Ollantaytambo, Peru

Ganz oben in Ollantaytambo angekommen offenbart sich links das Tempelareal mit perfekt behauenen Steinmauern, Peru - © flog / franks-travelbox
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Die Königsstadt Ollantaytambo am Ende des Heiligen Tals der Inka diente den Inka einst als Rückzugsort vor den Spaniern und fungiert heute als Ausgangspunkt für Fahrten nach Machu Picchu und Wanderungen auf dem Inka-Trail.

Die Inka-Stadt Ollantaytambo ist 21km nach Urubamba die letzte Stadt im Heiligen Tal der Inka. Spätestens hier steigen die Touristen auf dem Weg nach Machu Picchu vom Auto auf den Zug um. Der Legende nach wurden die Inka von ihrem Schöpfer-Gott Viracocha selbst angewiesen, eine Stadt zu bauen, deshalb bedeutet Ollantaytambo auch „Speicher meines Gottes”. Eine weniger spirituelle Erklärung für den klingenden Namen ist die Benennung der Stadt nach dem damaligen General Ollantay.

BILDER: Ollantaytambo

Besuch von Ollantaytambo

Als Ausgangspunkt für Zugfahrten nach Machu Picchu und Wanderungen auf dem Inka-Trail zählte Ollantaytambo zu den beliebtesten Sehenswürdigkeiten in Peru. Hotels, Cafés und Restaurants sorgen für ausreichend touristische Infrastruktur.

Die perfekt durchdachte Struktur der Stadt ist heute noch gut erkennbar. Die Gebäude, Terrassen, Plätze und Gassen sind noch in völlig ursprünglichem Zustand erhalten und versetzen Besucher in die faszinierende Zeit der Inka zurück.

Terrassen, “Festung”, von Ollantaytambo

Die eindrucksvollsten Mauern von Ollantaytambo findet man in der „fortaleza” („Festung”), einem weitläufigen Komplex, der das Heilige Tal der Inka dominiert. Ursprünglich wurden die eindrucksvollen Terrassen jedoch nicht zu Verteidigungs-, sondern zur religiösen bzw. landwirtschaftlichen Zwecken angelegt.

Nach dem Fall der Königsstadt Cusco diente die Festung von Ollantaytambo dem damaligen Inka-König Manco Cápac II. und seinen verbliebenen Soldaten als Rückzugsort.

Der Aufstieg in die einstige Inka-Stadt Ollantaytambo im südlichen Peru führt über Treppen, Treppen und nochmals Treppen - © flog / franks-travelbox
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Der Weg zur Festung von Ollantaytambo ist wahrlich atemberaubend. Erstens führt er über unzählige Stufen entlang künstlich angelegter Terrassen und zweitens bietet sich von oben ein traumhafter Ausblick über das Heilige Tal der Inka.

Das Tempelareal im Süden der Anlage besteht aus den berühmten Inka-Mauern, die aus ohne Mörtel perfekt ineinandergefügten Steinen bestehen. Mit Nuten und Zapfen geschickt verzahnt waren sie vollkommen erdbebensicher. Besonders eindrucksvoll ist die Mauer der sechs Monolithen im Sonnentempel von Ollantaytambo, die am Tag der Wintersonnenwende (21. Juni) als erstes beleuchtet wird. Die sonstigen Gebäude und auch die Stützmauern der Terrassen bestehen aus einfachen Steinen.

Lagerhäuser

Die seltsamen Ruinen, die sich rings um Ollantaytambo an die Felsen schmiegen, waren einst Lagerhäuser. In der großen Höhe war die Temperatur niedriger, was gemeinsam mit einem ausgeklügelten Belüftungssystem (dort oben ist es ständig windig) für längere Haltbarkeit von Getreide sorgte. Vermutlich wurde das Korn oben in die Lagerhäuser geleert und aus den vorderen und seitlichen Fenstern je nach Bedarf entnommen.

In den Lagerhäusern im Heiligen Tal der Inka bei Ollantaytambo sorgten niedrige Temperaturen und Belüftung für längere Haltbarkeit von Lebensmitteln, Peru - © flog / franks-travelbox
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Monument von Wirachochan

Links von den Lagerhäusern auf dem Pinkuylluna genannten Berg gegenüber von Ollantaytambo erkennt man ein in Stein gemeißeltes, 140m hohes Antlitz. Das Monument stellt den gekrönten Kopf des Priesters und Astronomen Wirachochan oder Tunuba dar, der als Botschafter Viracochas, des höchsten Gottes der Inka, anerkannt war.

Steinbruch

Auf der gegenüberliegenden Seite des Tales ist noch der Steinbruch sicher, aus dem die Felsen von Ollantaytambo stammen. Damals wurden sie 6km bergab gerollt, durch das Tal und anschließend einige hundert Meter bergauf ins heutige Ollantaytambo geschleppt – eine kaum vorstellbare Meisterleistung! Einige Steine, die scheinbar zu schwer waren, liegen heute noch in der Landschaft verstreut.

Geschichte von Ollantaytambo

Ollantaytambo liegt auf knapp 2.800 Metern Seehöhe und ist das einzige verbliebene Beispiel einer Stadtplanung der Inka. Sie wurde Mitte des 15. Jahrhunderts vom Inka-Herrscher Pachacuti als Königssitz erobert und großzügig ausgebaut.

Ollantaytambo besteht aus 15 quadratischen Blocks, den so genannten „canchas”, deren zentraler Innenhof von mehreren Häusern umgeben ist. Die Gebäude dienten als Wohnhaus, dem Militär, der Verwaltung und der Landwirtschaft, die auf den zahlreichen künstlich angelegten Terrassen im Heiligen Tal betrieben wurde.

Die Gebäude, Terrassen, Plätze und Gassen von Ollantaytambo, einer Inka-Siedlung aus dem 15. Jahrhundert, sind heute noch gut erkennbar, Peru - © flog / franks-travelbox
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Als Mitte des 16. Jahrhunderts die Spanier in Südamerika einfielen und das 60km entfernte Cusco einnahmen, diente Ollantaytambo nach der Niederlage bei Sacsayhuamán als temporäre Inka-Hauptstadt. 1536 gelang es den Inka unter Manco Cápac II. sogar, die Spanier zurückzuschlagen, in dem sie von den Terrassen aus zuschlugen und schließlich das Tal fluteten. Nur wenige Wochen später erklärten die Conquistadores Ollantaytambo dennoch zu spanischem Gebiet. Im 19. Jahrhundert wurde die uralte Stadt wiederentdeckt und gelangte langsam an die Öffentlichkeit.

Tipp: Der Besuch von Ollantaytambo ist im Boleto Turistico (Cusco Touristen-Ticket) inbegriffen!

Weiterführende Links:

Infos zum Boleto Turistico mit Preisen (englisch)