Zakopane, Polen

Das Leisten-Haus im Stadtzentrum von Zakopane stammt aus dem Jahr 1900 und wird heute als Hotel genutzt, Polen - © marekusz / Shutterstock
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Zakopane am Fuß des Tatra-Gebirges ist mit einer Seehöhe von bis zu 1.000 Metern die höchstgelegene Stadt Polens. Die zerklüftete Bergwelt des Tatra-Gebirges bietet im Winter fantastische Skipisten und im Sommer exzellente Wanderrouten inmitten herrlicher Natur.

Der bekannte Wintersportort Zakopane im Süden von Polen liegt rund 90km südlich von Krakau und zählt zu den beliebtesten Ferienorten des Landes. Am Fuß des mächtigen Tatra-Gebirges gelegen bietet Zakopane sowohl im Winter als auch im Sommer Natur- und Sporterlebnisse der Extraklasse und zählt jedes Jahr rund drei Millionen Besucher.

Zakopane-Stil

Die Winterhauptstadt Polens ist aufgrund seiner außergewöhnlichen Architektur sehenswert, die mit dem „Zakopane-Stil” sogar eine eigene Bezeichnung erhielt. Die wunderschönen hölzernen Villen gehen auf die Bauweise der „Goralen” zurück, einer traditionellen Kultur, die mit modernen Elementen kombiniert wurde. Vor allem der Architekt Stanislaw Witkiewicz prägte diesen Stil, der in einem Museum in der Villa Koliba am besten nachvollzogen werden kann.

Wunderschöne hölzerne Villen im "Zakopane-Stil" prägen des Stadtbild des bekannten Wintersportortes Zakopane im Süden von Polen - © Patryk Kosmider / Shutterstock
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Originale Dörfer und Kapellen der Gorale sind heute noch über den gesamten Tatra-Nationalpark verstreut. Auch das Tatra-Museum, in dem Kunst, Trachten, Flora und Fauna der Region ausgestellt werden, trägt die Handschrift von Witkiewicz. Sein Sohn ist übrigens der gleichnamige berühmte Schriftsteller und Maler, dessen Werke noch heute im renommierten Theater von Zakopane aufgeführt werden.

Koscieliska-Straße

Die Koscieliska-Straße ist die erste Adresse, wenn man sich für den Zakopane-Stil interessierte. Gesäumt von wunderschönen Holzvillen befindet sich hier auch die erst kürzlich renovierte Villa Koliba, die heute ein Museum über die einzigartige Architektur beherbergt. Hier ist auch eine alte Kirche aus dem 19. Jahrhundert zu bestaunen, die durch ihre kunstvollen Schnitzereien beeindruckt. Auf dem Friedhof liegen zahlreiche berühmte Persönlichkeiten aus Zakopane begraben.

Die hölzerne Kirche aus dem 19. Jahrhundert Koscieliska-Straße in Zakopane beeindruckt durch ihre kunstvollen Schnitzereien, Polen - © pryzmat / Shutterstock
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Zakopane im Winter

Als höchstgelegene Stadt und größtes Wintersportzentrum Polens ist Zakopane ein Eldorado für Skifahrer und Snowboarder. Darüber hinaus wurden auf der Skisprungschanze Wielka Krokiew („Großer Sparren”) bereits mehrere Skisprungweltmeisterschaften entschieden. Die Pisten in Zakopane decken jede Schwierigkeitsstufe ab und sind in der Nacht teilweise beleuchtet.

Neben Skifahren und Snowboarden gehören auch Eislaufen und Paragliding zu den beliebtesten Sportarten in Zakopane. Ein besonders romantisches Erlebnis ist außerdem eine Fahrt mit der Pferdekutsche durch die tief verschneite Winterlandschaft.

Zakopane im Sommer

Zakopane fungiert als Verwaltungsort für den herrlichen Tatra-Nationalpark, eine atemberaubende Symphonie aus felsigen Gipfeln, smaragdgrüner Vegetationen, saphirblauen Bergseen und überwältigenden Weitblicken. Auf den 270 Kilometern an perfekt ausgeschilderten Wanderwegen ist sowohl für den Alltags-Spaziergänger als auch für ausgewachsene Bergfexe etwas dabei. Vor allem im Sommer ist Zakopane als Ausgangspunkt für Wanderungen, Höhlentouren und Gipfelstürme im Tatra-Nationalpark perfekt geeignet.

Tipp: Für einen sommerlichen Besuch in Zakopane sollte man zumindest eine Woche, wenn nicht sogar länger einplanen, um die vielen Attraktionen in der Umgebung entdecken zu können. Sogar organisierte Tagestouren nach Wien, Bratislava, Budapest und Krakau können gebucht werden.

Die Goralen – historische Kultur Zakopanes

Die Sommermonate sind auch die ideale Zeit, um die traditionelle Kultur der „Gorale” kennen zu lernen. Berghütten, kleine Kirchen und Kapellen in einem ganz eigenen architektonischen Stil sind über den ganzen Tatra-Nationalpark verstreut. Ihre Kultur und Traditionen werden durch ihren eigenen Dialekt, ihre Musik, Trachten und Bräuche hochgehalten. Das bekannteste Goralen-Dorf ist Chocholow mit über 30 wunderschönen Häusern.

Die traditionellen Dörfer der Gorale, einer historischen polnischen Kultur, im Tatra-Nationalpark bilden die Grundlage des "Zakopane-Stils", Polen - © Patryk Kosmider / Shutterstock
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Bis weit ins 19. Jahrhundert war auch Zakopane ein beschauliches Dörfchen im hölzernen Baustil der Goralen. In den 1870er-Jahren, als der Warschauer Arzt Tytus Chałubiński in Zakopane ein Sanatorium für Tuberkulose-Patienten gründete, wurde das geruhsame Örtchen immer mehr bekannt und zog auch bald Künstler an, die sich von der traumhaften Umgebung inspirieren ließen.

1899 wurde die Zugverbindung von Krakau nach Zakopane eröffnet und es entstanden die ersten Hotels. Seitdem ging es mit dem kleinen Ort am Fuß der Hohen Tatra touristisch steil bergauf. Vor allem seit der Unabhängigkeit Polens im Jahr 1918 wurde der Tourismus mit ehrgeizigen Projekten vorangetrieben und so war Zakopane bereits Austragungsort mehrerer Wintersport-Ereignisse mit internationaler Aufmerksamkeit.

Die Tradition der Goralen wird auch heute noch mit zahlreichen Festen, Märkten und anderen kulturellen Veranstaltungen hochgehalten.

Weiterführende Links:

Offizielle Website von Zakopane