Heldenplatz in Budapest, Ungarn

Der monumentale Heldenplatz am Ende der Andrássy út in Budapest gehört zu den meistbesuchten Sehenswürdigkeiten der Hauptstadt Ungarns - © James Camel / franks-travelbox
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Der Heldenplatz in Budapest ist wohl der bekannteste und eindrucksvollste Platz der ungarischen Hauptstadt. Flankiert von zwei monumentalen Museen wird hier den ungarischen Königen und Nationalhelden gedacht.

Der Hősök tér in Budapest liegt im Stadtteil Pest am Ende der Andrássy út, der berühmten Prachtstraße von Budapest. Gemeinsam mit der Andrássy út zählt der Heldenplatz zum Weltkulturerbe der UNESCO und gehört zu den meistbesuchten Sehenswürdigkeiten der ungarischen Hauptstadt.

Der Heldenplatz in Budapest ist schon von weitem zu erkennen, denn mitten auf dem Platz thront das Millenniums-Denkmal, umgeben von den imposanten Doppelbögen der Kolonnade. Direkt am Platz liegt eine U-Bahn-Station der Földalatti (M1), der ältesten U-Bahn-Linie Europas, die ebenfalls auf der Liste des UNESCO-Weltkulturerbes steht.

Millenniums-Denkmal am Heldenplatz

Die 36m hohe Millenniums-Säule auf dem Heldenplatz in Budapest wird von einer Statue des Erzengels Gabriel gekrönt, Ungarn - © James Camel / franks-travelbox
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Zentraler Blickfang am Pester Heldenplatz ist das Millenniums-Denkmal. Auf der 33m hohen Säule thront eine Statue des Erzengels Gabriel mit ausgebreiteten Flügeln.

Die 5m hohe Figur hält die ungarische Krone und ein apostolisches Doppelkreuz in den hoch erhobenen Händen. Dies ist auch die Erinnerung an die Legende, dass der Erzengel Gabriel genau in dieser Form König Stephan I. im Traum erschienen sein und ihm befohlen haben soll, Ungarn zum Christentum zu führen – was dann auch geschah.

Zu Füßen der Säule thronen bronzene Figuren der ungarischen Stammesfürsten aus der Zeit der Eroberung Ungarns durch die Magyaren auf ihren stolzen Rössern. Außerdem befindet sich hier das eigentliche Heldendenkmal, ein einfacher Steinquader mit der Gravur: „Zum Gedenken der Helden, die ihr Leben der Freiheit unseres Volkes und der nationalen Unabhängigkeit geopfert haben.”

Kolonnade am Heldenplatz

Das Millenniums-Denkmal wird rechts und links von den monumentalen Säulenreihen der Kolonnade flankiert. Zwischen den reich verzierten Säulen erinnern Statuen an bedeutende Figuren der ungarischen Geschichte von ihren Anfängen bis zum 19. Jahrhundert. Darunter finden sich die Könige Stephan I., der die Ungarn zum Christentum bekehrte, Ladislaus I., Koloman, Andreas II., Béla IV., der den Bau des Burgviertels in Auftrag gab, Karl I., Ludwig I., der auch König von Kroatien und Polen war und der beliebte Matthias Corvinus, dessen Wappen, der Rabe, nicht nur am Budaer Burgpalast zu finden ist.

Zwischen den Säulen der Kolonnade auf dem Heldenplatz wurden blicken die Statuen von Königen, Nationalhelden und Freiheitskämpfern Ungarns auf die Besucher herab - © James Camel / franks-travelbox
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Zu den verewigten Nicht-Königen am Heldenplatz gehören der berühmte Heeresführer Johann (János) Hunyadi, der sich durch seine Kämpfe gegen die Türken hervorgetan hatte, die beiden Fürsten Stephan Bocskai, Imre Thököly sowie der wohlhabende Adelige Franz II. Rákóczi, die Anfang des 18. Jahrhunderts den ungarischen Aufstand gegen die Habsburger führten und Lajos Kossuth, Nationalheld aufgrund seines Kampfes für die Unabhängigkeit Ungarns vom Kaisertum Österreich. Diese fünf Statuen ersetzten nach dem Zweiten Weltkrieg die ursprünglichen Monumente von Habsburgern, darunter Maria Theresia und Kaiser Franz Joseph I., die später bei den Ungarn als Feindbild galten.

Für die Figuren, ebenso wie für die Statue des Erzengels Gabriel an der Spitze des Millenniums-Denkmals, wurde der bekannte Bildhauer György Zala engagiert.

Museen am Heldenplatz

Die rechte und linke Seite des Heldenplatzes wird von zwei klassizistischen Museumsgebäuden dominiert, die ebenfalls von Albert Schickedanz entworfen wurden und mit ihren prunkvollen Säulen an griechische Tempel erinnern.

An der linken Seite liegt das Museum der schönen Künste, welches die wichtigste Sammlung nicht-ungarischer Kunst des Landes beherbergt. Neben Werken von Chagall, Dürer, Picasso, Raffael, Rembrandt, Tizian und Rubens darf das Museum der schönen Künste auch die größte Sammlung spanischer Künstler außerhalb des Museums del Prado in Madrid ihr Eigen nennen.

Das Museum der schönen Künste am Heldenplatz in Budapest, Ungarn, beherbergt die landesweit wichtigste Sammlung nicht-ungarischer Kunst - © James Camel / franks-travelbox
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In der Kunsthalle (Műcsarnok) auf der rechten Seite des Heldenplatzes, die aus dem Jahr 1896 stammt, kann in wechselnden Ausstellungen zeitgenössische Kunst besichtigt werden. Oberhalb der vergoldeten Säulenkapitelle stellt ein farbenprächtiges Mosaik den Heiligen Stephan als Schutzherren der schönen Künste dar.

Die Kunsthalle in Budapest liegt am berühmten Heldenplatz und zeigt wechselnde Ausstellungen zeitgenössischer Kunst, Ungarn - © James Camel / franks-travelbox
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Stadtwäldchen (Városliget)

Hinter dem Heldenplatz erstreckt sich das idyllische Stadtwäldchen mit seinen zahlreichen Alleen und Spazierwegen. Das einstige Sumpfgebiet wurde ebenfalls im Zuge der Errichtung des Heldenplatzes in einen Englischen Landschaftsgarten verwandelt und ist heute der beliebteste Park in Budapest. Neben ausgiebigen Spaziergängen bietet das Stadtwäldchen auch Museen, Sportanlagen, den Budapester Zoo und den idyllischen Városligeti-See, auf dessen Insel sich die Burg Vajdahunyad befindet. Ebenfalls im Stadtwäldchen liegt das berühmte Szechenyi-Bad, ein Thermalbad, welches nicht nur mit warmen Wasser, sondern auch seiner einzigartigen historischen Architektur lockt.

Eislaufplatz im Stadtwäldchen hinter dem Heldenplatz, der beliebtesten Parkanlage Budapests, Ungarn - © James Camel / franks-travelbox
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Geschichte des Heldenplatzes in Budapest

Die Idee zur Entstehung des Heldenplatzes entstand im ungarischen Parlament während der Budapester Millenniums-Ausstellung im Jahr 1896. Es wurde an der Zeit, den ungarischen Helden ein Denkmal zu setzen und so wurde Albert Schickedanz als führender Architekt mit dieser Aufgabe betraut. Drei Jahre später wurde mit dem Bau begonnen und exakt 30 Jahr nach Baubeginn, im Jahr 1929 wurde der Heldenplatz eingeweiht. Seitdem ist der imposante Platz nicht nur eine beliebte Sehenswürdigkeit Budapests, sondern war auch bereits Schauplatz zahlreicher Demonstrationen und politischer Kundgebungen. Die letzte große Menschenansammlung erlebte der Heldenplatz am 16. Juni 1989, als nach der Ungarischen Revolution Ministerpräsident Imre Nagy von tausenden Anhängern auf seinem letzten Weg begleitet wurde.

Weiterführende Links:

Offizielle Website des Museums der Schönen Künste in Budapest mit Öffnungszeiten und Eintrittspreisen (englisch)
Offizielle Website der Kunsthalle in Budapest mit Öffnungszeiten und Eintrittspreisen (englisch)
Offizielle Website des Szechenyi-Bades in Budapest (ungarisch)
Infos zum Szechenyi-Bad in Budapest mit Öffnungszeiten und Eintrittspreisen (englisch)