Kornaten Nationalpark, Kroatien

Der Kornaten Nationalpark vor der Küste Kroatiens wird mit traumhaften Buchten und gewaltigen Steilküsten oft als schönstes Segelgebiet Europas bezeichnet - © Einherjar / Shutterstock
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Knapp 90 Inseln vor der kroatischen Küste sind Teil des idyllischen Kornaten Nationalparks, der mit traumhaften Buchten und gewaltigen Steilküsten oft als schönstes Segelgebiet Europas bezeichnet wird.

Nirgendwo im Mittelmeer gibt es ein Archipel mit einer höheren Inseldichte als die Inselgruppe der Kornaten vor der Küste Kroatiens. Seit 1980 stehen 89 der rund 150 Inseln inklusive das Meer in ihrer Umgebung und damit etwa 220 Quadratkilometer Fläche unter Naturschutz. Der Nationalpark erstreckt sich von der Insel Dugi Otok im Norden bis zur Insel Zirje vor der Küste Dalmatiens und reicht damit von Zadar bis hinunter nach Šibenik.

BILDER: Kornaten Nationalpark

Sehenswürdigkeiten des Kornaten Nationalparks

Die kaum besiedelten und teils völlig unbewohnten Inseln und Felsen des Nationalparks Kornati bestehen zum Großteil aus karstiger Landschaft mit spärlicher Vegetation. Weder Bäche noch Seen sorgen für üppiges Grün und so zählen die unberührten Kalkstein-Hügel, beeindruckenden Steilküsten und vor allem die traumhaften Buchten zu den wichtigsten Sehenswürdigkeiten des Kornaten Nationalparks.

Die Telascica Bucht auf Dugi Otok, der nördlichsten der Kornaten Inseln, präsentiert sich besonders idyllisch, Kroatien - © xbrchx / Shutterstock
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Steilküsten „Krune“ und Magazinova Skrila

Die Bezeichnung der Kornati geht auf die „krune“ („Kronen“) des Nationalparks zurück. Diese teils senkrecht abfallende Steilküsten am offenen Meer sind mit 82 Metern auf der Insel Klobučar am höchsten und mit 1350 Metern auf der Insel am längsten. Auch unter der Wasseroberfläche reichen sie an manchen Stellen noch bis zu 90 Meter weiter tief ins Meer. Ihre Entstehung verdanken sie den Bewegungen der Kontinentalplatten von Afrika und Europa.

Die charakteristischen, "Kronen" genannten Steilküsten im Kornaten Nationalpark erreichen eine Höhe von bis zu 82 Metern, Kroatien - © Vladislav Gajic / Shutterstock
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Ein weiteres steinernes Phänomen im Kornaten Nationalpark bildet die 9100 Quadratmeter große Felsplatte Magazinova Skrila. Die schräge Ebene ist vermutlich durch ein Erdbeben entstanden und bietet heute fantastische Ausblicke.

Historische Bauwerke auf den Kornaten

Archäologische Funde beweisen, dass die Kornaten bereits in der Jungsteinzeit besiedelt waren. Die Überreste kleiner Siedlungen auf den Inseln Scikat, Strazisce, Tureta und Grba, sowie den Anhöhen von Kornat und Žut stammen von Goten und Illyrern, die Villa Rustica in Proversi und die Saline in der Bucht von Lavsa aus der Zeit des Römischen Reichs und die Festung Tureta auf Kornat wurde im 6. Jahrhundert von den Byzantinern errichtet. Gleich unterhalb der Festung liegen die Überreste einer altchristlichen Kirche, die ebenfalls auf das byzantinische Reich zurückgeht.

Auf den Hügeln der größten Kornaten-Insel Kornat wurden Überreste der Goten und Illyrer gefunden, Kroatien - © inavanhateren / Shutterstock
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Ebenfalls eine altchristliche Basilika stand einst in der Bucht von Tarac auf Kornat, über deren Grundmauern im Mittelalter die Gospa od Tarac errichtet wurde, die heute auch als „Königin der Meere“ bezeichnet wird. Jeden ersten Sonntag im Juli wird zu Ehren der Madonna von Tarac ein Volksfest gefeiert.

Auch die Venezier waren auf den Kornaten Inseln zugegen. Auf der Insel Piškera, auch heute noch die wichtigste Insel für Nautiker, errichten sie ein Kastell zur Steuereintreibung für den Fischfang. Vom Kastell selbst ist heute wenig übrig, doch die ebenfalls venezianische Kirche aus dem Jahr 1560 steht noch heute.

Sonnenuntergang über Murter, dem touristischen Zentrum des Kornaten Nationalparks und Sitz der Park-Verwaltung, Kroatien - © Michal Dziedziak / Shutterstock
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Anreise und Urlaub im Nationalpark Kornati

Ein Tagesausflug auf die Kornaten Inseln startet von Zadar oder Šibenik aus und beginnt mit einem Zwischenstopp auf der Insel Murter als Sitz der Nationalpark-Verwaltung. Hier können geführte Touren durch den Nationalpark Kornati gebucht und Boote gemietet werden, es gibt massenweise Infomaterial. Hier ist auch die Eintrittsgebühr in den Nationalpark zu entrichten (dies gilt auch für Urlauber, die mit dem privaten Boot anreisen bzw. die Gewässer des Nationalparks durchfahren). Neben Murter verleihen auch Zakan Harbor auf der Insel Ravni Zakan (im Südosten des Nationalparks) und Vruje Bay auf der Insel Kornat (im Nordwesten des Nationalparks) Eintritts- und Durchfahrkarten bzw. Sportfisch- oder Tauchgenehmigungen.

Kornat ist die größte Insel des Nationalparks Kornati, dicht gefolgt von Kurba, Lavsa, Levrnaka und Piskera. Auf diesen stehen in nahezu jeder größeren Bucht Hotels, Campingplätze, Ferienhäuser, Restaurants und Konobas zur Verfügung. Traditionell kroatische Lammgerichte und fangfrische Spezialitäten aus dem Meer machen einen Urlaub im Kornaten Nationalpark auch für Gourmets attraktiv.

Baden, Segeln, Tauchen, Schnorcheln und Bootfahren sind die Hauptaktivitäten auf den Kornaten Inseln. Zum Wandern eignet sich die Insel Kornat am besten, hier führen ausgeschilderte Wanderwege zu geologisch sehenswerten Plätzen und fantastischen Aussichtspunkten.

Schönstes Segelgebiet Europas

Zur Hauptsaison tummeln sich Segelboote und Yachten im Labyrinth aus saphirblauen Wellen und Karstinseln im Kornaten Nationalpark, Kroatien - © ZvonMiha / Shutterstock
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Die Kornaten zählen zu den beliebtesten, aber auch herausforderndsten Segel- und Bootsurlaubsgebieten Mitteleuropas. Zur Hauptsaison im Sommer tummeln sich zahlreiche Segelboote, Yachten und Ausflugsboote im Labyrinth aus saphirblauen Wellen und Karstinseln. Besonders beliebt ist die Marina der Insel Piskera, doch auch auf den übrigen Inseln hat nahezu jedes Restaurant eine eigene Mole. Vor allem im April zum Kornati Cup finden sich tausende Segler auf den Kornaten ein. Die beliebte Segelregatta markiert auch gleichzeitig den Saison Beginn im Kornaten Nationalpark.

Tauchen im Kornaten Nationalpark

Ausgewiesene Tauchgebiete, neun an der Zahl, formen in der glasklaren Adria ein Paradies für Taucher und Schnorchler. Tauchen auf eigene Faust ist streng verboten und erfolgt nur in geführten Gruppen der Tauchzentren. Auch in der Nacht darf nicht getaucht werden. Schnorchler dürfen auch ganz ohne offizielle Erlaubnis individuell unterwegs sein.