Casa Real de la Moneda (Schatzhaus) in Potosí, Bolivien

Das Casa Real de la Moneda im Zentrum von Potosí, Bolivien, gilt als eines der schönsten und wichtigsten Zeugnissen spanischer Kolonialarchitektur - © Matyas Rehak / Shutterstock
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Das Casa Real de la Moneda im Zentrum von Potosí beherbergte einst die größte Münzprägeanstalt Spaniens und gilt als eines der schönsten und wichtigsten Zeugnissen spanischer Kolonialarchitektur.

Das Königliche Schatzhaus Casa Real de La Moneda auf dem Plaza de 10 Noviembre ist neben der Kathedrale und dem Kloster San Francisco die wichtigste Sehenswürdigkeit von Potosí. Dieser Münzprägeanstalt ist es zu verdanken, dass das koloniale Potosí im 17. Jahrhundert eine der weltweit wichtigsten Städte war.

BILDER: Casa Real de la Moneda in Potosí

 

Die Silbervorkommen des Cerro Rico wurden unter den Spaniern direkt vor Ort in Münzen umgewandelt, was massenweise Arbeitsplätze und damit Bevölkerungszuwachs, wirtschaftliche Bedeutung und Wohlstand mit sich brachte. Damals hatte Potosí mehr Einwohner als Paris oder London. Der auch Casa de la Moneda oder Casa Nacional de la Moneda genannte Kolonialbau trug 1987 wesentlich zur Ernennung Potosís zum UNESCO Weltkulturerbe bei.

Entstehung des Casa de la Moneda in Potosí

Anfänglich wurden die spanischen Silbermünzen im Primera Casa de Moneda geprägt, welches sich ebenfalls am Plaza de 10 Noviembre befindet. 1572 befahl der damalige Vizekönig Francesco de Toledo den Bau einer neuen Münzprägeanstalt, die nach drei Jahren Bauzeit ihren Betrieb aufnahmen. In unmittelbarer Nähe zum Rathaus von Potosí entstand fortan der neue Reichtum Spaniens.

Das Casa Royal de la Moneda in Potosí, Bolivien, war im 16. Jahrhundert eines der größten und teuersten Bauprojekte Spaniens - © Eduardo Rivero / Shutterstock
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Das Casa de la Moneda entstammt einem Entwurf von Architekt Jerónimo de Leto und war damals eines der größten und teuersten Bauprojekte Spaniens. Heute zählt es zu Lateinamerikas schönsten und wichtigsten Zeugnissen spanischer Kolonialarchitektur.

Ab 1827, nachdem Bolivien 1825 von Spanien unabhängig wurde, bis 1909 wurden im Casa Royal de la Moneda auch die republikanischen Münzen hergestellt. Aus der ersten Zeit der Unabhängigkeit stammt auch die berühmte Figur „El Mascaron“. Die Maske über dem Eingang zur Münzprägeanstalt wird einerseits als Bacchus, dem römischen Gott des Weines, interpretiert, andererseits auch als Indio, der den abziehenden Spaniern hinterher lacht.

Die berühmte Figur „El Mascaron“ im Innenhof des Casa Royal de la Moneda in Potosí stammt aus der ersten Zeit nach der Unabhängigkeit Boliviens - © Eduardo Rivero / Shutterstock
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Münz-Museum im Weltkulturerbe

Noch bis ins 20. Jahrhundert florierte die Münzprägung im Casa de la Moneda. Heute dient der majestätische Kolonialbau als Museum. Der gesamte Entstehungsprozess einer Münze vom rohen Silbererz aus dem Bergwerk bis zur abgeschlossenen Prägung kann anhand von anschaulichen Informationen nachvollzogen werden.

Die hölzernen Prägemaschinen, die damals von afrikanischen Sklaven bedient wurden, und die aufwändig gesicherten Schatzkisten, mit denen die Münzen einst nach Europa verschifft wurden, gehören zu den interessantesten Exponaten des Museums.

Die Schatzkisten, mit denen die Münzen von Potosí, Bolivien, einst nach Europa verschifft wurden, gehören zu den interessantesten Exponaten des Casa Royal de la Moneda - © Matyas Rehak / Shutterstock
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Neben Münzen und anderen Gegenständen aus Silber, präsentieren die Ausstellungsräumlichkeiten des Casa de la Moneda auch religiöse Kunstgegenstände, Mineralien und Exponate aus der Geschichte von Potosí.