Festungen von Nassau, Bahamas

Fort Montagu wurde 1742 als erste Festung Nassaus fertiggestellt und war mit 17 Kanonen ausgestattet, Bahamas - © Ramunas Bruzas / Shutterstock
© Ramunas Bruzas / Shutterstock

Die Festungen von Nassau entstanden in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts, um die Hauptstadt der Bahamas vor Piratenüberfällen zu schützen. Das größte und interessanteste ist das Fort Charlotte.

Nachdem die Bahamas im 18. und 19. Jahrhundert ein beliebter Rückzugs- und Aufenthaltsort für Piraten waren, versuchten die spanischen Eroberer alles, um die Inseln vor feindlichen Übergriffen und Plünderungen zu schützen. Unter anderem wurde die Hauptstadt Nassau auf der Insel New Providence mit drei beeindruckenden Befestigungsanlagen ausgestattet.

Fort Charlotte in Nassau

Fort Charlotte liegt auf etwa 200m Höhen und ist die größte der drei Festungen in Nassau. Da 99% der Verteidigungsanlagen frei zugänglich sind, ist die Festung für Besucher äußerst interessant. Seine beeindruckende Erscheinung mit den hohen Mauern, alten (nie in Kampf abgefeuerten Kanonen) und den riesigen Rundtürmen zieht jeden in seinen Bann. Das Fort Charlotte hat alle Merkmale einer mittelalterlichen Burg, vom wasserlosen Burggraben über die Zugbrücke bis zu Kerker und Schutzwall.

Tipp: Genaue Beobachter erkennen, dass gleich nach dem Eingang die Namen einiger Soldaten in die Steinmauern eingraviert sind.

Fort Charlotte wurde von Lord Dunmore zum Schutz des Nassau-Hafens in Auftrag gegeben und 1789 nach zwei Jahren Bauzeit fertiggestellt. Es wurde nach der Gemahlin des englischen Königs George III. benannt, Sophie Charlotte von Mecklenburg-Strelitz. 1891 wurden seine Kanonen entfernt, im ersten Weltkrieg wurde das Fort jedoch wieder in Verteidigungsbereitschaft gesetzt.

Das Fort Charlotte liegt auf etwa 200m Höhe und hat alle Merkmale einer mittelalterlichen Burg, vom wasserlosen Burggraben über die Zugbrücke bis zu Kerker und Schutzwall, Nassau, Bahamas - © RituManojJethani/Shutterstock
© RituManojJethani/Shutterstock

Die Festung bietet außerdem einen ausgezeichneten Blick auf den Hafen von Nassau. Am Fort selbst gibt es keinen Taxistand; wer mit dem Taxi weiter möchte, geht am besten 5min zu Fuß über den Grashügel hinunter zum Fish Fry. Dort kann man vor der Weiterfahrt auch noch ein Häppchen zu sich nehmen.

Fort Fincastle in Nassau

Fort Fincastle wurde Ende des 18. Jahrhunderts ebenfalls von Lord Dunmore errichtet und nach seinem zweiten Titel Viscount Fincastle benannt. Befindlich auf dem Hügel Bennet, der höchsten Erhebung von New Providence, ist es nahezu überall von Nassau aus zu sehen. Es liegt direkt am oberen Ende des „Queen’s Staircase“, der „Treppe der Königin”. Ausgestattet war es mit 6 Kanonen und eine Haubitze. Vom knapp 30 Meter hohen Wasserturm des Fort Fincastle aus hat man eine perfekte Aussicht über Nassau und das Meer mit seinen Kreuzfahrtschiffen bis zur Nachbarinsel Paradise Island.

Fort Fincastle wurde Ende des 18. Jahrhunderts errichtet; Vom Wasserturm hat man eine perfekte Aussicht über Nassau und das Meer bis zur Nachbarinsel Paradise Island, Bahamas - © Bull's-Eye Arts / Shutterstock
© Bull’s-Eye Arts / Shutterstock

Wer zu faul ist, diesen Aufstieg selbst in Angriff zu nehmen, kann auch für wenige Cent mit dem Aufzug nach oben fahren. Führungen durch das Fort Fincastle geben einen Einblick in den damaligen Alltag der Verteidigungsanlage und seiner Soldaten. Angeblich mussten die Kanonen nie benutzt werden.

Fort Montagu in Nassau

Fort Montagu wurde befindet sich an der Küste von New Providence etwa einen Kilometer außerhalb von Nassau. Es ist eines der besterhaltenen architektonischen Beispiele aus der Kolonialzeit. Zwei seiner Seiten liegen direkt am Meer und waren somit bereits durch die Umgebung geschützt. Es wurde von Peter Henry Bruce errichtet, 1742 als erste Festung Nassaus fertiggestellt und war mit 17 Kanonen ausgestattet. Benannt wurde es nach dem Grafen von Montagu. Besonderes Augenmerk liegt auf seiner Zisterne, eine gewaltige Regentonne, die an die 30 Tonnen Wasser aufnehmen kann.

Sämtliches Regenwasser, das innerhalb der Burgmauern fiel, wurde in die Zisterne geleitet. Das Fort beinhaltet außerdem ein gewaltiges Pulvermagazin, das Platz für knapp 100 Pulverfässer bot und noch dazu bombensicher war.