Jim Corbett Nationalpark, Indien

Ein trompetender Elefant im   Corbett Nationalpark in Indien - © indiangypsy / Shutterstock
© indiangypsy / Shutterstock

Der Jim Corbett Nationalpark ist Indiens erster Nationalpark und hat sich vor allem dem Schutz der Bengalischen Tiger verschrieben. Auf einer Safari durch die üppige Vegetation und die fantastische Tierwelt des Nationalparks ist Dschungelbuch-Feeling garantiert!

Der Jim Corbett Nationalpark ist der älteste Nationalpark Indiens. Er befindet sich im Norden des Landes im Bundesstaat Uttarakhand direkt zu Füßen der mächtigen Gipfel des Himalaya-Gebirges und umfasst eine Fläche von 520km2.

Der ursprünglich „Hailey“ genannte Nationalpark wurde 1936 ursprünglich als Wildreservat etabliert und 1957 nach dem britischen Naturschützer und Jäger Jim Corbett benannt, der in der Gründung des ersten Nationalparks Indiens eine bedeutende Rolle spielte. Die Jagd von Säugetieren, Reptilien oder Vögeln innerhalb des Parks ist strikt verboten, Holzfällerei für den Hausgebrauch erlaubt. Diese Regeln werden auch eingehalten, außer im Zweiten Weltkrieg, als im Nationalpark nahezu hemmungslos gerodet und gewildert wurde.

Die Probleme des Nationalparks heute haben vor allem mit den nahe gelegenen Bauern zu tun. Wird die Beute knapp, vergreifen sich die Raubtiere schon mal an den Rindern der angrenzenden Weideflächen. Dies soll mit einer 12km langen Mauer an der südlichen Grenze des Nationalparks unterbunden werden.

Die Landschaft des Jim Corbett-Nationalparks ist von Flussläufen und einem großen See, von Grasebenen, sanften Hügeln und idyllischen Tälern geprägt, die zum Großteil mit Sal-, Pipal- oder Mangobäumen, in höheren Lagern auch mit Kiefern bewaldet sind. Insgesamt gedeihen 110 verschiedene Baumarten im Jim Corbett Nationalpark.

„Projekt Tiger“ im Corbett Nationalpark

Gemeinsam mit dem angrenzenden Sonanadi-Schutzgebiet ist der Jim Corbett-Nationalpark Teil des 1973 gegründeten Corbett-Tiger-Reservats, welches Teil der indischen Tierschutz-Initiative „Projekt Tiger“ ist, des bestbekannten und größten jemals unternommenen Schutzprojektes. Dementsprechend sind das absolute Highlight des Nationalparks die majestätischen Bengalischen Tiger.

Zu ihren Beutetieren gehören verschiedene Hirsch- und Antilopenarten, sowie die ziegenartigen Gorale. Neben den gefährdeten Großkatzen führen auch noch der Indische Leopard und der Asiatische Elefant und das Große Nashorn ein geschütztes Leben im Nationalpark.

Der Corbett-Nationalpark ist eines der weltweit wichtigsten Schutzgebiete für den Bengalischen Tiger, Indien - © Nachiketa Bajaj / Shutterstock
© Nachiketa Bajaj / Shutterstock

Zu den größeren der 50 Säugetierarten des Nationalparks zählen weiters Kragen- und Lippenbären, der Indische Mungo, Rotfüchse, Rothunde und Goldschakale. Stacheltiere und Wildschweine durchstreifen das Dickicht, Bengalkatzen und Kleine Zibezkatzen schleichen durch die Nacht, Rhesusaffen und Hulman-Lemuren machen die Baumwipfel unsicher, im Wasser tummeln sich Fischotter, sowie Gaviale und Sumpfkrokodile. Die Luft wird von knapp 600 verschiedenen Vogelarten bevölkert, 37 verschiedene Libellenarten schweben durch die niederen Lagen.

Besuch des Jim Corbett Nationalparks

Eine Besichtigung des Nationalparks ist nur von November bis Juni und nur in ausgewählten Bereichen möglich. Trekking-Touren werden nur geführt und um den Park herum veranstaltet. Innerhalb des Parks ist man meist auf Elefanten oder mit dem Taxijeep unterwegs (eine Reise mit dem eigenen Auto ist nicht zu empfehlen, man verirrt sich leicht). Die Anreise zum Nationalpark erfolgt über Ramnagar, von wo aus es etwa 2 Autostunden bis zum Nationalpark sind. Dort können auch die Eintrittskarten für den Nationalpark erstanden werden.

Die Winternächte können kalt werden, an sonnigen Tagen sind bis zu 30°C möglich, im Sommer auch über 40°C. Die mehr als 70.000 Besucher, die den Nationalpark mittlerweile jedes Jahr bereisen, werden angehalten, mit dem Nationalpark vernünftig umzugehen. In der Vergangenheit litt das Ökosystem bereits stark unter niedergetrampelten Pflanzen, hinterlassenem Unrat, Lärm und illegalen Lagerfeuern.

Sowohl Naturliebhaber als auch Abenteurer besuchen den Jim Corbett Nationalpark und alle wollen sie natürlich einen Tiger zu Gesicht bekommen. Doch man sollte nicht mit zu hohen Erwartungen in den Nationalpark reisen. Tiger sind scheue Tiere und aufgrund ihrer Tarnfarbe im Dickicht schwer zu erkennen. Die beste Zeit für die „Tigerjagd“ mit der Kamera ist angeblich April bis Juni, am besten noch am frühen Morgen. Leichter zu entdecken sind Hirsche oder die Indischen Elefanten, die in gewaltigen Herden durch den Park ziehen. Dschungelbuch-Feeling garantiert!

Weiterführende Links:

Offizielle Seite des Jim Corbett Nationalparks mit Unterkunfts- und Buchungsmöglichkeiten (englisch)