Iglesia Las Nazaranes in Lima, Peru

Die Iglesia Las Nazarenas in Lima zählt zu den geschichtsträchtigsten Kirchen der Hauptstadt von Peru - © Miguel Chong CC BY-SA3.0/Wiki
© Miguel Chong CC BY-SA3.0/Wiki

Die Iglesia Las Nazarenas in Lima zählt zu den geschichtsträchtigsten Kirchen der Hauptstadt von Peru und ist Startpunkt einer der größten religiösen Prozessionen des amerikanischen Kontinents.

Die Kirche Las Nazarenas befindet sich im Stadtzentrum von Lima, nur rund 10 Gehminuten vom Plaza Mayor entfernt und sollte bei einer Tour durch Lima unbedingt besichtigt werden. Das eindrucksvolle Gotteshaus mit seinem weltberühmten Altarbild wurde Im Jahr 1771 gemeinsam mit dem zugehörigen Kloster errichtet, nachdem der Vorgängerbau dem verheerenden Erdbeben von 1746 zum Opfer fiel.

Hinter der typisch barocken Fassade verbirgt sich ein farbenfrohes Innenleben aus Rosa, Grün und Gold. Reiche Verzierungen, schwarz-weiße Bänder und goldene Säulen umrahmen den Hauptaltar mit dem berühmten Kreuzigungsbild, welches wundersamerweise schon Erdbeben und andere Katastrophen heil überstanden hat. Die Seitenaltäre sind ebenfalls Jesus Christus und der Jungfrau Maria geweiht.

Der gesamte Glaubenskomplex heißt mit vollem Namen „Santuario Nacional y Monasterio de Las Nazarenas“ und ist dem Señor de los Milagros, dem „Herrn der Wunder“ und Stadtpatron von Lima, geweiht. Pilger aus aller Welt besuchen die Kirche, um dem Señor de los Milagros auf dem berühmten Altarbild zu huldigen. Ihm gilt auch die gewaltige Prozession, die jedes Jahr im Oktober direkt vor den Portalen der Nazarener-Kirche startet.

Prozession zu Ehren des Señor de los Milagros

Pilger aus aller Welt besuchen die Iglesia Las Nazarens in Lima, Peru, um dem Señor de los Milagros auf dem berühmten Altarbild zu huldigen - © Rodrigoardiles CC BY-SA3.0/Wiki
© Rodrigoardiles CC BY-SA3.0/Wiki

Alles begann im 17. Jahrhundert in Limas Baracken-Viertel Pachacamilla, in dem hauptsächlich schwarze Sklaven lebten. Einer der Bewohner, ursprünglich vermutlich aus Angola, malte ein Bild von Jesus Christus am Kreuz auf eine unscheinbare Lehmmauer. Wie durch ein Wunder überstand diese Mauer das heftige Erdbeben von 1655, bei dem beinahe ganz Lima in Schutt und Asche gelegt wurde.

Schon bald wurde das Bild zum Wallfahrtsort, anfänglich lediglich für Limas schwarze Bevölkerung. Dem spanischen Vizekönig gefiel dies zwar nicht, doch alle Versuche, das Bild zu entfernen, scheiterten. Als ihm auch das zweite Erdbeben 1687 nichts anhaben konnte, wurde das Christus-Bild auch für Weiße zur heiligen Stätte und es wurde beschlossen, um das Kunstwerk herum eine Kirche zu bauen – das Stück Mauer mit dem Kreuzigungsbild wurde dabei zum Hauptaltar. Die Kirche wurde zwar mittlerweile durch weitere Erdbeben zerstört, doch die Mauer mit dem wundersamen Altarbild steht bis heute.

Am 18. Oktober jeden Jahres wird der Stadtpatron Señor de los Milagros mit einem feierlichen Festzug geehrt, der zu den größten und wichtigsten Prozessionen auf dem amerikanischen Kontinent zählt. Zehntausende Gläubige versammeln sich, um durch Lima zu schreiten – allen voran wird auf einer 2 Tonnen schweren Bahre aus Mahagoniholz ein in Öl gemaltes Abbild des Originals getragen.

Weihrauch, Kirchenlieder und Gebete verbreiten eine spirituelle Aura um den Marsch und sowohl die Anhänger der Bruderschaft des Señor de los Milagros als auch der Fußballclub Alianza Lima, die ihn zum Patron auserkoren haben, sind komplett in Violett gekleidet. 40 Träger wechseln sich alle 15 Minuten ab, um von der Iglesia Las Nazarenas nach einem 6km langen Marsch durch das Stadtzentrum 24 Stunden später die prächtige Kirche La Merced zu erreichen.