Wawel-Kathedrale in Krakau, Polen

Die Kathedrale auf dem Wawel-Hügel in Krakau ist die wichtigste Kirche Polens und letzte Ruhestätte vieler polnischer Könige - © Anna Lurye / Shutterstock
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Die Wawel-Kathedrale in Krakau ist die wichtigste Kirche Polens und das Heiligtum der polnischen Katholiken. Neben nahezu allen polnischen Königen haben in den kunstvollen Kapellen der Kathedrale auch polnische Nationalhelden und Künstler ihre letzte Ruhestätte gefunden.

Die berühmte Wawel-Kathedrale thront auf dem gleichnamigen Hügel in Krakau, einer UNESCO-Weltkulturstadt im Süden Polens. Mit vollem heißt das imposante Gotteshaus „Kathedrale St. Stanislaus und Wenzel”.

Mit den drei Schiffen, dem auf langen Stützpfeilern ruhenden Kreuzrippengewölbe und dem rechteckig geschlossenen Chor ist die Wawel-Kathedrale ein Parade-Beispiel der Krakauer Gotik, welche in vielen anderen Basiliken in Krakau wieder zu finden ist.

Zwischen zwei gotischen Kapellen liegt das Haupteingangstor zu Krakauer Kathedrale, an dessen eisenbeschlagenen Torflügeln das Monogramm von König Kasimir dem Großen prangt. Aufmerksame Beobachter entdecken die urzeitlichen Knochen, die an den schmiedeeisernen Ketten der Treppe angebracht sind. Sie stammen von einem Mammut, einem Wal und einem Wollnashorn und sollen Unheil aus der Kirche fernhalten. Der Legende nach bleibt die Kathedrale bestehen, so lange die Knochen an ihrem Platz bleiben.

Im Inneren der Kathedrale fällt sofort das zentrale Mausoleum des Heiligen Stanislaus im Zentrum zwischen Haupt- und Querschiff ins Auge. Der prachtvolle silberne Sarkophag unter einem vergoldeten Baldachin wird von vier Engelstatuen getragen.

Neben dem Heiligen Stanislaus sind auch fast alle Könige Luxemburgs sowie polnische Nationalhelden und Schriftsteller in der Kathedrale Notre Dame bestattet. Für viele Gräber wurde eine eigene Kapelle errichtet, insgesamt sind es 21 an der Zahl.

Sigismund-Kapelle

Von 1517 bis 1533 wurde von Bartholomeo Berrecci aus Florenz auf Auftrag von König Sigismund I. die quadratische Sigismund-Kapelle erschaffen, die heute mit ihren Grabmälern und Plastiken von großem kunsthistorischen Wert ist. Als bedeutendstes Renaissance-Werk in Polen wird die Kapelle auch als „Perle der Renaissance nördlich der Alpen” bezeichnet. Mit ihrer goldenen Kuppel ist die Sigismund-Kapelle der auffälligste Anbau an der Südfassade. Ihr Inneres beherbergt eine einzigartige Ausstattung im italienischen Stil mit kunstvollen Oranamenten und einem silbernen Altar. In der Kapelle sind nicht nur der Auftraggeber selbst, sondern auch seine Nachkommen König Sigismund II August und Anna Jagiellonica bestattet.

Die goldene Kuppel an der Wawel-Kathedrale in Krakau markiert die prachtvolle Sigismund-Kapelle, die "Perle der Renaissance" in Polen - © Kaetana / Shutterstock
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Heiligkreuz-Kapelle

Die Heiligkreuz-Kapelle dient Kasimir dem Jagiellonen und seiner Gattin Elisabeth Rakuszanka, die „Mutter der Könige”, als letzte Ruhestätte. Die marmorne Statue des Kaisers wurde vom deutschen Künstler Veit Stoß geschaffen und zählt zu den bedeutendsten Meisterwerken der spätmittelalterlichen Bildhauerei. Das Grabmal Elisabeths hingegen ist nur eine Gedenkplatte im Fußboden.

Potocki-Kapelle

In der Potocki-Kapelle liegt der Bischof Filip Padniewski begraben. Sie ist die einzige Kapelle der Wawel-Kathedrale, die zur Gänze dem Klassizismus entspricht und wurde vom polnischen Bildhauer Jan Michałowicz gestaltet, dem damals größten Künstler der Spätrenaissance in Polen.

Kirchtürme und Sigismund-Glocke

Als Teil der Befestigungsanlage wurde in der zweiten Hälfte des 14. Jahrhunderts der berühmte Sigismund-Glockenturm mit der noch besser bekannten Sigismund-Glocke errichtet. Ihr Anblick lohnt den Aufstieg auf den Turm in jedem Fall!

Die wohl ehrwürdigste Glocke Polens wurde im 16. Jahrhundert aus ausrangierten Kanonen gegossen und wiegt stolze 12,7 Tonnen. Allein der Klöppel bringt über 350kg auf die Waage. An ihrer 2m hohen Flanke sind Reliefs mit dem Heiligen Sigismund und dem Heiligen Stanislaus sowie das polnische Wappen eingeprägt. 12 Männer waren damals nötig, um sie in Bewegung zu setzen, dafür dröhnt ihr voller Klang ganze 12km weit. Früher wurde die Sigismund-Glocke zur Geburt von Königskindern geschlagen, heute ertönt sie an Feiertagen und zu wichtigen nationalen Ereignissen.

Die beiden weiteren Türme der Wawel-Kathedrale sind der Uhrenturm mit seinem barocken Helm und der Silberglockenturm, der auch Vikarsturm genannt wird.

Tipp:Die Kathedrale kann kostenlos betreten werden, für den Aufstieg auf den Sigismund-Turm, die Königsgräber und das Kathedralen-Museum wird Eintritt verlangt.

Geschichte der Wawel-Kathedrale

Die heutige Wawel-Kathedrale ist bereits das dritte Bauwerk, welches an dieser Stelle errichtet wurde. Die erste Kirche entstand im Jahr 1020, die damalige St. Wenzels-Kathedrale wurde nur 18 Jahre später wieder zerstört. 1142 entstand die romanische Kathedrale St. Stanislaus als letzte Ruhestätte des Bischofs und Märtyrers aus Szczepanów, die 1305 durch ein Feuer zerstört wurde, das nur die St. Leonhards-Krypta verschonte. Dennoch wurde in der provisorisch wiederhergestellten Kathedrale mit Ladislaus Ellenlang der erste König auf dem Wawel gekrönt. 36 weitere folgten noch im Lauf der Geschichte.

Unter Bischof Nanker entstand der Nachfolgebau im gotischen Stil, der nach 40 Jahren Bauzeit im Jahr 1364 fertiggestellt wurde. Ihr Kern blieb bis heute erhalten und wurde nur durch einige Kapellen noch erweitert.

Gleich neben der Wawel-Kathedrale wurde im 14. Jahrhundert vom polnischen Könige Kasimir das Wawel-Schloss als Residenz der Herrscher Polens errichtet und so wurde die Wawel-Kathedrale auch gleich zur Hofkirche ernannt. Bis heute ist die Wawel-Kathedrale die letzte Ruhestätte einiger Könige von Polen. Auch Polens Heilige Königin Jadwiga wurde 1399 in der Wawel-Kathedrale beigesetzt und im 17. Jahrhundert schuf Giovanni Trevano das prunkvolle Mausoleum des Heiligen Stanislaus im Zentrum der Kathedrale. Karol Wojtyla, später besser bekannt als Papst Johannes Paul II., hat in der Leonhardskrypta seine erste heilige Messe gefeiert und betreute die Kathedrale von 1964 bis 1978.

Weiterführende Links:

Offizielle Website der Wawel-Kathedrale mit Preisen und Öffnungszeiten (englisch)

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