Jama Masjid in Delhi, Indien

Die Jama Masjid in Delhi ist die größte Moschee Indiens und die größte Freitagsmoschee der Welt - © Jorg Hackemann / Shutterstock
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Jama Masjid oder auch Freitagsmoschee genannt, befindet sich in Delhi im Norden Indiens. Sie wurde im 17. Jh. von Shah Jahan in Auftrag gegeben. Bis heute ist das spektakuläre Bauwerk die größte Moschee des Landes.

Die gewaltige Jama Masjid in Delhi im Norden Indiens ist die größte Moschee des Landes und die größte Freitagsmoschee der Welt. Sie erhebt sich auf einem felsigen Hügel, dem Bho Jhala, über das Häusermeer von Alt-Delhi.

In Auftrag gegeben wurde die eindrucksvolle Jama Masjid von Shah Jahan, der auch den Bau des Taj Mahal beauftragt hatte. Er wollte damit vor allem sich selbst verherrlichen. Diese Tatsache kann man noch heute an zehn Inschriftentafeln an der Front des Gebäudes erkennen, in die anstatt der üblichen Koranverse Inschriften eingraviert sind, die das Bauwerk selbst sowie dessen Schöpfer lobpreisen. Im Inneren findet man aber religiöse Glaubensformeln an den Wänden, die einem den eigentlichen Zweck des Gebäudes wieder ins Bewusstsein rufen.

Die Moschee wurde im Jahr 1658 fertiggestellt, in genau jenem Jahr, in dem Shah Jahan von seinem eigenen Sohn vom Thron gestürzt wurde. Zuvor zog er jeden Freitag mit seinem gesamten Hofstaat in einer prunkvollen Prozession von seinem Palast zur Moschee. Mit diesem Brauch, der der Jama Masjid den Beinamen Freitagsmoschee verlieh, demonstrierte Shah Jahan nicht nur seinen Machtanspruch auf den Staat, sondern auch jenen auf die Kirche. Als Freitagsmoschee werden jene Moscheen bezeichnet, in denen das Freitagsgebet gemeinschaftlich verrichtet und die Freitagspredigt gehalten wird.

Prächtiges Erscheinungsbild der Jama Masjid

Die Jama Masjid ist aus rotem Sandstein und kostbarem weißem Marmor erbaut, von drei Zwiebeltürmen dominiert und von zwei schlanken, dreifach gegliederten Minaretten flankiert. Das linke Minarett darf von Besuchern gegen eine zusätzliche Gebühr über eine ziemlich enge, dunkle Treppe erklommen werden. Dies zu tun lohnt sich allemal, denn die Minarette bieten mit 40 Metern Höhe von ihrer Spitze aus einen wunderbaren Panoramablick über Alt-Delhi.

Breite Treppen führen an drei Seiten des nach Westen, gen Mekka, ausgerichteten Gebäudes zu drei verschiedenen Eingängen zum Innenhof. Der Nordeingang ist dabei für Touristen vorgesehen, die während der Gebetsstunden allerdings keinen Zutritt haben. Gläubige benutzen an Freitagen sowie an hohen islamischen Feiertagen den Osteingang.

Durch die Eingangstore gelangt man in den Innenhof der Moschee, der mit über 90 Metern Seitenlänge mehr als 20.000 Betenden Platz bietet. In seiner Mitte befindet sich ein Wasserbecken, an welchem jeder Gläubige vor seinem Gebet die rituelle Reinigung durchführt. Am Rand des Hofes wurde eine erhöhte Plattform errichtet. Von hier aus gab früher ein zweiter Geistlicher die Worte des Imam aus der Moschee wieder, um die Menge im Hof an der Predigt, die im Inneren des Gebäudes abgehalten wurde, teilhaben zu lassen. Heute wird diese Aufgabe von einem Lautsprecher übernommen.

Die Jama Masjid hat nicht viele Innenräume. Die mit Teppichen ausgelegte Haupthalle ist zum Hof hin offen, was auch der Grund für die vielen Tauben ist, die unter dem Dach nisten. Im Hof sind mehrere Seile gespannt, an denen bei Bedarf Sonnensegel aufgezogen werden können.

Besucher müssen am Eingang der Moschee ihre Schuhe ausziehen. Fotografieren ist im Inneren erlaubt, man sollte dabei aber vorsichtig sein und sich vielleicht etwas zurückhalten, da sich Moslems nicht besonders gerne ablichten lassen.