Lotustempel in Neu Delhi, Indien

Der Lotustemepel in Neu Delhi ist von malerischen Gärten und Teichen umgeben, Indien - © saiko3p / Shutterstock
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Der eindrucksvolle Lotustempel in Neu Delhi ist ein Haus der Andacht der Bahá’í. Das Erscheinungsbild des prachtvollen Sakralbaus ist einer gewaltigen Lotusblüte nachempfunden, eine fantastische Meisterleistung, die weltweit große Anerkennung fand.

Der Lotustempel in Neu Delhi, der Hauptstadt Indiens, ist ein so genanntes „Haus der Andacht”, ein Sakralbau der Bahá’í, in dem die ursprünglich aus dem Iran stammende Religionsgemeinschaft sich zum Gebet und zur Meditation versammelt. Aufgrund seiner erstaunlichen Architektur zählt er zu den meist besuchten Sehenswürdigkeiten Indiens.

BILDER: Lotus Tempel in Neu Delhi

 

Die für Häuser der Andacht charakteristischen neun Tore nach allen Seiten symbolisieren die Toleranz der Bahá’í allen Glaubensrichtungen gegenüber. Ungeachtet seiner Religion darf jeder ein Haus der Andacht betreten und Gott seine Ehrerbietung darbringen. Die Vielfalt der unterschiedlichen Kulturen drückt sich auch im eindrucksvollen architektonischen Stil der Häuser der Andacht aus. Keines gleicht dem anderen.

Das Haus der Andacht in Neu Delhi wird nicht umsonst Lotustempel genannt. Seine gesamte Struktur ist der Nationalblume Indiens, einer übergroßen weiß schimmernden Lotusblüte, nachempfunden – eine fantastische Meisterleistung des iranisch-kanadischen Architekten Fariborz Sahba. In einer Planungs- und Bauzeit von 10 Jahren wurde eine der kompliziertesten architektonischen Strukturen der Welt von über 800 Mitarbeitern fertiggestellt.

Fantastisches Äußeres, schlichtes Inneres

Die atemberaubende Komposition aus 27 gigantischen weißen Marmorblüten steht in perfekter Harmonie mit den 9 Teichen und Gärten, die sie umgeben. Aus der Luft erwecken die Pools den Anschein, als würde der Tempel auf dem Wasser schweben. Die Lotusblüte stellte damit ein weithin sichtbares Symbol von Reinheit und Frieden dar. Insgesamt umfasst der Lotustempel ein Areal von etwa 10 Hektar.

Ungeachtet seiner Religion darf den Lotustempel in Neu Delhi, Indien, jeder betreten und Gott seine Ehrerbietung darbringen - © saiko3p / Shutterstock
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Wie alle Häuser der Andacht kommt auch der Lotustempel in Neu Delhi unter seiner gigantischen Kuppel ohne großartige Innenausstattung aus. Es gibt weder Gemälde oder Statuen, noch Bänke oder Altäre. Der Fokus in der 40m hohen Halle liegt auf der Akustik, die die Stimme der singenden und betenden Menschen in den Himmel und in die Welt hinaustragen soll. Die individuelle Reflexion und Meditation der Gläubigen soll weder durch künstliche Geräusche noch durch optische Ablenkung gestört werden. Die vielstimmigen Gebete, die in unzähligen Sprachen, Tonlagen und Lautstärken an Gott gerichtet werden, schaffen im Lotustempel eine einzigartige Atmosphäre.

Am Scheitelpunkt der Lotusblüte befindet sich die arabische Kalligraphie des Größten Namens „O Herrlichkeit des Allherrlichen!”.

Über einen Lichteinlass am Treffpunkt der Lotusblüten dringt die Sonne in den berühmten Lotustempel in Neu Delhi, Indien - © AHPix / Shutterstock
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Der prachtvolle Lotustempel in Neu Delhi wurde seit seiner Eröffnung am 1. Jänner 1987 mit unzähligen Preisen geehrt und in hunderten Artikeln erwähnt, betrachtet und gelobt. 4 Millionen Besucher bestaunen jährlich dieses einzigartige Bauwerk.

Der Architekt selbst sagt über seinen einmaligen Tempel, welcher übrigens keine gerade Linie aufweist, dass die Errichtung einer derartig herausfordernden Konstruktion wohl nur in Indien möglich gewesen wäre. Nirgendwo sonst auf der Welt weisen die Menschen die nötige Mischung aus traditioneller Handwerkskunst, Stolz auf die eigene Arbeit, Einfühlungsvermögen in das spirituelle Vorhaben und endlose Geduld auf, um ein derartig gewaltiges Projekt in die Tat umzusetzen.

Weiterführende Links:

Offizielle Website des Lotustempels (englisch)