Naschmarkt in Wien, Österreich

Von den einst zahlreichen Bauernmärkten in Wien ist der traditionelle Naschmarkt einer der letzten, der bis heute besteht, Österreich - © cesc_assawin / Shutterstock
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Von den zahlreichen Bauernmärkten, die die Wiener Bevölkerung früher mit Fisch, Fleisch, Obst und Gemüse versorgten, ist der traditionelle Naschmarkt einer der letzten, der bis heute besteht und mittlerweile zu den kulinarischen Hot Spots Wiens zählt.

Der Naschmarkt zwischen linker und rechter Wienzeile hat sich mit seinen Verkaufsständen aus der Zeit des Ersten Weltkriegs und seinem vielfältigen Warenangebot zu einer Sehenswürdigkeit Wiens entwickelt. Seine multikulturelle Atmosphäre ist weit über die Stadtgrenzen bekannt und erinnert etwas an einen orientalischen Basar, allerdings umgeben von prachtvoller Wiener Jugendstil-Architektur. Heute zählt er zu den Top 10 Sehenswürdigkeiten von Wien.

Der über 2 Hektar große historische Markt liegt zwischen Getreidemarkt und Kettenbrücke westlich des Wiener Stadtzentrums und ist über die U4-Station Kettenbrückengasse zu erreichen. Mit vielfältigen kulinarischen Angeboten und gratis W-Lan zieht der Naschmarkt ein ebenso vielfältiges Publikum an.

Im Gegensatz zu vielen Bauernmärkten, die aufgrund der großen Anzahl an Supermärkten in den letzten Jahrzehnten langsam ausstarben, konnte der Naschmarkt seine Bedeutung bis heute bewahren. Nach wie vor zählt er 170 Verkaufsstände, die an Samstagen noch durch Bauernmärkte ergänzt werden. An den Ständen werden das ganze Jahr über verschiedenste Lebensmittel angeboten, die sowohl aus der Region stammen, als auch internationaler Herkunft sind. Und so sind zwischen heimischem Obst und Gemüse auch exotische Früchte zu finden, neben Wiener Gebäck und Kaffee gibt es türkisches Fladenbrot und Oliven und neben traditionellen Wiener Spezialitäten locken auch Vertreter der asiatischen Küche. Die Stände haben etwa von 8 bis 18 Uhr geöffnet.

Essen am Naschmarkt

Die meist kleinen Lokale sind nur wenige Schritte voneinander entfernt und verwöhnen ihre Gäste mit speziell türkischen, asiatischen, griechischen, italienischen, indischen, israelischen, japanischen, vietnamesischen, marokkanischen und österreichischen Köstlichkeiten. Dazwischen vertreiben Imbiss-Stuben und die „Palatschinkenkuchl“ den kleinen Hunger.

Seit 2006 dürfen die Gastronomie-Betriebe am Naschmarkt bis 23 Uhr geöffnet haben. Diese Möglichkeit nutzen viele Lokale aus und schaffen so vor allem in den Sommermonaten ein reges Nachtleben mit einer einzigartigen Atmosphäre, in der sich abends eine junge und kreative Szene trifft.

Wiens größter Flohmarkt am Naschmarkt

Jeden Samstag findet am Naschmarkt ein mittlerweile legendärer Flohmarkt statt, der ebenso wie der Naschmarkt selbst bis weit über die Grenzen von Wien bekannt ist. Neben Privatpersonen bieten auch Händler ihre Waren feil, die von billigem Ramsch und altem Kitsch bis zu hochwertigen Antiquitäten reichen. Auch wenn man weder kaufen noch verkaufen will, ist das bunte Treiben am Flohmarkt einen Besuch wert. Wer übrigens auf der Suche nach wertvollen antiken Stücken ist, muss früh aufstehen! Der Flohmarkt öffnet um 5 Uhr morgens und bis 10 Uhr vormittags sind die besten Waren meist schon längst an den Mann gebracht.

Geschichte des Naschmarktes

Auf dem auch unter dem Namen Aschenmarkt bekannten Markt wurden im 18. Jahrhundert, damals noch auf dem Karlsplatz, in erster Linie Milchprodukte feilgeboten. Gegen Ende des 18. Jahrhunderts wurden dort alle Lebensmittel verkauft, die auf Wagen nach Wien kamen. Seinen Namen „Naschmarkt“ hatte der stetig wachsende Markt vermutlich aufgrund der Datteln, in Zucker eingelegte Orangen und anderer getrockneter exotischer Früchte, die alsbald in das Verkaufssortiment aufgenommen wurden. Der offizielle Naschmarkt zwischen linker und rechter Wienzeile, komplett mit überdachter Markthalle, wurde – auch unter diesem Namen – im Jahr 1919 eröffnet. Auf dem Gelände des heutigen Naschmarkts dürfte bereits im 16. Jahrhundert ein Bauernmarkt angesiedelt gewesen sein. Die historischen Stände, die bis heute erhalten sind, haben gemeinsam mit dem vielfältigen Warenangebot dazu beigetragen, den Naschmarkt zu einer der Wiener Sehenswürdigkeiten werden zu lassen.

Weiterführende Links:

Offizielle Website des Wiener Naschmarktes