Stephansdom in Wien, Österreich

Der Stephansdom, das Wahrzeichen der Stadt Wien mit seinem alles überragenden Südturm, Österreich - © vvoe / Fotolia
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Der gotische Stephansdom gilt als Wahrzeichen der Stadt Wien und für viele Österreicher als Nationalheiligtum. Seine Erscheinung besticht vor allem durch den alles überragenden Südturm, das zick-zack-gemusterte Dach und die aufwändige Inneneinrichtung in gotischem und barockem Stil. Die berühmte Glocke im Nordturm, die Pummerin, begrüßt in jeder Silvesternacht das neue Jahr.

Der Stephansdom befindet sich in der österreichischen Bundeshauptstadt Wien am Stephansplatz im ersten Bezirk „Innere Stadt”. Von den Wienern liebevoll als „Steffl” bezeichnet ist der Stephansdom das Wahrzeichen der Stadt Wien und einer der größten Besuchermagneten Österreichs. Er ist eines der wichtigsten gotischen Bauwerke der Alpenrepublik und wird von vielen als Nationalheiligtum angesehen. Gemeinsam mit dem historischen Zentrum von Wien wurde er 2001 von der UNESCO zum Weltkulturerbe ernannt und zählt auf jeden Fall zu den Top 10 Sehenswürdigkeiten von Wien.

Der römisch-katholische Dom ist über 100m lang und 34m breit. Am auffälligsten sind sein im Zickzack gemustertes Dach, sein Eingang durch das imposante „Riesentor” und natürlich der alles überragende Südturm, der in der Wiener Skyline unverkennbar ist. Benannt wurde die eigentliche „Domkirche St. Stephan zu Wien” nach dem ersten christlichen Märtyrer, dem Heiligen Stephanus, der auch auf dem frühbarocken Hochaltar abgebildet ist.

Neben weiteren barocken und gotischen Altären ist auch das 8 Tonnen schwere Hochgrab Kaiser Friedrichs III. in der Stephanskirche untergebracht. Auch die Kanzel ist als spätgotisches Kunstwerk zu erwähnen, sowie die mittelalterlichen bzw. neugotischen Buntglasfenster.

Der Südturm ist mit 136,4m die höchste Spitze des Stephansdoms. Dort befindet sich das aus 13 Glocken bestehende Glockenspiel, welches zum Festgeläut verwendet wird. Neben dem Südturm besitzt der Stephansdom noch die beiden links und rechts angeordneten 65m hohen Heidentürme und den Nordturm, der jedoch nie fertig gestellt wurde und die beiden Heidentürme nur knapp überragt. Hier befindet sich die berühmte Pummerin, zweitgrößte freischwingende Kirchenglocke Europas, deren Begrüßungsgeläut für das neue Jahr in jeder Silvesternacht im Fernsehen übertragen wird.

Die berühmte "Pummerin" des Wiener Stephansdoms ist die zweitgrößte freischwingende Kirchenglocke Europas und läutet in jeder Silvesternacht - Live im TV - das neue Jahr ein, Österreich - © Reinhard Marscha / Fotolia
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Geschichtes des Stephansdoms

Die erste „Version” des Stephansdoms wurde bereits im 12. Jahrhundert errichtet und dem Heiligen Stephanus geweiht. Ca. 100 Jahre später entstand ein spätromanischer Bau, dessen Westfassade noch zu sehen ist. Wieder ca. 100 Jahre später entstand der gotische Chor. Zu dieser Zeit wurde auch der Grundstein für das heutige Langschiff des Stephansdoms gelegt. Und wieder 100 Jahre später, 1433, konnte Südturm vollendet werden, damals der höchste Turm Europas. 1469 wurde Wien zum Bistum und der Stephansdom zur Kathedrale erkoren. Den Zweiten Weltkrieg überstand der Stephansdom ohne größere Schäden, erst als bereits zu Kriegsende zivile Plünderer die Geschäfte rings um den Stephansplatz in Brand steckten, trafen Funken auch den Dom. Der Dachstuhl und der Glockenturm brannten vollständig aus, die wertvolle Orgel wurde zerstört und die Pummerin stürzte ab und zerbrach. Unter anderem mit großzügigen Spenden aus der Bevölkerung wurde der Dom und die Pummerin wiederhergestellt.

Verein “Unser Stephansdom”

Heute kümmert sich der Verein „Unser Stephansdom” um die Restaurierung und die Akquirierung der finanziellen Mittel dafür. Neben Spenden erzielt der bei Touristen äußerste beliebte Stephansdom auch durch Führungen und den Dom-Shop Einkünfte. Besichtigt werden können neben dem Kirchenschiff auch die Katakomben unter dem Stephansdom mit berühmten Grabstätten und der Nord- und Südturm. Auf den Nordturm führt ein Aufzug zur Pummerin, den Südturm kann man über 343 Stufen bis zur Türmerstube erklimmen, wo früher der Feuerwächter seinen Sitz hatte. Der atemberaubende Blick über die Dächer von Wien braucht hier wohl nicht mehr erwähnt werden.

Weiterführende Links:

Informationen zu Führungen und Messen
Musikalische Veranstaltungen im Stephansdom
Offizielle Seite des Vereins „Unser Stephansdom“
Religiöse und kulturelle Beiträge von Radio Stephansdom