Sicherheit auf Reisen: So lassen sich Gefahren vermeiden

Die UV-Strahlung und das Risiko auf Sonnenbrand und schlimmstenfalls sogar Hautkrebs ist nur eine der offensichtlichen Gefahren auf Reisen. - © Aidman / stock.adobe.com
© Aidman / stock.adobe.com

Viele Reisen innerhalb Europas, gerade aber auch jene nach Übersee oder gar in tropische und subtropische Länder, können einige Gefahren bergen. Das müssen nicht immer wilde Tiere oder Erkrankungen sein. Auch das eigene Geld steht auf dem Spiel, wenn man Pech hat und sich nicht ausreichend schützt. Mit diesen Tipps lässt sich die Sicherheit auf Reisen maximieren.

Gefahren im Vorfeld der Reise

Bereits vor dem Antritt der Reise gibt es Gefahren, gegen die sich Reisende schützen sollten. Diese betreffen vor allem den Ausfall der Reise und die Finanzen. In der Regel gehen diese beiden Gefahren Hand in Hand.

Bestimmte Ereignisse können eintreten, mit denen man nicht rechnen konnte. Flüge können verspätet sein, oder sogar ganz gestrichen werden oder man wird aus irgendeinem Grund nicht ins Flugzeug gelassen. Der Verbraucherschutz sorgt hier immerhin dafür, dass unzufriedene Kunden entschädigt werden. Dennoch kann es vorkommen, dass der Abflug erst später als geplant stattfindet, Kosten am Urlaubsort, wie zum Beispiel die Unterkunft, aber dennoch zu tragen sind.

Weiterhin bestehen Gefahren im persönlichen Umfeld. Einige Beispiele:

  • Es kann zu plötzlichen Todesfällen kommen
  • Es können Impfunverträglichkeiten in der Folge von Impfungen für den Urlaub auftreten
  • Es können Unfälle passieren
  • Es könnte einen Arbeitsplatzverlust geben
  • Es könnte passieren, dass man plötzlich als Zeuge vor Gericht berufen wird

Manche dieser Ereignisse, wie vor allem auch letzteres, mögen unwahrscheinlich sein. Dennoch kommt es immer wieder vor, dass die Reise nicht angetreten werden kann. Gerade bei teuren Reisen lohnt es sich daher, eine Reiserücktrittsversicherung mit Kostenrückerstattung abzuschließen. Beim Abschluss einer solchen Versicherung ist allerdings auf einige Details zu achten. So sollte die Versicherung etwa bei oben genannten und einigen weiteren Ereignissen garantiert greifen. Andernfalls hilft sie im ungünstigsten Fall überhaupt nicht.

Weiterhin besteht die Gefahr von politischen Krisensituationen oder Katastrophenalarm im Reiseland. Um dieser Gefahr weitestgehend aus dem Weg zu gehen, sollten Reisende vor der Planung einen Blick auf die aktuellen Reisewarnungen des auswärtigen Amtes werfen.

Reisekrankheiten und Maßnahmen dagegen

Vor Reisekrankheiten haben viele Urlauber große Angst; andere wiederum nehmen sie auf die leichte Schulter und ignorieren die Gefahr einfach. Beide Einstellungen sind zu extrem. Dennoch ist doppelte Vorsicht besser, als Ignoranz. Denn die Gefahr, sich auf Reisen eine ernstzunehmende Krankheit einzufangen, ist nicht gering. Nur, wer vorsorgt, indem er sich informiert und entsprechende Impfungen in Betracht zieht, ist so gut wie nur möglich geschützt.

 Malaria etwa kann durch einen einfachen Mückenstich übertragen werden. Nur eine entsprechende Impfung schützt gegen die gefährliche Erkrankung. - © nataba / stock.adobe.com
© nataba / stock.adobe.com

Die häufigsten Erkrankungen auf Reisen sind übrigens Magen-Darm-Infekte, fieberhafte Infekte (das kann eine harmlose Erkältung, aber auch Malaria sein), Hauterkrankungen sowie Unfälle und Verletzungen. Es kann aber mitunter auch zu lebensgefährlichen Erkrankungen kommen. Das Gesundheitsrisiko wiederum hängt stark von der Dauer und der Jahreszeit der Reise sowie vom Reiseziel und Reisestil ab. Wer einen Cluburlaub gebucht hat, hat sicherlich ein geringeres Risiko als ein Individualurlauber oder gar ein Backpacker, der auch einmal im Dschungel nächtigt.

Wichtig ist, sich etwa auf der Website eines Tropeninstituts rechtzeitig zu informieren, für welche Länder welche Impfungen empfohlen werden und diese auch rechtzeitig vor Reisebeginn durchführen zu lassen. Denn wer erst kurz vor der Reise zum Arzt geht, ist für manche Impfungen vielleicht schon zu spät dran.

UV-Strahlung: Niemals unterschätzen

Reisen bedeutet für die meisten Menschen auch: Ganz viel Sonne tanken. Dass regelmäßiges Eincremen gerade in der Mittagssonne wichtig ist, scheint bei den meisten Reisenden angekommen zu sein. Denn ein Sonnenbrand schmerzt und nervt. So der Gedanke. Die wirklichen Gefahren beim Sonnenbaden werden aber von den meisten Urlaubern immer noch unterschätzt.

Über Australien etwa ist die Ozonschicht extrem dünn, weshalb die UV-Belastung dort enorm ist. So erhalten 2 von 3 Australier bis zu ihrem 70ten Lebensjahr die Diagnose Hautkrebs. Das heißt nicht, dass sie auch alle an Hautkrebs sterben. Dennoch sind es mehr Menschen, denen der Hautkrebs das Leben nimmt, als Verkehrsunfälle.

Die Zahl der Hautkrebserkrankungen nimmt aber auch in Europa zu. Und das liegt einzig und alleine daran, dass die Menschen sich nicht ausreichend und richtig schützen. Doch wie funktioniert richtiger Sonnenschutz?

  • In der Zeit von 11 bis 15 Uhr sollte direkte Sonnenbestrahlung gänzlich vermieden werden. Sonnenschirme am Strand und Kopfbedeckungen in der Stadt sind ein Muss.
  • Bei längeren Sonnenbädern ist schon am Morgen vorzusorgen und Sonnencreme aufzutragen.
  • Regelmäßiges Nachcremen, vor allem wenn im Meer oder Pool gebadet wurde, ist unabdingbar.
  • Durch Spiegelungen von Schnee, Wasser und hellen Sand erhöht sich die UV-Belastung mitunter um bis zu 70%. Ein Lichtschutzfaktor von mindestens 30 ist in derlei Situationen also Pflicht.
  • Rothaarigen und blonden Menschen mit blauen Augen wird sogar in den meisten Situationen zu Lichtschutzfaktor 50 geraten.

Gefährliche Tiere

Während die Gefahr, gefährlichen Tieren in freier Wildbahn zu begegnen, in Europa noch relativ gering ist, besteht sie in zahlreichen Ländern der Erde unbestreitbar. Sei dies in Kolumbien, den USA oder besonders auch wieder in Australien – wer Hinweise ignoriert und nicht vorsichtig genug ist, riskiert unter Umständen sein Leben.

 Warnschilder klären über die Gefahren etwa durch lebensbedrohliche Würfelquallen in Australien auf. Sie sollten auf keinen Fall ignoriert werden. - © monika porth / stock.adobe.com
© monika porth / stock.adobe.com

Das Wichtigste ist daher, nicht nur Reiseführer und Blogs zu den entsprechenden Reisegebieten zu studieren und sich über die gefährlichen Tierarten aufzuklären, sondern auch immer auf Warnschilder zu achten und diese konsequent zu befolgen. Auch, wenn dadurch etwa eine schöne Wanderroute nicht genommen oder sonstige Abstriche gemacht werden müssen. Auch sollten Tiere niemals bedrängt werden, da sie sonst eventuell aggressiv reagieren – eine eigentlich selbstverständliche Sache.

Gerade im Wasser sollten Reisende vorsichtig sein. In zahlreichen flachen Küstengewässern tropischer und subtropischer Gewässer von Indik, Pazifik und Atlantik finden sich etwa Nesselquallen, deren Berührungen tödlich enden können. Die Seewespe oder auch „box jelly fish” genannt, die vor allem vor der Nord- und Ostküste Australiens zu finden ist, gilt als eine der giftigsten Würfelquallen und eines der gefährlichsten Tiere überhaupt. Ihr Gift kann zu Atemlähmung und Herzstillstand führen. Während der sogenannten „stinger season“ sind Reisende daher gut beraten, nur an den mit Netzen geschützten Stränden zu baden oder gar einen Schutzanzug zu tragen.

Übrigens können auch vermeintlich harmlose Tiere gefährlich werden. Koalas beispielsweise mögen vollkommen harmlos und niedlich wirken. Sie haben allerdings extrem scharfe Krallen, die sie eigentlich nur zum Klettern gebrauchen. Fühlen sie sich aber in Gefahr, setzen sie diese auch gerne einmal ein, um sich zu wehren. Gerade wer die Tiere streichelt oder sie gar auf dem Arm hat, sollte sich dieser Gefahr stets bewusst sein.

Natur: Extrembedingungen und Katastrophen

Diverse Extrembedingungen in der Natur oder die Gefahr auf akute Katastrophenzustände bestehen ebenfalls in zahlreichen Reiseländern.

Bei jedem Bade-Urlaub sollte man zum Beispiel auf die Strömung im Meer achten. Jedes Jahr ertrinken Menschen weltweit, weil sie die starke Strömung unter- und ihre eigenen Schwimmfähigkeiten überschätzen. Vorsichtsmaßnahmen sind hier etwa, nur an überwachten Strandabschnitten zu baden, nicht zu weit hinaus zu schwimmen und vor allem auch, immer mindestens zu zweit ins Wasser zu gehen. Kommt es zu einer brenzligen Situation, gilt es, Ruhe zu bewahren, nicht panisch zu werden und bestenfalls, so schnell wie möglich, andere Menschen oder gar Rettungsschwimmer auf einen aufmerksam zu machen.

Naturkatastrophen, die im oder in unmittelbarer Nähe des Reisegebietes auftreten, sind beispielsweise auch Tsunamis, Vulkanausbrüche, Lawinenabgänge, Waldbrände oder Erd- und Seebeben. Selbst Warnungen des Auswärtigen Amtes, die vor Reiseantritt berücksichtigt wurden, helfen hier nicht immer. Denn die Natur lässt sich nicht kontrollieren und auch nicht immer genau analysieren. Deswegen sind Reisende, die sich in gefährdete Gebiete wagen, gut beraten, sich über das richtige Verhalten in verschiedensten Gefahrensituationen zu informieren, um das eigene Überleben möglichst effektiv zu sichern.