Königspalast in Bangkok, Thailand

Viele Steine, die für den Königspalast in Bangkok verwendet wurden, wurden per Schiff aus den Ruinen von Ayutthaya herangeschafft, Thailand - © flog / franks-travelbox
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Der große Königspalast in Bangkok ist DIE Sehenswürdigkeit in der thailändischen Hauptstadt schlechthin. Das riesige Gelände gleicht einem Themenpark aus prachtvoll verzierten Gebäuden, spitzen Türmen und vergoldeten Fabelwesen. In einer Kapelle ruht der Smaragd-Buddha – das Nationalheiligtum Thailands.

Der große Königspalast in Bangkok ist DIE Sehenswürdigkeit in der thailändischen Hauptstadt schlechthin, auf jeder Tourismusbroschüre Thailands zu sehen und Teil einer jeden Tour durch die Stadt. Das steinerne Klischee Bangkoks ist völlig überlaufen, völlig touristisch und völlig sehenswert.

Tipp: Am besten wird der Königspalast schon frühmorgens besucht. Die Palastanlage kann ab 8:30 besichtigt werden. Zu dieser Zeit sind erstens die Touristenmassen noch nicht ganz so groß und zweitens hält sich auch die Hitze noch in Grenzen. Knie, Schultern und Füße (keine Sandalen!) sollten übrigens bedeckt sein. Notfalls erhält man – wenig ansehnliche – Kleidung gegen Gebühr beim Eingang.

Von Ende des 18. bis zur Mitte des 20. Jahrhunderts residierten hier die Könige des Reiches Siam, bzw. des heutigen Thailand. Erst 1946 mit Rama VII. wurde der Sitz des Königs in den Chitralada-Palast verlegt. Seitdem dient der Königspalast nur noch zeremoniellen Zwecken wie offizielle Feierlichkeiten und Staatsempfänge.

BILDER: Königspalast von Bangkok

Nachfolger von Ayutthaya

Der Königspalast in Bangkok war sozusagen der Nachfolger der prunkvollen königlichen Palastanlage in Ayutthaya. 15 Jahre nachdem die einstige Hauptstadt des Königreichs Siam von den Burmesen dem Erdboden gleich gemacht wurde, legte der neu gekrönte König Phra Phuttayodfa Chulalok, auch bekannt als Rama I., im Jahr 1782 den Grundstein für seinen neuen Palast, um den alten Glanz des Siamreiches wieder auferstehen zu lassen. Vorbild für den Palast war der zerstörte Wang Luang in Ayutthaya. Viele Steine, die für den Königspalast verwendet wurden, wurden per Schiff aus den Ruinen von Ayutthaya herangeschafft. Drei Jahre später wurde die neue Residenz des Königs feierlich eingeweiht.

Königlicher Themenpark aus Glanz und Glamour

Der Königspalast in Bangkok ist wahrlich ein prächtiges Gebäude, das eines Herrschers würdig ist. Die gesamte Palastanlage umfasst nahezu 3km2 und besteht aus über 100 Gebäuden, eines prächtiger als das andere. Die Bauten wurden seit der Errichtung des Palastes ständig erweitert und renoviert und bilden heute einen regelrechten Themenpark aus prunkvoll verzierten Gebäuden mit spitzen Dächern, wie aus Zuckerguss anmutende Pagoden, vergoldeten Figuren und von Palmen gesäumten Gassen.

Im Tempelgelände des Königspalastes in Bangkok sind überall Statuen, Figuren und Abbildungen von mythischen Wesen zu sehen, Thailand - © L. Shat / Fotolia
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Grob kann die gigantische Palastanlage in vier Teile gegliedert werden. Der Innere Hof war den Damen vorbehalten, an den Eingängen entlang der hohen Mauern patrouillierten auch weibliche Wachen. Der Äußere Hof im Süden des Königspalastes war Sitz der für den König relevanten Ministerien, des Schatzamtes und der königlichen Wachen.

Zentraler Hof des Königspalastes

Der Zentrale Hof ist der spektakulärste Teil des Königspalastes. Hier, in der Gebäudegruppe um den Phra Maha Monthien, wurde bereits Rama I. gekrönt. Bis heute ist er Schauplatz von Krönungszeremonien.

Eine weitere Krönungshalle ist die Dusit Maha Prasat in der so genannten Dusit-Gruppe, zu der auch der Phra Thinang Phiman Rataya und der Aphonphimok-Pavillon gehören. Eine weiter Gebäudegruppe ist die Chakri Maha Prasat-Gruppe, die ursprünglich aus 11 Gebäuden bestand, von denen heute nur noch drei erhalten sind. Eines davon ist das namensgebende Chakri Maha Prasat, an dessen Rückseite sich auch eine Krönungshalle befindet.

Heiligster Schrein Thailands

Neben dem Zentralen Hof ist der Wat Phra Kaeo, der Tempel des Smaragd-Buddha, das imposanteste Highlight des Königspalastes. Der heiligste Schrein Thailands ist über und über mit Gold, glasierten Ziegeln und verspiegelten Mosaiken geschmückt und erstrahlt in unvorstellbarer Pracht.

Der Smaragd-Buddha im Tempel Wat Phra Kaeo ist das imposanteste Highlight des Königspalastes in Bangkok, Thailand - © ThanapatChamaphruek/Shutterstock
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Der Smaragd-Buddha selbst, das wichtigste religiöse Symbol Thailands, weilt in seiner Kapelle auf einem 11 Meter hohen vergoldeten Thron, der noch aus der Zeit Rama I. stammt und wird von zehn gekrönten Buddhas umgeben. Das Nationalheiligtum des Landes ist übrigens nicht aus Smaragd, sondern aus Jade und soll seinem königlichen Besitzer Wohlstand und Legitimität bringen. Alle vier Monate werden die Gewänder des Smaragd-Buddhas je nach Jahreszeit gewechselt, es gibt ein Kostüm für die heiße, für die kalte und für die Regenzeit.

Links und rechts von ihm stehen noch einmal zwei 3m hohe Buddha-Statuen. Sie alle sind mit der Handhaltung „den Ozean aufhaltend” dargestellt. Die Wände sind mit Szenen aus dem Leben des Buddha kunstvoll verziert, die Türen sind mit wertvollen Perlmutt-Einlegearbeiten geschmückt. Die 12 Bronze-Löwen wurden nach dem Vorbild aus Angkor in Kambodscha angefertigt, zwei davon sind Originale aus Angkor Wat, die der Herrscher Rama IV. aus seiner Heimat beschaffen ließ. Auch der kambodschanischen Tempelanlage Angkor Wat wird mit einer detailgetreuen Miniatur-Abbildung aus dem Jahr 1882 Tribut gezollt.

Außerhalb der Kapelle geht der Prunk zu Ehren Buddhas weiter. Ein gigantischer goldener Chedi, ein weithin sichtbarer spitz zulaufender Turm, überragt die Palastanlage. Der Phra Sri Rattana Chedi beherbergt angeblich ein Bruchstück vom Brustbein Buddhas. Auch er entstand wie der Palast selbst nach dem Vorbild der Chedis in Ayutthaya.

Der Wat Phra Kaeo, der Tempel des Smaragd-Buddha ist der heiligste Schrein Thailands und ist über und über mit Gold, glasierten Ziegeln und verspiegelten Mosaiken verziert - © Nunnicha Supagrit / Fotolia
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Im Prasart Phra Thepdidorn, dem königlichen Pantheon mit seinen mächtigen Säulen, wird mit lebensgroßen Statuen der frühen Herrscher der Chakri-Dynastie gedacht. Die prachtvoll geschmückte Fassade der Phra Mondop, der königlichen Bibliothek, gilt als eine der schönsten Thailands. Ursprünglich wurde sie aus Feuerschutzgründen von einem Teich umgeben. Kein Wunder – die Bücherregale sind mit wertvollem Perlmutt verziert und die Fußböden sind aus Silber.

Fabelwesen des Königspalastes

Überall auf dem Tempelgelände sind außerdem Statuen, Figuren und Abbildungen von mythischen Wesen zu sehen. Diese bevölkern dem alten Glauben zufolge den „Himaphan”, den „Schnee-Wald” der die Hänge des mythologischen Berges Meru im Zentrum der Welt bedeckt. Zur 100-Jahr-Feier des Königspalastes ließ König Chulalongkorn, oder Rama V., vierzehn goldene Statuen dieser Fabeltiere errichten.

Überall im Königspalast in Bangkok sind Statuen, Figuren und Abbildungen von mythischen Wesen zu sehen, Thailand - © flog / franks-travelbox
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Achtung: Abzocke

Es kann Ihnen passieren, dass Sie vor dem Eingang von offiziell aussehenden Personen informiert werden, dass der Palast heute geschlossen ist. Im gleichen Atemzug empfehlen sie Ihnen einen anderen Tempel, der ebenso spektakulär ist und auch gleich den Tuk-Tuk-Fahrer dazu… Derartige Tricks dienen nur dazu, sie zu billigen Schauräumen zu locken, an denen Ihnen etwas verkauft werden soll. Über die Öffnungszeiten des Königspalastes können Sie sich zu jeder Zeit am Haupttor informieren. Dieses ist durch die beiden riesigen Wächterstatuen, von denen es flankiert wird, kaum zu übersehen.


 

Weiterführende Links:

Offizielle Website des Königspalastes von Bangkok (englisch)