Marktplatz in Wroclaw (Breslau), Polen

Der Marktplatz in der polnischen Stadt Wroclaw (Breslau) im Westen Polens zählt zu den schönsten Plätzen Europas - © Pablo77 / Shutterstock
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Der geschäftige Marktplatz in Wroclaw zählt zu den schönsten Marktplätzen Europas. Das fantastische gotische Rathaus und die farbenfrohen Patrizierhäuser in der Kulturhauptstadt 2016 wurden im Stil um 1800 restauriert.

Der Marktplatz in der polnischen Stadt Wroclaw (Breslau) im Westen Polens zählt zu den schönsten Plätzen Europas. Der mittelalterliche Platz im Kern von Wroclaw wird auch „Großer Ring” oder einfach nur „Der Ring” („Rynek”) genannt und bildet heute das Zentrum der Breslauer Fußgängerzone. Die farbenprächtigen Gebäude, die ihn umschließen, entführen den Betrachter auf eine architektonische Reise in die Vergangenheit von Gotik bis Jugendstil.

BILDER: Marktplatz von Breslau

 

2016 wurde Wroclaw zur Kulturhauptstadt Europas gekürt, was der Stadt und ihrem bezaubernden Marktplatz sowohl zu größerer Bekanntheit, als auch zu erhöhten Touristenströmen verhalf.

Entstehung des Marktplatzes von Wroclaw

Der Markplatz von Wroclaw misst 205 mal 175 Meter und entstand Anfang des 13. Jahrhunderts unter Polens Princeps Heinrich I. Den Anfang machte der so genannte „Tritt”, der mittlere Gebäudeblock im Inneren des Rings, der aus dem imposanten Rathaus, dem Neuen Rathaus und einigen farbenfrohen Bürgerhäusern besteht. Die Grundstücksgrenzen an den Rändern des Breslauer Marktplatzes wurden Mitte des 14. Jahrhunderts vergeben, auf denen nach und nach wundervolle polnische Patrizierhäuser entstanden.

Der gesamte Marktplatz in Wroclaw ist Fußgängerzone und bietet die ideale Gelegenheit, um die Breslauer Bevölkerung kennen zu lernen, die sich hier zum Einkaufen und Ausgehen versammelt, Polen - © DyziO / Shutterstock
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Die 60 historischen Grundstücke, die heute bebaut sind, sind nicht mehr dieselben wie im 14. Jahrhundert. Die Namen ihrer Gebäude, wie zum Beispiel „Unter Greifen”, „Zur Blauen Sonne” oder „Altes Rathaus” sind jedoch heute noch in Verbindung mit ihren traditionellen Wappen zu sehen.

Die Mitte des Rynek

Das wichtigste Gebäude am „Tritt” war zu jeder Zeit das Rathaus von Wroclaw- egal ob alt oder neu. Neben dem prachtvollen Alten Rathaus mit der eindrucksvollen Fassade in einer interessanten Mischung aus Gotik und Renaissance wurde im 20. Jahrhundert der mittelalterliche Pranger rekonstruiert. Halten Sie Ausschau nach der astronomischen Uhr an seiner Fassade!

Der Markplatz von Wroclaw misst 205 mal 175 Meter und entstand Anfang des 13. Jahrhunderts, Polen - © Pablo77 / Shutterstock
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Da der Ring Breslaus früher der einzige Platz in Wroclaw war, an dem Handel getrieben werden durfte, entstanden rund um das Rathaus große Kaufhäuser, wie das Tuchhaus, das Leinwandhaus, der Fischmarkt, das Hopfenamt, das Schmetterhaus und die Häuser der Großen und Kleinen Waage. Als das feudale Magdeburger Stadtrecht aufgehoben wurde und der Handel sich ausweitete, wurden die riesigen Häuser überflüssig und Anfang des 19. Jahrhunderts abgerissen. An ihre Stelle traten klassizistische Wohnhäuser und zwei Denkmäler von Friedrich II und Friedrich Wilhelm III., die jedoch kurz nach dem Zweiten Weltkrieg entfernt wurden. An Stelle des letzten wurde 1956 ein Denkmal des polnischen Schriftstellers Alexsander Graf Fredro errichtet, welches aus Lemberg evakuiert wurde.

Die Ränder des Rynek

Von den umliegenden Seiten des Markplatzes in Wroclaw beinhaltet die westliche, auch als „Sieben-Kurfürsten-Seite” bekannt, die meisten Baudenkmäler. Die prächtigen Bürgerhäuser im Renaissance- und Jugendstil wurden zum Glück im Zweiten Weltkrieg nicht beschädigt. Hier befindet sich das Bürgerhaus „Unter Greifen”, das größte am Ring und das Haus „Zu Sieben Kurfürsten”, das mit fantastischen Malereien verziert ist. Die Südseite, oder „Goldene-Becher-Seite” besteht aus farbenfrohen Warenhäusern, die im Stil um 1800 akribisch rekonstruiert wurden. Im Haus 13 befindet sich die Touristeninformation. Auch auf der Ost- und Nordseite („Grüne-Röhr-Seite” und „Naschmarkt”-Seite) wurden die Fassaden nach den Zerstörungen im Zweiten Weltkrieg teils etwas pseudohistorisch restauriert.

An der nordwestlichen Ecke des Marktplatzes in Wroclaw befinden sich der gotische Backsteinturm der Elisabethkirche und zwei winzige Häuser der Altaristen, die die Messe lasen, Polen - © Patryk Michalski / Shutterstock
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An der nordwestlichen Ecke befinden sich der gotische Backsteinturm der Elisabethkirche und zwei winzige Häuser der Altaristen, die die Messe lasen. Die beiden Häuschen aus dem 15. Jahrhundert sind durch einen Steinbogen verbunden und werden im Volksmund scherzhaft als „Hänsel und Gretel” bezeichnet, da sie aussehen, als würden sie sich an der Hand halten.

Die letzte Renovierung der historischen Fassaden wurde im Jahr 2000 abgeschlossen und die Straße auf der Ostseite als letzte für den Autoverkehr geschlossen, Wroclaw, Polen - © eFesenko / Shutterstock
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Die letzte Renovierung der historischen Fassaden wurde im Jahr 2000 abgeschlossen und schließlich auch die Straße auf der Ostseite als letzte für den Autoverkehr geschlossen. Somit ist der gesamte Große Ring in Wroclaw Fußgängerzone und bietet die ideale Gelegenheit, um die Breslauer Bevölkerung kennen zu lernen, die sich hier zum Einkaufen, Ausgehen, Kaffee trinken und Essen versammelt. Biertrinker sollten einen Schluck in der Brauerei „Spiz” unter dem Neuen Rathaus genießen. Dem bronzenen Bären auf dem kitschigen Brunnen von E. M. Geyger an der Nase zu streicheln soll übrigens Glück bringen!

In den schattigen Gässchen von Europas Kulturhauptstadt 2016 ist die eine oder andere Überraschung zu entdecken, vom winzigen Schmuckladen bis hin zu schrägen Bars. Im Sommer ist der Rynek Veranstaltungsort für Konzerte und Ausstellungen, im Winter wird er zum Eislaufplatz der Stadt umfunktioniert.