Tatra Nationalpark, Polen

Der unberührte Tatra Nationalpark im Süden Polens ist mit felsigen Gipfeln, smaragdgrüner Vegetation, saphirblauen Bergseen und überwältigenden Weitblicken ein Paradies für Outdoor-Urlaub.

Der Tatra-Nationalpark liegt im Süden Polens an der Grenze zur Slowakei und umfasst die Hohe Tatra und die Westtatra, zwei Gebirgsketten des Fatra-Tatra-Gebietes und der Karpaten. Seit 1993 steht der Tatra Nationalpark als Biosphärenreservat unter dem Schutz der UNESCO. Auch auf unserer Liste der Top 10 Sehenswürdigkeiten von Polen hat der faszinierende Nationalpark seinen Platz.

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Entstehung des Tatra Nationalparks

1925 entstand erstmals die Idee, die Tatra zu schützen und so wurde 12 Jahre später ein erster Naturpark errichtet. 1949 wurde der Nationalpark in der damaligen Tschechoslowakei und 5 Jahre später auch in Polen mit einer Fläche von 200 Quadratkilometern gegründet. Der Großteil der Tatra liegt in der Slowakei, dafür gehört Polen der höchste Punkt der Gebirgskette: Der 2.500m hohe Rysy.

Das Naturschutzgebiet ist eine atemberaubende Symphonie aus Wäldern, Seen und Bergen mit überwältigenden Weitblicken. Sein eindrucksvolles Erscheinungsbild verdankt der Tatra-Nationalpark der Eiszeit und ihren Gletschern, die sich in den letzten 10.000 Jahren nach und nach zurückzogen.

Die Hohe Tatra und die Westtatra unterscheiden sich durch ihr Landschaftsbild. Die schroffesten Gipfel und Kanten, sowie zahlreiche Bergseen in malerischen Tälern findet man im Kristallgestein der Hohen Tatra, während die Westtatra eher durch sanfte Täler und niedrigere Felsformationen geprägt ist.

Beste Reisezeit für den Tatra Nationalpark

Die ideale Zeit, um den Tatra Nationalpark zu erkunden, hängt von der Urlaubsart ab, denn die Tatra ist das ganze Jahr über sehenswert! Im Jänner und Februar gibt es den meisten Schnee für Wintersport und wer am liebsten bei stabilem Wetter wandern und die Natur genießen möchte, sollte die faszinierende Bergwelt zwischen Juni und August besuchen. Im Sommer erreicht das Thermometer verlässlich die 20°C-Marke und es regnet am wenigsten.

Wie kommt man am besten zum Tatra Nationalpark?

Am Fuß des Gebirges liegt der bekannte Wintersportort Zakopane, der auch als Verwaltungsort für den Tatra-Nationalpark und Ausgangspunkt für Wanderungen und Skitouren fungiert.

Zakopane liegt rund 90 Kilometer südlich von Krakau und ist mit einer Seehöhe von bis zu 1.000 Metern die höchstgelegene Stadt Polens. Dennoch ist sie mit dem PKW auf gut ausgebauten Straßen einfach zu erreichen.

Der Tourismus im Tatra-Nationalpark erfreut sich zunehmender Beliebtheit. Hat die Natur der Tatra die früheren Bedrohungen wie Überweidung und Abholzung überstanden, sieht sie sich nun einer neuen Gefahr gegenüber. Die Wanderwege und Schutzhütten können die Zahl der Touristen kaum fassen, daher ist der Tatra-Nationalpark nun nicht mehr kostenlos zugänglich.

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Zakopane: Basislager des Tatra Nationalparks

Zakopane zählt mit jährlich rund 3 Millionen Besuchern zu den beliebtesten Ferienorten des Landes und ebenfalls zu unseren Top 10 Sehenswürdigkeiten von Polen. Im Sommer ist Zakopane als Ausgangspunkt für Wanderungen, Höhlentouren und Gipfelstürme im Tatra-Nationalpark perfekt geeignet.

Tipp: Für einen sommerlichen Besuch in Zakopane sollte man zumindest eine Woche, wenn nicht sogar länger einplanen, um die vielen Attraktionen in der Umgebung entdecken zu können. Sogar organisierte Tagestouren nach Wien, Bratislava, Budapest und Krakau können gebucht werden.

Auch im Winter herrscht in Zakopone keineswegs tote Hose! Als größtes Wintersportzentrum Polens ist Zakopane ein Eldorado für Skifahrer und Snowboarder. Darüber hinaus wurden auf der Skisprungschanze Wielka Krokiew („Großer Sparren“) bereits mehrere Skisprungweltmeisterschaften entschieden. Die Pisten in Zakopane decken jede Schwierigkeitsstufe ab und sind in der Nacht teilweise beleuchtet.

Neben Skifahren und Snowboarden gehören auch Eislaufen und Paragliding zu den beliebtesten Sportarten in Zakopane. Ein besonders romantisches Erlebnis ist außerdem eine Fahrt mit der Pferdekutsche durch die tief verschneite Winterlandschaft. Oder das Örtchen Zakopane selbst und seine interessante Kultur zu erkunden….

Zakopane-Stil

Wunderschöne hölzerne Villen im "Zakopane-Stil" prägen des Stadtbild des bekannten Wintersportortes Zakopane im Süden von Polen - © Patryk Kosmider / Shutterstock
© Patryk Kosmider / Shutterstock

Die Winterhauptstadt Polens ist aufgrund seiner außergewöhnlichen Architektur sehenswert, die mit dem „Zakopane-Stil“ sogar eine eigene Bezeichnung erhielt. Die wunderschönen hölzernen Villen gehen auf die Bauweise der „Goralen“ zurück, einer traditionellen Kultur, die mit modernen Elementen kombiniert wurde. Vor allem der Architekt Stanislaw Witkiewicz prägte diesen Stil, der in einem Museum in der Villa Koliba am besten nachvollzogen werden kann.

Originale Dörfer und Kapellen der Gorale sind heute noch über den gesamten Tatra-Nationalpark verstreut. Auch das Tatra-Museum, in dem Kunst, Trachten, Flora und Fauna der Region ausgestellt werden, trägt die Handschrift von Witkiewicz. Sein Sohn ist übrigens der gleichnamige berühmte Schriftsteller und Maler, dessen Werke noch heute im renommierten Theater von Zakopane aufgeführt werden.

Koscieliska-Straße

Die hölzerne Kirche aus dem 19. Jahrhundert Koscieliska-Straße in Zakopane beeindruckt durch ihre kunstvollen Schnitzereien, Polen - © pryzmat / Shutterstock
© pryzmat / Shutterstock

Die Koscieliska-Straße ist die erste Adresse, wenn man sich für den Zakopane-Stil interessiert. Gesäumt von wunderschönen Holzvillen befindet sich hier auch die erst kürzlich renovierte Villa Koliba, die heute ein Museum über die einzigartige Architektur beherbergt.

Hier ist auch eine alte Kirche aus dem 19. Jahrhundert zu bestaunen, die durch ihre kunstvollen Schnitzereien beeindruckt. Auf dem Friedhof liegen zahlreiche berühmte Persönlichkeiten aus Zakopane begraben.

Die Goralen – historische Kultur Zakopanes

Die traditionellen Dörfer der Gorale, einer historischen polnischen Kultur, im Tatra-Nationalpark bilden die Grundlage des "Zakopane-Stils", Polen - © Patryk Kosmider / Shutterstock
© Patryk Kosmider / Shutterstock

Die Sommermonate sind auch die ideale Zeit, um die traditionelle Kultur der „Gorale“ kennen zu lernen. Berghütten, kleine Kirchen und Kapellen in einem ganz eigenen architektonischen Stil sind über den ganzen Tatra-Nationalpark verstreut. Ihre Kultur und Traditionen werden durch ihren eigenen Dialekt, ihre Musik, Trachten und Bräuche hochgehalten. Das bekannteste Goralen-Dorf ist Chocholow mit über 30 wunderschönen Häusern.

Bis weit ins 19. Jahrhundert war auch Zakopane ein beschauliches Dörfchen im hölzernen Baustil der Goralen. In den 1870er-Jahren, als der Warschauer Arzt Tytus Chałubiński in Zakopane ein Sanatorium für Tuberkulose-Patienten gründete, wurde das geruhsame Örtchen immer mehr bekannt und zog auch bald Künstler an, die sich von der traumhaften Umgebung inspirieren ließen.

1899 wurde die Zugverbindung von Krakau nach Zakopane eröffnet und es entstanden die ersten Hotels. Seitdem ging es mit dem kleinen Ort am Fuß der Hohen Tatra touristisch steil bergauf. Vor allem seit der Unabhängigkeit Polens im Jahr 1918 wurde der Tourismus mit ehrgeizigen Projekten vorangetrieben und so war Zakopane bereits Austragungsort mehrerer Wintersport-Ereignisse mit internationaler Aufmerksamkeit.

Die Tradition der Goralen wird auch heute noch mit zahlreichen Festen, Märkten und anderen kulturellen Veranstaltungen hochgehalten.

Wandern im Tatra-Nationalpark

Der Tatra Nationalpark ist bei Einheimischen und Touristen gleichermaßen für Wanderungen beliebt. Seine wildromantische Tier- und Pflanzenwelt und die schroffe Berglandschaft ziehen Bergsteiger und Wanderer aus aller Welt an. Auf den 270 Kilometern an ausgeschilderten Wanderwegen ist sowohl für den Alltags-Spaziergänger als auch für ausgewachsene Bergfexe etwas dabei. Und wem der Aufstieg auf den malerischen Gipfel Kasprowy Wierch zu steil ist, der kann auch die Seilbahn nehmen.

Bergseen in der Tatra – kristallklar und eiskalt

Die Bergseen im Tatra-Nationalpark sind ein Kapitel für sich; es gibt etwa 30 so genannten „Teiche“, die die Landschaft des Nationalparks wie Tintenflecken überziehen, Polen - © Papinotschka / Fotolia
© Papinotschka / Fotolia

Die Bergseen im Tatra-Nationalpark sind ein Kapitel für sich. Insgesamt gibt es etwa 30 so genannten „Teiche“, die die Landschaft des Nationalparks wie Tintenflecken überziehen. Die beiden größten sind der Morskie Oko („Meeresauge“) und der Wilki Staw Polski („Großer Polnischer Teich“).

Durch das spärliche Leben in den eiskalten Bergseen ist das Wasser unglaublich klar. Vor allem der Wanderweg zum Morskie Oko ist mit seinem unvergesslichen Panorama äußerst empfehlenswert! Ebenfalls sehenswert ist der 10m hohe Wasserfall im Strazycka-Tal.

Flora und Fauna im Tatra-Nationalpark

In den unteren Regionen bieten lauschige Tannen- und Buchenwälder Schatten für den erhitzten Wanderer und Unterschlupf für Rehe und Hirsche, weiter oben dominieren die Fichten und über 1.500 Metern gedeihen noch Zwergkiefern und Graspflanzen. 85 der insgesamt 1.000 Pflanzenarten im Tatra-Nationalpark stehen unter Naturschutz.

Im alpinen Raum fühlen sich vor allem Gams und Murmeltier, Auerhahn und Birkhahn, Steinadler und Falke wohl. Mit etwas Glück erhaschen aufmerksame Wanderer sogar einen Blick auf einen Luchs, einen Wolf oder einen Braunbären.

Höhlen im Tatra-Nationalpark

Doch nicht nur Bergsteiger fühlen sich im Tatra-Nationalpark wohl. Das Gebiet beinhaltet über 650 Höhlen, von denen 6 besichtigt werden können, wie zum Beispiel die Mrozna („Eishöhle“).

Im Gegensatz zu ihr ist das Drachenloch in der Krakauer Schlucht, übrigens eine der schönsten Schluchten im Tatra-Nationalpark, weder elektrisch beleuchtet noch sind geführte Touren möglich. Also unbedingt Taschenlampe mitnehmen!

Auch die Mylna („Irrhöhle“) kann auf einem markierten aber unbeleuchteten Wanderweg auf eigene Faust erkundet werden. Die Felsöffnungen in diesem 1km langen Labyrinth bieten atemberaubende Aussichten auf das Koscielska-Tal.

Weiterführende Links:

Offizielle Website des Nationalparks
Offizielle Website von Zakopane

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