östlich der beiden berühmten Pitons. Diese sind zwar niedriger, aber aufgrund ihrer spektakulären Form direkt an der Küste bekannter als der Mount Gimie.

Aufstieg auf den Mount Gimie

Über einen Pfad durch den dichten tropischen Regenwald des Mount Gimie kann St. Lucias höchster Gipfel erklommen werden. Der Aufstieg auf den Mount Gimie ist kostenlos, es gibt jedoch weder ausgeschilderte Wege noch Wanderkarten, die Begleitung durch einen Führer ist also unbedingt zu empfehlen. Ein Bergführer kann entweder direkt vor Ort gefunden werden, oder man wendet sich an das Forestry Department von St. Lucia, das die nahe gelegenen Edmund Forest and Enbas Saut Trails verwaltet.

Der Weg auf den Gipfel startet am Ende der Straße von Fond St. Jacques etwa 2-3 Gehstunden von der Ortschaft entfernt.

Tipp: Allein der Weg zum Gipfelpfad führt schon durch drei kleine Flüsse und da man sich im Regenwald befindet, ist auch immer wieder mit Regen zu rechnen, wodurch die Wege verschlammen können. Entsprechende Ausrüstung ist also unbedingt notwendig. Außerdem sollte man den Weg auf den Mount Gimie niemals allein wagen.

Dann geht es bergauf durch die traumhafte Pflanzenwelt am Mount Gimie. Mit etwas Glück können die Wanderer sogar einen Blick auf den scheuen St. Lucia-Papagei, den Nationalvogel des Inselstaates, erhaschen.

Immer wieder fällt der Blick auch auf Farmhäuser zwischen den Bäumen. Diese gehören Rasta-Gemeinschaften, die mitten im Dschungel in völliger Abgeschiedenheit von Soufrière leben. Diese Abgeschiedenheit lässt sich auch beim Aufstieg auf den Mount Gimie wiederfinden. Die Chance, auf andere Wanderer zu treffen ist relativ gering und allein im Urwald fühlt man sich wie einer der ersten Entdecker.

Tipp: Entlang des Pfades zum Gipfel des Mount Gimie gibt es keinerlei Verpflegungsmöglichkeiten, also unbedingt genug Wasser und Verpflegung einpacken. Natürliche Wasserspender aus Bambus bei sauberen Quellen gibt es zwar im Flachland, auf dem Berg jedoch nicht mehr.

Nach etwa 2 anstrengenden Stunden hat man St. Lucias höchstgelegene Bergspitze erreicht. Der mühsame Aufstieg wird leider in vielen Fällen nicht belohnt. An den meisten Tagen ist der Gipfel des Mount Gimie mit dichtem Nebel verhangen, sodass man nicht einmal einen Kilometer weit sehen kann. Hat man jedoch das Glück, einen klaren Tag zu erwischen oder ist früh genug dran, liegt einem ganz St. Lucia zu Füßen und man kann von einem Ende der paradiesischen Insel zum anderen sehen.

Weiterführende Links:

Offizielle Website von St. Lucia
Website des Forestry Department von St. Lucia
Offizielle Website der Soufrière Foundation

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