Krummer Wald, Polen

Der skurrile
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Am roten Wanderweg von Gryfion (Greifenhagen) nach Mieszkowice (Bärwalde) im Nordwesten Polens liegt der spektakuläre Krumme Wald, dessen Kiefern scheinbar motivationslos nicht senkrecht in den Himmel wachsen.

Im Nordwesten Polens ist mit dem skurrilen „Krummen Wald“ eine besonders eigenartige Sehenswürdigkeit zu finden. Auf einer Fläche von knapp 2 Hektar haben sich die Bäume scheinbar entschlossen, in einer Kurve zu wachsen. Wie dieses faszinierende Naturphänomen entstanden ist, ist bis heute nicht restlos geklärt.

Der Krumme Wald von Polen erinnert an ein Märchen von Hans Christian Andersen und wurde mittlerweile zum Naturdenkmal erklärt. Die etwa 400 Kiefern des Krummen Waldes sind bis zu 12m hoch und an die 80 Jahre alt und bieten tatsächlich einen eigenartigen Anblick.

Ursprünglich meinte man, dass die Bäume von Menschenhand absichtlich so gestaltet wurden, um die Stämme für den Bau von Möbeln, Schiffen oder Ochsenkarren bereits „vorzubiegen“. Wahrscheinlicher ist, dass eine forstwirtschaftliche Methode den Ausschlag dafür gab, die bis zum Anfang des 20. Jahrhunderts praktiziert wurde. Dabei wurde ein junger Baum oberhalb des ersten Triebes abgeschnitten, um die nachwachsenden Triebe noch nutzen zu können. Die Wipfel wurden dann zum Beispiel für Weihnachtsbäume verwendet. Aufgrund des Krieges blieben die Stümpfe danach jedoch unbewirtschaftet und wuchsen in ihre eigene Richtung. Wie sich diese perfekte Symmetrie ausbildete, ist jedoch nach wie vor ein Rätsel.

Weitere teils haarsträubende Theorien wurden ebenfalls bereits laut. So soll ein orkanartiger Schneesturm kurz nachdem die Bäume gepflanzt wurden für ihren krummen Wuchs verantwortlich sein, oder die Gravitation soll sich an diesem Ort kurzfristig verändert haben.

Besuch des Krummen Waldes

Der bizarre Wald liegt in der Woiwodschaft Westpommern nahe des Dorfes Nowe Czarnowo in der Gemeinde Gryfino (Greifenhagen). Über den roten Wanderweg von Gryfion nach Mieszkowice (Bärwalde) kann der Krumme Wald besucht werden. Rund um den Krummen Wald wachsen die Kiefern übrigens ganz normal – warum auch immer.