Altstadt von Trogir, Kroatien

Blick auf die Bruderschaftskirche des Dominikaner-Ordens aus dem 14. Jahrhundert in der UNESCO-Stadt Trogir in Kroatien - © FRASHO / franks-travelbox
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Das Herz der kroatischen Stadt Trogir beherbergt die am besten erhaltene romanisch-gotische Architektur in ganz Osteuropa. Die Stadt war nie wichtig genug, um eine Zerstörung zu rechtfertigen, und so wandelt man in Trogir heute noch in den stillen Gassen des 15. Jahrhunderts.

Die Altstadt der kroatischen Stadt Trogir, 25km westlich von Split, ist ein fantastisches Juwel mittelalterlicher Architektur. Auf seiner teils künstlichen Insel in der Adria vor der kroatischen Küste verbirgt es sich seit mehreren hunderten Jahren hinter mächtigen Mauern und entging wie durch ein Wunder jeder kriegerischen Auseinandersetzung.

BILDER: Architektur von Trogir

Geschichte von Trogir

Die Altstadt der kroatischen Stadt Trogir, 25km westlich von Split, ist ein fantastisches Juwel mittelalterlicher Architektur, Kroatien - © FRASHO / franks-travelbox
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Bereits im 3. Jahrhundert vor Christus von den Griechen errichtet, entwickelte sich Trogir im Lauf der folgenden Jahrhunderte zu einem florierenden Handelshafen.

Unter dem ungarischen König Koloman erhielt Trogir im Jahr 1107 das Stadtrecht und im 13. bis 15. Jahrhundert wurde der Graben errichtet, der die Insel schuf und die Stadt, wie sie heute noch steht, ausgebaut wurde. 1420, als ganz Dalmatien an Venedig ging, wurde auch die freie Stadt Trogir erobert, doch das Stadtbild wurde allenfalls ergänzt und kaum verändert. Ab dem 17. Jahrhundert wurden – auch aus Platzmangel – überhaupt keine Neubauten mehr hinzugefügt.

Aufgrund der neben Zadar und Split relativ geringen Bedeutung von Trogir war die Stadt auch nie für die großen Mächte interessant und wurde – zum Glück für ihre architektonischen Schätze – mehr oder weniger links liegen gelassen.

So kam es, dass die Altstadt von Trogir bis heute vollständig erhalten ist und 1997 von der UNESCO als herausragendes Beispiel städtebaulicher Kontinuität zum Weltkulturerbe ernannt wurde.

Unterwegs in Trogir

Trogir ist über zwei Brücken mit dem kroatischen Festland und der Insel Čiovo verbunden. Seine wertvolle Altstadt, ein atemberaubendes Freilichtmuseum, ist seit dem Mittelalter von einer eindrucksvollen Stadtmauer geschützt, die heute zum Großteil aus dicht nebeneinander gebauten Häusern besteht.

BILDER: Impressionen von Trogir

Festung Kamerlengo und Turm Sveti Marko

Die imposantesten Überbleibsel der Befestigungsanlagen von Trogir liegen im Osten der Altstadt. Die Festung Kamerlengo kann tagsüber besichtigt werden und war ebenso wie der Rundturm Sveti Marko bis zum 19. Jahrhundert mit den Stadtmauern verbunden, bevor diese teilweise abgerissen wurden.

Die imposanteste Festung Kamerlengo in Trogir liegt im Osten der Altstadt, Kroatien - © FRASHO / franks-travelbox
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Kirche Sveti Dominik

Der Weg von der Festung Kamerlengo in die Altstadt führt am Kai entlang einer schmalen Meeresstraße, die Trogir von der Insel Čiovo trennt. An diesem Kai liegt die schlichte Bruderschaftskirche des Dominikaner-Ordens aus dem 14. Jahrhundert mit dem Renaissance-Grabmal der Adelsfamilie Sobota. Durch das Seetor betritt man das Herz von Trogir. Dahinter liegt eine kleine Außenloggia, in der der tägliche Fischmarkt stattfindet.

Der schlichte Glockenturm der Bruderschaftskirche des Dominikaner-Ordens aus dem 14. Jahrhundert in Trogir, Kroatien - © FRASHO / franks-travelbox
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Hält man sich nach dem Seetor rechts, erblickt man die das Nikolauskloster der Benediktinerinnen. Bis auf eine Kunstsammlung kann es jedoch nicht besichtigt werden. Nach dem Kloster rechts gelangt man zur Johanneskirche, in deren Pinakothek Sakralgegenstände, Gemälde und Skulpturen gezeigt werden.

Trg Ivana Pavla II

Gleich hinter der Johanneskirche öffnet sich der Platz Johannes Paul II, der wohl prunkvollste Platz in Trogir. Hier befinden sich das mehrfach umgebaute Rathaus (Palača Luičic) aus dem 15. Jahrhundert, die Stadtloggia aus dem frühen 13. Jahrhundert, ehemals Gerichtshof, mit ihren kunstvoll verzierten Säulenkapitellen, der klobige Uhrenturm aus dem Jahr 1477 und der Čipico-Palast mit der typisch venezianischen gotischen Fensterreihe.

Dominiert wird der Trg Ivana Pavla II von der Kathedrale des Heiligen Laurentius aus dem 13. Jahrhundert, Trogir, Kroatien - © FRASHO / franks-travelbox
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Auch Winnetou und Old Shatterhand ritten bereits über den Trg Ivana Pavla II. In „Winnetou III.” fungierte Trogir als Santa Fe und das Rathaus als Gouverneurspalast.

Kathedrale Sveti Lovro

Dominiert wird der Trg Ivana Pavla II von der dem Palast gegenüber liegenden Kathedrale des Heiligen Laurentius aus dem 13. Jahrhundert. Bis 1610 wurde an dem eindrucksvollen Gotteshaus gearbeitet. Die Stilfolge ist am Glockenturm gut zu sehen – er weist sowohl romanische als auch venezianisch-gotische und Elemente der Renaissance auf. Vor allem sehenswert ist das Westportal, ein im Jahr 1240 fertiggestelltes Meisterwerk des dalmatischen Künstlers Radovan, welches mit seinen zahlreichen Figuren als Höhepunkt der romanischen Skulpturenkunst in Kroatien gilt. Auch das südliche Eingangstor der Kathedrale kann sich sehen lassen.

Der Glockenturm der Kathedrale Sveti Lovro in Trogir weist romanische, venezianisch-gotische und Elemente der Renaissance auf, Kroatien - © FRASHO / franks-travelbox
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Stadtmuseum Palast Garagnin

Im Palast Garagnin kann nicht nur das Stadtmuseum besichtigt werden, sondern auch Ausgrabungen im schön gepflasterten Innenhof, die bis auf die Zeit der Griechen dreihundert Jahre vor Christi Geburt zurückgehen. Hinter dem Čipico-Palast ist der Palast Garagnin das letzte eindrucksvolle Bauwerk, bevor es durch das schlichte Landtor über die Brücke wieder aufs kroatische Festland geht.

Weiterführende Links:

Tourismus-Informationen zu Trogir mit Öffnungszeiten der Sehenswürdigkeiten (englisch)