Vulkanlandschaft Námafjall, Island

Auf dem höchsten Punkte des Namafjall angekommen, bietet sich aus 482m Höhe ein beeindruckender Blick auf die Vulkanlandschaft, Island - © FRASHO / franks-travelbox
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Der Vulkan Námafjall im Nordosten von Island hat im Lauf der Zeit eine skurrile Mondlandschaft aus blubbernden Schlammpfützen, rauchenden Schlunden und stinkenden Löchern gebildet.

Der Námafjall, ein pastellfarbener Bergrücken, befindet sich im Mývatn-Gebiet im Nordosten von Island. Auch wenn er auf den ersten Blick sehr unscheinbar aussieht, handelt es sich dabei um einen aktiven Vulkan, der der Landschaft in seiner unmittelbaren Umgebung ein faszinierendes Erscheinungsbild verpasst hat. Am Fuß des Námafjalls liegen die beiden Hochtemperaturgebiete Ódáðahraun und Möðrudalsöræfi.

BILDER: Vulkanlandschaften Námafjall und Hverarönð

 

Ausgangspunkt für einen Besuch des Námafjall ist der Parkplatz am Fuße des Námafjall, der direkt von der Ringstraße 1 aus erreichbar ist. Von hier aus führen markierte Wanderwege auf den faszinierenden Berg, der die Besucher in eine völlig andere Welt entführt. Die vulkanischen Schwefeldämpfe hüllen die skurrile Mondlandschaft in einen Geruchswolke nach faulen Eiern und die Pfade schlängeln sich zwischen köchelnden und schmauchenden Schlammtöpfen den Berg hinauf. Heißer Dampf bahnt sich permanent seinen Weg aus dem Boden nach oben. Man fühlt sich wie in einem riesigen Hochofen, der jeden Moment explodieren könnte.

Der Námafjall ist ein aktiver Vulkan und hat der Landschaft in seiner unmittelbaren Umgebung ein faszinierendes Erscheinungsbild verpasst, Island - © FRASHO / franks-travelbox
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Auf dem höchsten Punkte des Namafjall angekommen, hat man aus einer Höhe von 482 m einen beeindruckenden Blick auf die zischenden und pfauchenden Solfataren am Fuße des Bergrückens bis hin zum See Mývatn und der Wüste Möðrudalsöræfi.

Tipp: Gutes Schuhwerk ist für den Weg nach oben besonders wichtig, speziell wenn es feucht und rutschig ist. Wanderstöcke sind dann sicher auch sehr hilfreich.

Vulkanischen Schwefeldämpfe hüllen die skurrile Mondlandschaft am Fuß des Námafjall in einen Geruchswolke nach faulen Eiern, Island - © FRASHO / franks-travelbox
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Hochtemperaturgebiet Hverarönð (auch Námaskarð genannt)

Wer noch nicht genug hat, kann noch einen weiteren Abstecher zum Hochtemperaturgebiet Hverarönð machen, eine der bekanntesten derartigen Regionen Islands. In Reiseführern wird Hverarönð auch oft als Námafjall oder Námaskarð bezeichnet. Hier finden sich jede Menge gemütlich kochende Schlammtümpel und Solfatare. Die Luft ist gesättigt von Schwefel, Wasserdampf und jeder Menge anderer Mineralien die aus dem Inneren der Erde entweichen. In einer Tiefe von 1.000 Metern wurden hier Temperaturen von etwa 200°C gemessen. Vom Parkplatz führen markierte Wege dazwischen hindurch, die Absperrungen sind unbedingt zu beachten.

Solfatare sind Löcher im Boden, die dank ihrem Gemisch aus Wasser, Schlamm und vulkanischen Gasen zu kochen scheinen, hier in Hverarönð in Island - © FRASHO / franks-travelbox
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Was ist ein Solfatar?

Ein Solfatar ist ein Loch im Boden, welches vulkanische Gase ausstößt, die Temperaturen zwischen 100 und 250 °C aufweisen. Die Hauptbestandteile von Gasen aus Solfataren sind Schwefelwasserstoff, Kohlendioxid und Wasserdampf. Trifft der Schwefelwasserstoff auf den Sauerstoff in der Luft, bildet sich Schwefel und Schwefeldioxid und der charakteristische Geruch nach faulen Eiern breitet sich aus. Im Wasser gelöst wird aus Schwefeldioxid schwefelige Säure, die den Boden angreift und seine mineralischen Bestandteile zersetzt. Dadurch bilden sich die Schlammpfützen, unter deren Oberfläche die Gase als platzende Blasen austreten, wodurch die Schlammpfützen zu kochen scheinen.